Erster Auswärtssieg: Indians ringen ESC Dorfen nieder ECDC Memmingen

Erster Auswärtssieg: Indians ringen ESC Dorfen nieder Erster Auswärtssieg: Indians ringen ESC Dorfen nieder
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Weil die Indians in einer hart umkämpften Partie mehr investierten, war der Sieg letztlich verdient. Die Tore für die Rot-Weißen erzielten Anton Pertl, Martin Schweiger und Martin Hoffmann. Bereits am Sonntag geht es für die Memminger mit dem zweiten „Pinktober“-Heimspiel weiter. Ab 18.30 Uhr gastiert dazu der EV Moosburg in der Eissporthalle am Hühnerberg.

Ohne Michael Simon, Andi Börner, Maximilian Merkle und den letztmals gesperrten Sven Schirrmacher startete der ECDC in die Begegnung bei den Eispiraten. Im Tor übernahm wieder Martin Niemz die Position des „verschnupften“ Alex Reichelmeirs und lieferte eine gute Partie ab. Auch, wenn er nach drei Minuten gleich bei der ersten Chance der Hausherren hinter sich greifen musste. Die dritte Memminger Reihe hatte ein Bully im eigenen Drittel verloren und aus dem Gewühl vor dem Tor netzte Christian Birk zur 1:0-Führung ein. Die Indians, verunsichert und noch ohne Zugriff zum Spiel, kassierten gleich die erste Strafe hinterher, überstanden die daraus resultierende Unterzahl aber. Allmählich kämpften sich die Koch-Schützlinge ins Spiel und bekamen ihrerseits Überzahlmöglichkeiten. In einer solchen fiel in der zehnten Minute der Ausgleich. Martin Hoffmann zog von der blauen Linie mit einem Flachschuss ab, den Abpraller von ESC-Goalie Andreas Tanzer verwandelte Anton Pertl zum 1:1-Zwischenstand. Doch anstatt weiter nachzusetzen, kassierten die Indians in den verbleibenden 10 Minuten des ersten Drittels eine 2-Minuten-Strafe nach der anderen und agierten fast nur noch in Unterzahl. So kam es, wie es kommen musste: ESC-Kanadier Jarret Granberg legte nach 15 Minuten quer vor das Tor, wo Stefan Weberstetter frei im Slot zur erneuten 2:1-Führung für die Gastgeber abschloss. Den Eispiraten boten sich weitere Powerplay-Möglichkeiten, doch Martin Niemz im Indians-Tor bewahrte sein Team vor einem höheren Rückstand.

Grund genug also für ECDC-Chefcoach Jogi Koch, seine Mannen in der ersten Drittelpause lautstark daran zu erinnern, dass Eishockeyspiele nicht auf der Strafbank gewonnen werden. Deutlich disziplinierter starteten die Rot-Weißen in die zweiten 20 Minuten und kamen prompt zu einigen guten Chancen. Memmingen jetzt mit mehr Zug zum Tor ¬– nun waren es die Eispiraten, die sich oftmals nur durch Fouls zu helfen wussten. Die beste Überzahl-Chance zum Ausgleich vergab Martin Hoffmann nach 26 Minuten, als er nur den Pfosten traf. Dennoch, der Ausgleich lag in der Luft ¬– doch die Memminger ließen zunächst weitere Gelegenheiten mit einem Mann mehr auf dem Eis verstreichen. Als Dorfen nach 36 Minuten gerade wieder komplett war, schnappte sich Martin Schweiger den Puck, spielte drei Dorfener aus und schloss seinen sehenswerten Alleingang mit einem Flachschuss zum verdienten 2:2-Ausgleich ab. Die Indians jetzt mit ihrer bis dato besten Phase im Spiel, Alexander Krafczyk hatte kurz darauf die Riesenchance zur erstmaligen Memminger Führung, scheiterte aber an Andreas Tanzer. So ging es mit einem Unentschieden zum letzten Pausentee – und in der engen und umkämpften Begegnung war abzusehen, dass der nächste Treffer über Sieg oder Niederlage entscheiden sollte.

Die Indians begannen das letzte Drittel abermals in Unterzahl und hatten einige brenzlige Situationen zu überstehen, doch mit zunehmender Spieldauer nahmen die Memminger das Zepter wieder in die Hand. Hochspannung jetzt in der Dorfener Eishalle, beide Teams hatte gute Chancen zur Entscheidung, die Indians taten aber mehr für den Siegtreffer. Der freilich kam letztlich äußerst glücklich zu Stande – aufgrund des Memminger Einsatzes jedoch keineswegs unverdient. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende zog Martin Hoffmann einfach mal ab, sein Schuss wurde abgefälscht und fiel über die Schulter des verdutzten Andi Tanzers ins Netz. Jetzt waren die Rot-Weißen auf der Siegerstraße, hatten aber ¬– wie schon so oft in Dorfen – in den letzten eineinhalb Minuten nochmals ein Unterzahlspiel zu überstehen. Die Gastgeber probierten alles und nahmen auch ihren Torhüter zu Gunsten eines weiteren Feldspielers noch vom Eis, zu wirklich nennenswerten Chancen kam der ESC aber nicht mehr. So stand am Ende ein nicht unbedingt erwarteter Auswärtssieg der Indians in Dorfen – „verdient, wenn auch letztlich etwas glücklich zu Stande gekommen“, so die einhellige Meinung im Memminger Lager. Mit sechs Punkten nach drei Spielen stellt sich die Situation damit schon recht passabel dar – und bereits am Sonntag gibt es für den ECDC ja die Möglichkeit auf weitere Zähler. Dann gastiert ab 18.30 Uhr der EV Moosburg zum zweiten „Pinktober“-Heimspiel am Memminger Hühnerberg.