Eishockeywunder in der GoldstadtTSG Reutlingen

Eishockeywunder in der GoldstadtEishockeywunder in der Goldstadt
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Der EC war in der vergangenen Saison abgeschlagen am Tabelllenende der Landesliga Baden-Württemberg gelandet.  Für die neue Spielzeit präsentierten sich die Gastgeber in gewandelter Aufstellung und hatten nichts mehr mit dem Team des letzten Jahres zu tun. Läuferisch und stocktechnisch wesentlich sicherer zeigte sich der EC über die gesamte Partie. In den Anfangsminuten agierten die Gastgeber noch verhalten und konnten nur durch zwei schnelle Konter auf sich aufmerksam machen. Ansonsten verlagerte die TSG das Spiel in die Zone der Pforzheimer. Der TSG gelang es allerdings nicht, richtig Fahrt ins eigene Spiel zu bringen und schnell zu kombinieren. So gab es zwar Puckbesitz für die TSG, aber keine zwingenden Chancen. Offenbar erkannten der EC die fehlende Schnelligkeit der Gäste und verlagerte sich auf schnelles Laufspiel. Einige sehr gute Chancen hätten der TSG ausreichen Warnung sein müssen, mehr für die Defensive zu tun. Dem Spielverlauf entsprechend ging der EC nach achteinhalb Minuten in Führung. Der Weckruf reichte der TSG aus, denn nach nur vierzig Sekunden glich Christoph Schreiber auf Zuspiel von Chris Melchior zum 1:1 aus. Im Mitteldrittel lief  es für die TSG nur in den ersten drei Minuten zufriedenstellend, ansonsten war dieses Drittel nur zum Abhaken. Die Führung zum 2:1 durch Matthias Schreiber hatte nur eine Minute Bestand. Danach gab die TSG beinahe die Partie aus der Hand. Innerhalb von rund dreieinhalb Minuten zog der EC auf 5:2 davon. Zum Glück konnte Kapitän Matthias Schreiber noch auf 5:3 in der 30 .Minute verkürzen und die Talfahrt stoppen.  Bereits zum Ende des Mittelabschnittes zeigten die Gastgeber ein leichtes Nachlassen der Kräfte, was im Schlussdrittel offensichtlich wurde. Die schnellen Angriffe über die Außenseiten liefen beim EC nicht mehr, weil die TSG die langen Pässe abfangen konnte und postwendend aufs EC Gehäuse marschierte. Mit der fehlenden Kraft kamen beim EC die Strafen, weil der Gegner läuferisch nicht mehr aufgehalten werden konnte.  Zunächst eine einfache, dann eine doppelte Überzahl brachte die TSG wieder ins Rennen: In der 50. Minute konnte Christoph Schreiber zum 5:4 verkürzen. Auch die zweite Überzahlsituation wurde genutzt, indem Marcel Wörner nach sehenswertem Sololauf über das ganze Feld die EC Defensive samt Torhüter zum wichtigen 5:5 aussteigen ließ.  Letztlich verloren die Goldstädter die Partie auf der Strafbank, da man sich nicht auf die konsequente Strafenvergabe der Unparteiischen einstellen konnte. Bei weiterer Überzahl brachte Matthew Lewis die TSG ebenfalls mit einem unwiderstehlichen Alleingang zum 6:5 in der 53. Minute auf die Siegerstraße und machte damit das Eishockeywunder perfekt. Der EC warf nochmals alles nach vorne und bedrängte das Reutlinger Gehäuse, allerdings erfolglos. Den Schlusspunkt für die TSG setzte Dominique Tilgner zum 7:5 rund 80 Sekunden vor Schluss.

Mit ausgeglichenem Punktekonto erwartet die TSG am kommenden Sonntag  zum Heimauftakt die EKU Mannheim im eigenen Stadion bei freiem Eintritt. Die Badener werden wie in der vergangenen Saison eine ganz harte Nuss sein und gelten schon nach der letzten Saison und jetzt nach Siegen gegen Balingen und Schwenningen als Aufstiegsfavoriten.