Eine Hand am PottEHC Eisbären Heilbronn

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„Wenn es eine leise Kritik gibt, dann die Tatsache, dass wir im ersten Drittel etwas nervös waren. Im Endeffekt aber ging unsere Taktik voll und ganz auf. Wir haben unser Ding durchgezogen, uns nicht auf den Gegner eingestellt, sondern unsere Stärken voll ausgespielt“, so das Fazit von Kai Sellers.

Die Partie begann jedoch mit einer Schrecksekunde für die Hausherren. Nach einem Puckverlust war der Stürmer-Star der Gäste, Cedric Duhamel, plötzlich durch, doch Eisbären-Goalie Tobias Amon entschärfte. „Ich habe die Auswahl zwischen zwei bärenstarken Torhütern. Tobias hat in den letzten Wochen sehr stark gehalten, deswegen habe ich mich für ihn entschieden“, erklärte Sellers. Auch eine erste Unterzahlsituation überstanden die Eisbären dank Amon, der nach einem abgefälschten Schuss von Kevin Kern glänzend reagierte.

Danach war dann aber die Paradereihe der Liga dran. Dass das Sturm-Trio Axel Hackert, Manuel Weibler und Milan Liebsch selbst in der Oberliga zu den Besten gehören würde, ist kein Geheimnis. Gegen die Rhinos spielte Liebsch in der vierten Minute den öffnenden Pass auf Manuel Weibler, der den Puck gekonnt abschirmte und Sebastian Trenholm im Gäste-Gehäuse den Puck raffiniert unter die Schoner ins Tor spielte. Das Tor beeindruckte die Badener aber wenig. Sofort nahm die Mannschaft von Trainer Pascal Winkel Fahrt auf, erspielte sich einige Möglichkeiten und wurde schließlich in Minute 11 belohnt. Einen Puckverlust von Haiko Hirsch nutzte Mathieu Fleury zum Ausgleichstreffer, nachdem sich Tobias Amon seine einzige Unsicherheit des Abends erlaubte.

Aber was kann die Eisbären in der Saison 2012/13 schocken? Dieses Gegentor jedenfalls nicht. Nur eine Minute nach dem Ausgleichstreffer hämmerte Leontin Kreps den Puck von der Blauen Linie unhaltbar in den Winkel. Eine weitere Minute später hatte Manu Weibler das 3:1 schon auf dem Schläger, in Minute 17 war es dann passiert: Die angesprochene Paradereihe zelebrierte Tic-Tac-Toe-Eishockey vom Feinsten. Milan Liebsch ließ den Puck auf Axel Hackert abtropfen, der sofort zu Manuel Weibler weiterleitete - was einfach zu schnell ging für die Defensive der Gäste. Das Tor war leer, und Weibler hatte keine Mühe, zum 3:1 zu treffen.

Im zweiten Spielabschnitt dann die Schlüsselszene der Partie. Die Eisbären agieren in Überzahl, spielen aber zu pomadig und kompliziert. Plötzlich ist Cedric Duhamel mit dem Break durch und kann nur durch ein Foul gebremst werden. Penalty, so die richtige Entscheidung. Doch Tobias Amon bleibt cool, verunsichert Duhamel, indem er sehr lange stehen bleibt und entschärft so diesen Strafschuss. Zwei Minuten später, in Minute 26, spielen Benjamin Brozicek und Sascha Bernhardt bei einem Konter dann den kongenialen Doppelpass. Brozicek vollendete, und so stand es statt 3:2 nun 4:1. Davon sollten sich die Rhinos nicht mehr erholen. Denn nur weitere drei Minuten später zeigte Manuel Weibler mal wieder, was in ihm steckt. Dank gekonntem Sturmlauf band Heilbronns Nummer 44 drei Gegenspieler und hatte dennoch das Auge für den freistehenden Heiko Vogler. Der Eisbären-Kapitän hämmerte das Spielgerät humorlos in den Winkel. Es stand 5:1. Schon zu diesem Zeitpunkt beschäftigte die rund 2.000 Zuschauer die Frage, ob Eisbären-Urgestein Sascha Bernhardt in seinem vielleicht letzten Heimspiel für seine Farben auch treffen würde. Diese Frage wurde in Minute 37 beantwortet. Wieder zeigten Benjamin Brozicek und Bernhardt, wie man Doppelpass spielt. Diesmal vollendete Bernhardt.

6:1 nach zwei Dritteln. Die Messe war gelesen, dennoch machten die Hausherren weiter Druck. Zwei gute Gelegenheiten durch Mathieu Fleury für Hügelsheim konterten die Käthchenstädter mit dem 7:1. Milan Liebsch hatte die Ruhe und das Auge vor dem Tor, passte genau im richtigen Moment in den Slot, wo Axel Hackert goldrichtig stand.  Der Rest war Ergebniskosmetik. Hügelsheim kam in Überzahl in Person von Sebastian Wolf zum 7:2, Sascha Bernhardt gelang in Minute 52 bei Überzahl sein zweiter Tagestreffer. Björn Groß fälschte für die Gäste unhaltbar zum 8:3 ab (52.), bevor Axel Hackert in Minute 54 den 9:4-Endstand herstellte.

Ein Sieg fehlt den Eisbären nun also noch. Eine Hand ist am Pott, doch der Titel ist noch nicht ganz eingefahren. Am nächsten Samstag wartet ein ausverkaufter Hügelsheimer Hexenkessel auf die Eisbären. Dass dies die schwerste Saisonaufgabe sein wird, weiß auch Kai Sellers. „Hügelsheim wird hart. Aufgrund der nordamerikanischen Eisfläche im Baden Airpark müssen wir unsere gewohnte Taktik umkrempeln. Ich erwarte einen ganz heißen Tanz. Es gilt, ein Mittel gegen das aggressive Pressing der Rhinos zu finden.“ Spielbeginn ist um 19.30 Uhr.