Ein Sieg, der Hoffnung machtEV Lindau

Ein Sieg, der Hoffnung machtEin Sieg, der Hoffnung macht
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0:4 am Freitag in Dorfen verloren, trotz überlegen geführtem Spiel eben gerade das 0:3 gegen den EV Moosburg kassiert. Das war nicht wirklich das, was man Aufbruchstimmung und Initialzündung für eine erfolgreiche Saison nennen kann.

Eineinviertel Stunden später war alles ganz anders. Die Islanders hatten eine verloren geglaubte Partie noch zum 5:4 (0:1, 2:2, 3:1) gedreht und den 700 Zuschauern, mehr noch aber sich selbst Hoffnung auf eine gute Saison gemacht.

Was war passiert zwischen den Spielminuten 25:32 und 48:29, in denen die Lindauer aus einem 0:3 ein 5:3 machten? „Einfach gesagt: Wir haben endlich dieses eine Tor gemacht, dass uns seit Freitag gefehlt hat“, sagte Spielertrainer Martin Masak. „Das war wie eine Erlösung für uns.“ Ein verdeckter Schuss des neuen Kapitäns Tobi Fuchs fand den Weg vorbei an Moosburgs herausragendem Torhüter Thomas Hingel und belohnte den EVL dafür, dass er sich eben nicht aufgegeben hatte. „Wir haben die Köpfe nicht hängen gelassen, die Körpersprache war weiter positiv, wir haben einfach weiter gearbeitet und sind dafür belohnt worden“, sagte der sportliche Leiter Bernd Wucher.

Mit der wiedergewonnenen Treffsicherheit im Rücken bauten die Islanders noch mehr Druck in Richtung Gästetor auf und kamen zwangsläufig zu ihren Treffern. Weil zum Beispiel der unermüdliche Nikolas Oppenberger den Gegner mit seinem Forechecking immer wieder zu Fehlern im Aufbau zwang und Jiri Mikesz eiskalt seine tolle Vorlage zum 2:3 verwandelte. Weil Mikesz, der mit Michal Mlynek und dem defensiv enorm viel arbeitenden Andre Martini gut harmonierte, gleich nach 91 Sekunden des Schlussdrittels einen Schlagschuss zum 3:3 versenkte. Weil Lubos Sekula 12 Minuten vor Schluss aus der Ecke heraus unwiderstehlich vor das Tor zog und den EVL per Flachschuss erstmals in Führung brachte – und auch weil das umsichtige Schiedsrichtergespann um Adrian Drazic bei Mlyneks Alleingang zum 5:3 nur 34 Sekunden später genau hingesehen hatte: Die Scheibe war bereits im Tor, als der Stürmer hinterher rutschte und mit Keeper Hingel kollidierte, der Treffer regulär. Wichtige Momente, die dazu beitrugen, dass die Islanders das Spiel drehen konnten. „Aber auch, weil wir in dieser Zeit keine einzige Strafe gegen uns bekommen haben“, sagte Team-Manager Sebastian Schwarzbart. „Wir waren diszipliniert und konnten deshalb fünf gegen fünf Spielen. Dabei waren wir besser.“

Im Umkehrschluss hatte der EVM in Überzahl klare Vorteile. Bis auf das 0:2 (21.), bei dem die Lindauer durch einen Stellungsfehler ihren Beistand leisteten, kamen alle Gegentreffer durch das starke Moosburger Powerplay um Eric Dylla, Alexander Feistl, Dominik Hammer und den zweifachen Torschützen Bastian Krämmer zustande. „Ganz klar. Daran müssen und werden wir diese Woche arbeiten“, sagte Masak über den Fakt, dass sechs von acht Gegentoren des Wochenendes bei eigener Unterzahl zustande kamen – ohne dass die Islanders so oft wie letzte Saison zuviel Zeit auf der Strafbank verbrachten.

Für den Spielertrainer selbst war die Reaktion der Mannschaft natürlich auch eine emotionale Erfahrung. „Das bestätigt mich in meiner Entscheidung, das Amt übernommen zu haben. Wir sind im Kern sehr gefestigt und haben einen überragenden Siegeswillen gezeigt. Ich bin überglücklich.“ Als vertrauensbildende Maßnahme kann dabei durchaus gesehen werden, dass Masak und Schwarzbart nach dem 0:3 nicht in Aktionismus verfielen und darauf verzichteten, ihre Reihen zu verändern und ihren Spielern damit die Chance gaben, wieder die Leistungen aus der Saisonvorbereitungen zu zeigen. „Außerdem hat die Mannschaft Spieler, die nicht so gut drauf waren, mitgezogen. Das hat mir sehr gut gefallen“, sagte Bernd Wucher.

Mit solchem Teamgeist und solcher Moral holten sich die Islanders die ersten drei Punkte der Saison. Nach dem erneuten Anschluss der Gäste hatten die Islanders immerhin noch acht Minuten zu überstehen. Da hatte dann auch Wucher „wenige Bedenken, weil auch unsere defensiven Stürmer offensiv Druck ausgeübt haben. Da haben mir Marco Miller, Daniel Pfeiffer und Sascha Paul sehr gut gefallen“. Da sich Varian Kirst als sicherer Rückhalt erwies blieb es beim 5:4 mit dem die Islanders nach dem Startwochenende absolut im Soll sind.