Ein Fest der Hiebe kurz vorm WeihnachtsfestEHC Waldkraiburg

Ein Fest der Hiebe kurz vorm WeihnachtsfestEin Fest der Hiebe kurz vorm Weihnachtsfest
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Im Hinspiel war die Begegnung zwischen den Löwen und dem ESV Buchloe noch ein hoch diszipliniertes Spiel gewesen, bei dem der EHC die Pirates belauerte, auf seine Chancen wartete, dann eiskalt zuschlug und 3:1 gewann. Am Freitagabend konnten die 262 Zuschauer eher das Gegenteil beobachten. Nach nicht einmal einer Minute war EHC-Keeper Fabian Birk zum ersten Mal geschlagen und Patrick Weigant jubelte erstmals (00:42)- zu diesem Zeitpunkt wusste man noch nicht, dass Weigant mit seinem Bruder Marc diesem Spiel den Stempel aufdrücken würde. Buchloe hatte zwar nur 13 Feldspieler und zwei Torhüter dabei, agierte aber wie ein Heimteam und schien immer einen Mann mehr auf dem Eis zu haben- das lag besonders an der Indisponiertheit der Gastgeber aus Waldkraiburg, die defensiv im ersten Drittel wie eine Schülermannschaft auftraten. Tobias Kastenmeier (06:48) und Marc Weigant (07:57) erhöhten nach nicht einmal acht Minuten schon auf 3:0 für die Pirates und viele ahnten schon, dass das an diesem Abend kein gutes Ende mit dem EHC nehmen würde. Doch plötzlich besannen sich die Löwen auf ihre Tugenden und Mario Sorsak (12:39) und Martin Führmann mit einem überragenden Alleingang (15:17), brachten den EHC wieder auf 2:3 heran. Das Spiel war auf einmal wieder spannend, allerdings hatten die Pirates da etwas dagegen und schlugen erneut recht ernüchternd zu. Christian Warkus erhöhte den Vorsprung wieder (16:00) und nur sieben Sekunden später war erneut Patrick Weigant da, der zum 5:2 für die Gäste traf (16:07). Kurz vor der Pause durfte sich auch Kastenmeier zum zweiten Mal in die Torschützenliste eintragen (17:22).

Im mittleren Drittel zeigten sich die Waldkraiburger dann deutlich verbessert und kamen durch die Treffer von Sergej Piskunov (26:25), Sorsak (31:56) und Jan Loboda in doppelter Überzahl (36:46) sogar wieder auf 5:6 heran, doch kassierte Birk im Tor des EHC kurz vor der Pause einen weiteren dummen Gegentreffer durch Kastenmeier (39:34) zum zweiten Pausenstand von 5:7 aus Sicht der Hausherren.

Der Schlussdurchgang sollte diesem kuriosen Spiel dann endgültig die Krone aufsetzen. Zunächst war es Führmann, mit Abstand bester Mann der Löwen auf dem Eis, der in Unterzahl einen Break zum umjubelten 6:7-Anschlusstreffer vollendete. Dann drückten die Hausherren die Gäste vermehrt ins eigene Drittel und der Ausgleich lag irgendwie schon in der Luft- doch in diesem Spiel lief bekanntlich nichts so, wie man dachte. Deshalb  stellte Matthias Strodel den alten Abstand wieder her (50:30). Der sollte aber erneut nicht lange währen, denn fünf Minuten später bekam Loboda nochmals die Scheibe an der blauen Linie und schenkte Keeper Stefan Horneber den siebten Gegentreffer ein (55:22). Man muss nicht erwähnen, dass der Puls bei den EHC-Fans nun erneut gefährliche Höhen erreichte, doch so kurz vor den Feiertagen soll man sich schließlich nicht aufregen und deshalb machte Patrick Weigant mit zwei weiteren Toren (57:30 und 59:59) den berühmten Sack in diesem „Fest der Hiebe“ endgültig für Buchloe zu. „Für mich war es ein Nervenkrieg auf beiden Seiten- Gott sei Dank haben wir aber die zwei Weigants, die heute sehr stark gespielt haben“, freute sich Buchloe-Trainer Bohdan Kozacka nach der Partie über die drei Punkte. Seinem Gegenüber Petr Vorisek fehlten dagegen fast die Worte: „Das war heute ein ganz schlechte Tagesform. Wir haben ohne Verteidiger und ohne Torwart gespielt und die Offensive hat’s leider nicht geschafft, vorne und hinten zu spielen. Sieben Tore zu schießen ist zwar eine Steigerung, aber man darf zuhause nicht zehn Tore kassieren- das ist peinlich“, so Vorisek.