Ein abruptes Saisonende

Trainer-Duo macht weiterTrainer-Duo macht weiter
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Aus, Schluss, Vorbei. Die Eishockey-Saison 2007/2008 hat für die Memminger Indians ein abruptes Ende genommen. Mit dem 0:2 (0:0, 0:0, 0:2) setzte es gegen den ERV Schweinfurt am Sonntagabend im dritten Vergleich die dritte Niederlage – und damit schied der ECDC Memmingen aus den Play-off-Spielen der Bayernliga aus.

Das jähe Ende in diese Spielzeit kam zwar früh – nach den zwei vorangegangenen Pleiten gegen die Unterfranken aber nicht ganz unerwartet. Zwar versuchten die Verantwortlichen alles Erdenkliche, allerdings half selbst das „Allheilmittel“ Trainerwechsel nicht. Am Samstagnachmittag beurlaubten die Indians Cheftrainer Franz-Xaver Ibelherr und wollten damit nochmals ein Zeichen setzen. „Natürlich war das vielleicht nicht ganz fair gegen über Ibelherr, der hier in Memmingen gute Arbeit leistete, aber wir hatten das Gefühl, es passte einfach nicht mehr zwischen ihm und der Mannschaft“, erklärte Vereinschef Helge Pramschüfer diesen an sich unattraktiven Schritt.

Dennoch schien die Maßnahme Früchte zu tragen. Das Team war im Vergleich zur Vorwoche kaum wieder zu erkennen und bot den spielstarken Gästen mehr als nur Paroli. Im Gegenteil, die Indians ware es, die über weite Strecken der Partie den Ton angaben und sich auch eine Vielzahl von guten Möglichkeiten herausspielten. Schon nach 45 Sekunden blieb den Memminger Fans der Torschrei im Hals stecken, Valenti’s Schuss rutschte haarscharf am Kasten des überragenden Schweinfurter Keepers Swolensky vorbei. „Der Bursche ist erst 19 Jahre alt, der hat uns heute den Sieg gerettet“, wusste Schweinfurts Steffen Reisser dann auch, wer der Turm in der Schlacht auf Seiten der Gäste war. Die Memminger versuchten es mit allen Mitteln. Ob Brechstange oder der eine Pass zuviel – die Scheibe wollte unter keinen Umständen ins Schweinfurter Tor. Was die Gäste auch anerkannten – im Gefühl des Erfolges freilich mit lachender Miene. „Wir waren heute nicht besser, sondern einfach glücklicher. Nein, sogar sehr viel glücklicher“, befand Schweinfurts Reisser. Ein Kompliment, das den Indians nicht wirklich sonderlich viel half.

Die Geschichte der Partie ist schnell erzählt. Zwei Drittel lang spielte sich das Geschehen weitgehend vor dem Gehäuse der Gäste ab. Wie schon erwähnt, hieß die Endstation zumeist Ole Swolensky oder aber die Memminger Stürmer hatten ihr Visier ungenau eingestellt. Oder ein Verteidiger wischte die Scheibe gerade noch von der Linie, so wie in der 28. Minute. Auf der anderen Seite blieben die Unterfranken mit ihren schnellen Gegenstößen stets brandgefährlich, aber auch Indians-Keeper Marc Pethke erwischte einen Glanztag – wurde später aber zum „tragischen Held“.

Ein Memminger Treffer schien nur eine Frage der Zeit, zu deutlich war das Chancenplus der Einheimischen. Die sich dann aber ausgerechnet bei eigener Überzahl erwischen ließen: Gerade noch saß Schweinfurts Nemirovsky auf der Strafbank und fieberte bei eigener 3:5-Unterzal mit seiner Mannschaft mit, als er nur wenige Sekunden später – immer noch in Unterzahl – Marc Pethke schlecht aussehen ließ (44.). „Pech“, urteilte Reisser, „denn er hielt ebenfalls überragend, machte aber halt einen Fehler im gesamten Spiel.“ Was dann auch die Vorentscheidung bedeutete, denn der Gegentreffer brachte die Indians sichtlich ins Wanken und schließlich in Schräglage. „Danach waren wir wie geschockt“, urteilte auch Memmingens Interims- und Co-Trainer Daniel Trunzer. „Ich kann dem Team überhaupt keinen Vorwurf machen, sie haben alles versucht, heute aber auch nicht das nötige Dusel gehabt“. Schweinfurt agierte professionell und machte mit dem 0:2 den Einzug ins Halbfinale perfekt. Allerdings diesmal mit gütiger Mithilfe der bis dahin guten Unparteiischen, die gleich zwei Memminger mit – zumindest zweifelhaften – Strafen belegten. Eckmair war’s egal, er nutzte den Platz auf dem Eis und traf zum 0:2 (53.). Was folgte, war ein Schaulaufen der Gäste und Frustabbau der Memminger, die sich in der Schlussphase noch unnötige, persönliche Strafen für Klaus Micheller (Stockschlagen) und Martin Jainz (Disziplinarstrafe) einhandelten. Am Ergebnis änderte sich nichts mehr, Schweinfurt spulte das letzte Pensum herunter und kam nicht mehr in Gefahr. Dennoch wollten die Memminger Verantwortlichen in der nachfolgenden Pressekonferenz nicht von einer missglückten Saison sprechen. „Wir haben eine tolle Runde gesehen. Schweinfurts Neuzugänge haben gestochen, wir haben an Weihnachten das Geld gespart und die Mannschaft nicht mit teuren Transfers verstärk“, resümierte Vereinsboss Pramschüfer.

Tore: 0:1 (43.) Nemirovsky (4-5), 0:2 (53.) Eckmair (Waßmiller, Nemirovsky/5-3). Strafen: Memmingen 28 + 10 (Jainz) + 10 (Valenti) + 5 + Spieldauer (Micheller), Schweinfurt 24. Zuschauer: 1400.