EHC testet bei Oberligist DeggendorfEHC Waldkraiburg

EHC testet bei Oberligist DeggendorfEHC testet bei Oberligist Deggendorf
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Deggendorf hat einen ereignisreichen Sommer hinter sich: Nach dem katastrophalen Hochwasser, wodurch im niederbayrischen Landkreis ein Schaden von einer geschätzten halben Milliarde Euro entstanden ist, stand auch der Deggendorfer SC fast vor dem Aus. Im Juli wurde nämlich festgestellt, dass die Dachkonstruktion größeren Schneefällen nicht mehr standhalten könnte und wurde gesperrt. Die Holz-Leimbinder der Decke haben in den vergangenen Monaten geschimmelt und sind verfault. Das Hallendach ist ähnlich konstruiert wie das der Eishalle von Bad Reichenhall, das im Januar 2006 eingestürzt ist. Damals kamen 15 Menschen ums Leben. Der Deggendorfer Stadtrat hatte daraufhin einen Sanierungsplan vorgestellt, der 13 Millionen Euro kosten würde aufgrund der durch das Hochwasser verursachten Probleme im Haushalt der Stadt aber nicht durchführbar  war. Der DSC mit seiner Oberliga-Mannschaft sowie allen Nachwuchsteams stand somit kurz vor dem Aus und viele Wochen wurde eine Lösung gesucht, die Ende Juli dann glücklicherweise gefunden wurde: Mit Hilfe des Erbbaurechts wurde das Stadion dem privaten Investor Günther Karl überlassen. Der Bauunternehmer erklärte sich bereit, das Dach innerhalb weniger Wochen abzunehmen und die Arena mit einer neuen Deckenkonstruktion zu versehen. „Ich bin kein Eishockey-Fan, ich habe ein Helfer-Syndrom. Wenn mich jemand ruft und ich glaube, ich kann helfen und habe vielleicht Ideen, dann bin ich nicht zu halten“, begründete Karl seine Entscheidung und sorgte damit nicht nur für Jubel bei den Deggendorfer Anhängern sondern auch für Planungssicherheit bei den Verantwortlichen um Trainer Jan Benda Senior.

Dieser musste im Sommer insgesamt elf Abgänge hinnehmen, darunter auch Verteidiger Thomas Vogl, der in Zukunft den Posten des Spielertrainers bei Löwen-Konkurrent ESC Dorfen übernehmen wird. Dafür wurden bisher sechs neue Spieler verpflichtet, darunter einige Hochkaräter. Von Landesligist Vilshofen kam Stürmer Simon Maier, von Oberligist Regensburg wechselte Verteidiger Martin Rehthaler, der auch beim EHC Waldkraiburg im Gespräch war. Im Angriff verstärkte sich Fire mit Jannik Herm und Pavel Vostrak vom Zweitligisten Lausitzer Füchse Weißwasser, aus der DEL kam Stefan Ortolf von den Straubing Tigers. Den doppelten Benda haben die Deggendorfer seit diesem Sommer auch, denn Coach Jan Benda Senior wird in Zukunft auch seinen Sohn Jan Benda Junior in der Verteidigung aufbieten können. Der inzwischen 41-Jährige, der viele Jahre in der höchsten tschechischen Liga und der deutschen Nationalmannschaft spielte, und mit dem EC Hedos München 1994 deutscher Meister wurde, kam von Zweitligist Dresden nach Deggendorf.

Für EHC-Coach Petr Vorisek wird der Test in Deggendorf eine weitere gute Gelegenheit, das Leistungsvermögen seines Team einzuschätzen. Die Löwen trainieren im Augenblick noch in Rosenheim, in Waldkraiburg wird derzeit begonnen, das Eis zu bereiten. Ab Mitte September beginnt dann auch in der Industriestadt ganz offiziell die Eiszeit. Das erste Testspiel in Waldkraiburg findet im Rahmen des Saisoneröffnungsfestes am 21.September gegen den TSV Peißenberg statt.

Auf Max Kaltenhauser wird der EHC am Sonntag in Deggendorf verzichten müssen. Der Neuzugang aus Klostersee zog sich beim am Ende beim Stande von 3:2 für die Löwen abgebrochenen Testspiel gegen Klatovy in Tschechien eine Oberschenkelverletzung zu und muss diese Woche noch pausieren.