EHC lädt zum ersten Showdown gegen SonthofenEHC Bayreuth

EHC lädt zum ersten Showdown gegen SonthofenEHC lädt zum ersten Showdown gegen Sonthofen
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Der TEV galt nach Einschätzung Vieler als einer der heißesten Anwärter auf die Plätze direkt hinter den großen Zwei, auch wenn das Team von Trainer Wieland diesen Vorschusslorbeeren nach gutem Start (drei Siege) bisher noch nicht wirklich gerecht wird.

Nur Platz sechs und die aktuell erspielten 19 Punkte sind sicher nicht das, was sich die Verantwortlichen an der Schlierach vorgestellt haben. Besonders auf fremdem Terrain enttäuschten die Rot-Weißen doch des Öfteren und gegen die Topteams gelang auch zu Hause nicht so viel. Nur die Stürmer Deml oder Jann (Zugang aus Klostersee, OL) haben z.B. zweistellige Scorerpunkte und auch Topneuzugang Busch, Verteidiger aus Ravensburg (B2) gekommen, hinkt den Erwartungen noch hinterher. Immer wieder Ausfälle wichtiger Akteure erschweren natürlich die Arbeit von Coach Wieland, aber der Kader hat trotzdem sicher mehr Potenzial als es die aktuelle Tabellensituation ausdrückt.

Natürlich hat man besonders in der Defensive mit Leitner und Martin zwei jahrelang spielbestimmende und routinierte Leitwölfe verloren, aber im Angriff konnte man Zeller und Veicht als Topstürmer genauso halten wie den wichtigen Torhüter Lachauer. Trotzdem läuft es beim TEV bisher einfach nicht, was schon zu mächtig Unruhe führt und es für die Tigers sicher nicht leichter macht.

Noch weniger leicht wird’s dann gegen den Topfavoriten aus Sonthofen. Der Kader, den Erfolgstrainer Waibel zur Verfügung hat, kann man getrost als das „Who is who“ der Bayernliga bezeichnen. Angefangen bei Torhüter Zellhuber über die Defender Witting oder Vit und die Stürmer Waginger (neu aus der DEL/Ingolstadt), Kleinheinz (zuletzt in Österreich aktiv), Vaitl, Newhook, Friedl, Sill oder Pungarsek (Slowene aus der Landesliga, dort Topscorer) um nur einige zu nennen. Nach Startschwierigkeiten (z.B. 7-8 Penaltyniederlage gegen Moosburg) wegen zahlreichen prominenten Ausfällen sind die Bulls nun auch richtig in Schwung gekommen. Genauso wie die Tigers acht Dreier in Folge mit 52:12 Toren sprechen da eine deutliche Sprache.

Mit bisher 85 Treffern verfügt man über den gefährlichsten Angriff, genauso mit 33 Prozent Erfolgsquote auch über das effektivste Überzahlspiel und liegt nicht von ungefähr an der Tabellenspitze mit drei Zählern vor den Tigers (33 Punkte), auch wenn man eine Partie mehr ausgetragen hat als der EHC.

Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt nimmt die Ausfallliste der Wagnerstädter aber exorbitante Züge an. Die Langzeitverletzten Maier und Zimmer fehlen sowieso, doch fürs kommende Wochenende wurden die Personalsorgen noch düsterer. Bei Topscorer Juhasz und Junior Seibel ist ein Einsatz kaum möglich, Goalie Müller ist im Prüfungsstress und wird Freitag von Junior Kraus vertreten, Zeilmann fehlte Anfang der Woche wegen Grippe und bei Hermanns Matchstrafe aus dem Nachwuchs gab es drei Spiele Sperre, die man per Einspruch versucht zu korrigieren. Die Krönung dieser Misere ist aber die Diagnose bei Torjäger Hlozek nach seiner Verletzung in einem unglücklichen Zweikampf aus dem Germering-Spiel. Kreuzband- und Meniskusschaden wurde bei der Kernspinuntersuchung festgestellt, was Trainer Waßmiller vor fast nicht mehr zu lösende Aufstellungsprobleme stellt. Die Voraussetzungen für diesen „Kampf der Giganten“ sind bei den Oberfranken also alles andere als gut, doch vorzeitig aufgegeben wird trotzdem nicht, auch wenn jedem klar sein muss, dass die Favoritenrolle an diesem Wochenende unter diesen Bedingungen ganz sicher nicht beim EHC liegt.