EHC Freiburg - zwischen Neuanfang und ungewisser Zukunft

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Die Franz-Siegel-Halle am Sportpark ist stark sanierungsbedürftig. Die Betriebserlaubnis läuft 2014 aus. Wie es dann weitergehen soll, steht noch in den Sternen. Die Stadt Freiburg hat eine Kommission eingesetzt. Sie prüft bis Mitte 2012 die Optionen und soll der Stadt dann einen Vorschlag machen. Die Möglichkeiten reichen dabei von einer grundlegenden Sanierung bis zu einem völligen Neubau an einem anderen Standort. Dabei geht es nicht nur um das liebe Geld, sondern auch um Lärmschutz. Die alte Halle liegt mitten in einem  Wohngebiet. Ganze zwei Jahre hat die Stadt dann Zeit, sich für eine Lösung zu entscheiden und diese dann auch umzusetzen.

Die Fans wünschen sich eine eine neue, moderne Halle, mit einem Fassungsvermögen von 4 bis 5000 Zuschauern. Steffen H. , Fan des EHCF, träumt gar von einem Multifunktionsarena und einer Nutzung für den EHC und die Kicker des SC Freiburg. Moritz, ebenfalls Fan, sieht die Situation da schon  realistischer, denkt eher an eine Eishalle nach Schwenninger Vorbild.  Er ärgert sich aber auch darüber, dass man andere Möglichkeiten nicht genutzt hat. So wurde an der Messe die Rothausarena für Konzerte und Veranstaltungen gebaut. Er meint, dass man in die Arena auch direkt als Spielstätte für den EHC hätte planen können. Wenn man sich den Standort im Freiburger Norden anschaut, erscheint das in der Tat, eine gute Variante zu sein.

Seitens der Vereinsführung will man jetzt erst einmal die Vorlagen der Kommission und die Entscheidungen der Stadt abwarten. Sollte es Verzögerungen geben bzw. bis 2014 keine neue Halle geben, darf man mit einer Verlängerung der Betriebserlaubnis rechnen. Das wurde durch die Stadt bereits signalisiert.

So kann man sich nun erst einmal auf den sportlichen und wirtschaftlichen Neuanfang konzentrieren. Die GmbH, unter deren Führung der Spielbetrieb in der zweiten Liga lief, befindet sich nach wie vor im Insolvenzverfahren. Der Stammverein, unter dessen Dach der gesamte Spielbetrieb nun absolviert wird, ist in den letzten Jahren jedoch konsequent entschuldet worden und weist inzwischen ein positives Eigenkapital auf. Damit das auch so bleibt, hat man dem neuen Vorstand rund um Werner Karlin einen Beirat an die Seite gestellt, der nicht nur zusätzliche Kompetenz ins Tagesgeschäft bringen soll, sondern auch bei wichtigen Entscheidungen eingebunden wird. Der Etat ist geschrumpft und man will solide haushalten, nur das Geld ausgeben, was man auch wirklich zur Verfügung hat. Der kalkulierte Zuschauerschnitt für die elf Heimspiele der regulären Saison, wurde gleich beim ersten Spiel weit übertroffen. Über 1000 Zuschauer sahen den ersten Heimsieg im ersten Saisonspiel. Entsprechend zufrieden und optimistisch äußerte sich Frank Weiss, der Medienbeauftragter des EHCF, nach dem Spiel.

Im sportlichen Bereich ist mit Trainer Thomas Dolak immer noch der jahrelange Erfolgstrainer an der Bande. Aus der Zweitligamannschaft sind neben Routinier Patrick Vocar noch weitere Akteure in Freiburg geblieben. Ansonsten ist die Mannschaft noch recht jung und besteht aus vielen Eigengewächsen. Die Harmonie scheint aber zu stimmen. „Wir wollen die Play-offs erreichen“, sagte Dolak. An anderen Stellen und auch bei den Fans wird man da noch präziser: „Aufstieg heißt das einzige Saisonziel.“ Zunächst einmal ginge es ja in die Oberliga Süd. Doch die 2. Liga lockt natürlich. So ist auch die Erwartungshaltung der Fans, mit denen wir vor der ersten Partie gesprochen haben. Frank Weiss machte dazu aber die Einschränkung, das ein Aufstieg kein finanzielles Abenteuer sein darf. „Aufstieg ja, aber nur, wenn es auch wirklich machbar ist.“ Man hat ein Konzept erstellt, welches bis 2015 ausgerichtet ist. Es sieht vor, den Stammverein zu stärken, indem man von derzeit rund 550 auf 1000 Mitglieder kommt. Nachwuchsförderung ist ebenfalls ein wichtiger Eckpfeiler in diesem Konzept. Aus der Jugend möchte man Spieler für die erste Mannschaft gewinnen, die der Jugend auch gleichzeitig eine Perspektive bieten soll.