Die Rücklichter des Play-off-Zuges

500 Zuschauer sahen kanadische Junioren500 Zuschauer sahen kanadische Junioren
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Nur noch die Rücklichter des Play-off-Zuges dürfte der ESV Pinguine Königsbrunn sehen. Am Freitagabend kassierte der ESV die zweite Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten um Platz acht, den ERV Schweinfurt, womit sich der Rückstand auf sechs Punkte erhöht hat. Endergebnis eines kuriosen Eishockeyspiels war 6:7 (2:3, 2:1, 2:3).

Erwartungsgemäß viel Elan brachten die Königsbrunner mit und bereits nach 186 Sekunden konnten die Fans des ESV erstmalig jubeln als Andreas Klundt den Gästetorwart vernaschte. Wie aufgezogen marschierten die Pinguine und in der achten Minute erzielte Patrick das vollkommen verdiente 2:0. Die Mighty Dogs hatten bis dato keinerlei nennenswerte Gelegenheit, während der ESV in den folgenden Minuten Großchancen der allerersten Güte ausließ. In der zwölften Minute konnten die Gäste einen Fehler der Pinguine an der gegnerischen blauen Linie nutzen und per Konter den überraschenden Anschluss erzielen. Völlig unerklärlich brachen die Rot-Weißen nun ein und Schweinfurt glich kurz darauf nicht nur aus, sondern ging in der 17. Minute in Führung. Das Spiel war erstmals sichtlich durcheinander gewirbelt.

Schwer taten sich die Pinguine zu Beginn des zweiten Abschnitts. Erst als nach 27 Spielminuten eine doppelte Überzahl für den ESV entstand, wurde wieder Druck auf das Tor der Gäste ausgeübt. Aber das Überzahlspiel der Pinguine sollte an diesem Abend trotz zahlreicher Gelegenheiten die große Schwachstelle sein, denn auch diese Möglichkeit wurde ausgelassen. Trotzdem agierte der ESV nun wieder aggressiv und in der 31. Minute glich Andreas Gerstberger aus. Es entwickelte sich ein Schlagabtausch, bei dem beide Teams mit offenem Visier agierten. Die Mehrzahl der Offensivaktionen hatten dennoch die Pinguine, aber die Scheibe wollte nicht ins Tor. Stattdessen ging Schweinfurt erneut in Führung. Der ESV zeigte aber Herz und Patrick Ullmann schloss ein sensationelles Solo zum 4:4 ab.

Die letzten 20 Minuten wurden zu einer reinen Nervenschlacht. Die Königsbrunner marschierten wie aufgezogen, produzierten Chancen am Fließband und spielten dazu mehrfach in Überzahl. Es wäre müßig aufzuzählen welche Spieler nicht trafen, die Liste wäre bodenlos. In altbekannter Sporttradition „wer vorne nicht trifft, wird hinten bestraft“ machte sich dann der ERV zur Bestrafung auf und ging wiederum in Führung. Angetrieben von einem fantastischen Publikum gelang den Pinguinen in der 52. Minute durch Andreas Klundt der 5:5 Ausgleich. In den darauf folgenden Minuten wurden die Nerven der Pinguinanhänger aufs Härteste strapaziert. Schweinfurt hatte kaum etwas entgegenzusetzen, während das Auslassen von Chancen beim ESV zur Sucht wurde. Erneut bestraften dies die Gäste mit der 5:6 Führung knapp zwei Minuten vor Spielende. Trainer Hurtik reagierte umgehend und nahm Heringer vom Feld. Die Belohnung folgte auf dem Fuße, denn Michael Polaczek erzielte das 6:6. Mit dem hart erkämpften Punktgewinn wäre nach Spielende wohl letztendlich jeder zufrieden gewesen, doch die Stadionuhr zeigte 59 Minuten und 22 Sekunden, als Schweinfurt die Pinguine ins Tal der Tränen stieß und einen Fehlpass im Angriff des ESV zum Konter und zum 6:7 nutzte.

Tore: 1:0 (4.) Klundt, 2:0 (8.) Ullmann, 2:1 (12.) Buchwieser, 2:2 (15.) Waldner, 2:3 (17.) Vanc, 3:3 (31.) Gerstberger, 3:4 (38.) Waldner, 4:4 (39.) Ullmann, 4:5 (48.) Waldner, 5:5 (52.) Klundt, 5:6 (59.) Buchwieser, 6:6 (59.) Polaczek, 6:7 (60.) Buchwieser. Strafen: Königsbrunn 14, Schweinfurt 28 + 10 (Görlitz).