Die Eisbären sind MeisterEHC Eisbären Heilbronn

Die Eisbären sind MeisterDie Eisbären sind Meister
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Der Weg dorthin kostete allerdings viele Nerven, was allein schon am Endergebnis abzulesen ist. Mit 4:3 (2:0, 0:0, 1:3, 1:0) nach Penaltyschießen behielt die Mannschaft von Trainer Kai Sellers im alles entscheidenden dritten Finalspiel gegen die Baden Rhinos aus Hügelsheim die Oberhand.

Als Kapitän Heiko Vogler nach der Partie vor der Eisbären-Rekordkulisse von 2.531 Zuschauern mit beiden Händen am Pott den Meisterpokal in die Höhe recken durfte, hatte die Sehnsucht von Vorstandschaft und Anhängern ein Ende und wurde zur Gewissheit. „Ganz klar, das war ein unbeschreibliches Gefühl, der schönste Moment meiner Karriere“, kommentierte Kapitän Heiko Vogler den Moment, als er den Meisterpokal von Heilbronns Bürgermeister Harry Mergel überreicht bekam. Ein Glück jedoch, das an einem seidenen Faden hing, an einem ganz seidenen.

Die entscheidende Frage vor dem Spiel war, inwiefern die Eisbären die Niederlage aus Spiel zwei wegstecken würden. In Minute 4 leistete sich Axel Hackert, genau der Spieler, der später eine ganz entscheidende Rolle spielen sollte, bei eigener Überzahl einen Katastrophenfehler, und ermöglichte Mathieu Fleury auf Hügelsheimer Seite einen Alleingang. Marian Metz im Heilbronner Gehäuse wartete lange und der Puck landete dank sensationellem Reflex in dessen Fanghand. Es war eine Schlüsselszene, die Heilbronns Schlussmann die Sicherheit gab, um in der Folge seine vielleicht beste Karriereleistung zu zeigen. Auch der gesamten Mannschaft verlieh Metz´ Wahnsinnstat Sicherheit. Nur eine Minute später hatte Dominique Hensel im gegnerischen Drittel das richtige Auge und passte quer vors Tor auf Daniel Brendle, der zur Eisbären-Führung verwandelte.  Und es sollte noch besser kommen: Als die Eisbären in Minute 7 in Unterzahl agieren mussten, ergab sich für die Käthchenstädter wieder einmal eine ihrer in dieser Saison berüchtigten Unterzahlchancen. Axel Hackert passte punktgenau auf Manuel Weibler, nachdem die Rhinos beim Aufbau des Powerplays patzten. Weibler nutzte die sich bietende Eins-gegen-eins-Situation eiskalt. Es stand 2:0 für die Hausherren.

Das zweite Drittel sah schwache Eisbären. Vielleicht war die Bürde, nach der makellosen Hauptrunde den Titel unbedingt einfahren zu müssen, doch etwas hoch.  Die aufopferungsvoll kämpfenden Badener hatten im letzten Drittel längst den Anschlusstreffer verdient, und nach endlosen Versuchen war Dennis Walther in Minute 42 dann zur Stelle und verkürzte zum 2:1. Cedrick Duhamel trifft in Minute 45 bei einem Schussversuch den Puck nicht richtig. Doch genau deshalb springt dieser so unglücklich vor Marian Metz auf, dass der Eisbären-Schlussmann keine Chance hat. Es stand 2:2.

In der 57. Minute hatte Andy Mauderer die Riesen-Chance für die Gäste, Metz wäre wohl nicht mehr rangekommen, doch der Rhinos-Kapitän verpasste die Scheibe um Sekundenbruchteile. Genau für diese Sekundenbruchteile war dann aber eine Minute später das Gäste-Gehäuse unbewacht. Als jeder damit rechnete, dass Patrick Mundanjohl einen Torversuch wagen würde, passte Heilbronns Verteidiger gekonnt und überlegt unter Zuhilfenahme der Bande hinter dem Tor zu Benjamin Brozicek. Dieser nutzte die kurze Verwirrung in der Defensive der Nashörner und vollendete zum 3:2. Rund 90 Sekunden vor der finalen Sirene leistete sich Milan Liebsch im gegnerischen Drittel einen schweren Aussetzer. Auch hier wird die Nervosität die entscheidende Rolle gespielt haben. Jedenfalls checkte Liebsch Rhino Mathieu Fleury mit Verletzungsfolge zu hart in die Bande. Fünf Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe waren die logische Folge. Natürlich Morgenluft pur für die Badener. Torwart raus und Feuer pur. Nur 26 Sekunden noch auf der Uhr. Bully im Eisbären-Drittel. Die Rhinos holen den Puck, Dennis Walther schießt, Metz wehrt klasse ab, doch Duhamel ist zur Stelle. 22 Sekunden vor Spielende steht es 3:3.

"Du wirst als Trainer in einer solchen Situation einfach nur verrückt. Den Titel so kurz vor Augen, und dann sowas", so Kai Sellers. Dabei hatten die Eisbären noch Glück. "Im Endeffekt ist es doch ganz klar, dass die Rhinos, wenn es eine Verlängerung gegeben hätte, das Momentum auf ihrer Seite gehabt hätten. Ob wir weitere dreieinhalb Minuten in Unterzahl überstanden hätten? Ich denke, eher nicht", gibt Sellers ehrlich zu. Die Ligenleitung entschied vor der Endrunde jedoch, dass es in den Play-offs, im Gegensatz zu den Play-downs, keine Verlängerung gibt. Glück für die Eisbären.

Den entscheidenden Penalty für Heilbronn verwandelte Heiko Vogler. Die Uhr im Eisstadion zeigte dann genau 22 Uhr und 26 Minuten an, als Marian Metz den Versuch von Björn Groß entschärfte. Die Eisbären hatten es geschafft.

Das Meisterteam:

Tor: Marian Metz, Tobias Amon.

Verteidigung: Adrian Kolar, Alexander Weiß, Felix Kollmar, Patrick Mundanjohl, unser Kapitän Heiko Vogler, Daniel Brendle, Stefan Schrimpf.

Sturm: Sascha Bernhardt, Axel Hackert, Robin Platz, Maxim Schleicher, Dominique Hensel, Leontin Kreps, Manuel Weibler, Benjamin Brozicek, Patrick Luschenz, Alexander Keterling, Marc Oppenländer, Milan Liebsch, Haiko Hirsch.


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