Deutlicher Arbeitssieg für den EV Lindau

Deutlicher Arbeitssieg für den EV LindauDeutlicher Arbeitssieg für den EV Lindau
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Nach dem 0:6 von Buchloe hatten sich die Lindauer vor eigenem Publikum einiges an Wiedergutmachung vorgenommen, das war von Anfang an zu spüren. Vor allem stimmte diesmal neben dem Einsatz der Zug zum Tor und der Abschluss. Diese Energie zeigte Milan Liebsch schon nach drei Minuten, als er sich trotz Bedrängnis vor dem ESC- Tor durchsetzte und zum 1:0 einschoss. In der Folgezeit dominierten die Gastgeber, die durch Mahren eine weitere gute Möglichkeit hatten. Sie vereitelte der gute Gästetorwart Andreas Tanzer. Dem Spiel war deutlich anzumerken, dass beide Teams im unteren Tabellendrittel stehen. Beide kämpften verbissen um ein Erfolgserlebnis, weshalb spielerisch so mancher Wunsch offen blieb. Positiv aus Lindauer Sicht war, dass sich die Islanders von der häufig über die erlaubten Maße gehenden Härte der Eispiraten nicht den Schneid abkaufen ließen. Ein erstes Opfer war Christof Hehle, der in der zehnten Minute nach einem fiesen Check von Andreas Attenberger aber weiterspielen konnte. Der EVL blieb überlegen, drängte den ESC in die Defensive, hätte aber bei einem Konter in der 14. Minute den Ausgleich kassieren können. Der erneut souveräne Torhüter Michael Gundlach verhinderte Schlimmeres. Zwei Minuten später war er aber machtlos. In Unterzahl verloren die Lindauer die Scheibe an der blauen Linie und Julian Rudolf konnte freistehend zum Ausgleich einschießen. Schon im Gegenzug hatte Dominic Mahren bei einem Break die Chance zur erneuten Führung, er scheiterte aber an Tanzer. „Wir haben uns das Leben im ersten Drittel wieder selbst schwer gemacht und oft zu kompliziert gespielt“, sagte der sportliche Leiter des EVL, Bernd Wucher. Wenigstens aber hatten die Islanders diesmal das Glück auf ihrer Seite. Vier Sekunden vor der Pause zog der starke Andreas Pufal in Überzahl von der blauen Linie ab und traf durch den Verkehr vor dem Gästetor. „Für die Psyche ein ganz wichtiger Treffer“, sagte Trainer Willy Bauer, der neben Jim Nagle auch kurzfristig auf Jiri Kunce (Schulterverletzung) verzichten musste. So hatte Neuzugang Martin Valenti reichlich Eiszeit und trug zur Stabilisierung der EVL-Defensive bei.

Die Lindauer hätten ihre Nerven gleich weiter beruhigen können, aber Dominic Mahren hatte in Unterzahl erneut kein Schussglück (21.), auf der anderen Seite bekam Gundlach in Dorfens bester Phase um die 25. Minute herum mehr zu tun und hatte einmal Glück, dass die Gäste in Überzahl nur die Latte trafen. Danach bekamen die Gastgeber die Partie aber mehr und mehr in den Griff und überzeugten dann mit Tempo und Spielstärke. Timo Krohnfoth und Mike Dolezal scheiterten bei einem schnellen Konter an Tanzer, Valenti traf mit einem harten Schlagschuss nur die Latte (35.), ehe ein Doppelschlag die Entscheidung brachte. Dabei zeigten die Lindauer im Abschluss endlich die so oft erhoffte Entschlossenheit. Zunächst war es Peter Kraus, der nach Zuspiel von Pavel Mojtek, nicht lange wartete, abzog und zum 3:1 traf. Nur 19 Sekunden später setzte sich Hehle, freigespielt von Mahren, vor dem Tor durch und wartete bis die Lücke zum erfolgreichen Torschuss da war. Nach dem 4:1 mussten die Lindauer in Unterzahl noch einmal hart arbeiten, um den Vorsprung zu verteidigen, was sie mit Erfolg taten.

Von den Gästen kam außer Provokationen und einigen überharten Aktionen im Schlussabschnitt nichts mehr. „Es war wichtig sich auf diese Geschichten nicht einzulassen und die Ruhe zu bewahren“, sagte Willy Bauer. Beide Teams und auch die Zuschauer hatten schon längst unter der undurchsichtigen Spielleitung von Schiedsrichter Drazic gelitten, der auf beiden Seiten keine klare Linie hatte und sich auf endlose Diskussionen mit den Spielern einließ. Allerdings ließen sich die Islanders davon weniger beeindrucken als die Gäste. Kurios dennoch, dass Matthias Schwarzbart eine zehn Minuten Strafe bekam, nachdem ihm ein Zahn ausgeschlagen wurde. Auch ohne den Center erhöhte der EVL aber zwölf Minuten vor Schluss auf 5:1. Einmal mehr war es ein Tor der Entschlossenheit. Mojtek war um den Gästekasten gelaufen wo sich Liebsch durchsetzte und die Scheibe über die Linie brachte. Nur wenig später gab es eine Schrecksekunde für die Gäste. Nachdem ein Dorfener Verteidiger Martin Krügers von hinten in ESC- Torhüter Tanzer hineingecheckt

hatte, blieb der Keeper lange liegen und musste vom Eis getragen werden. Auch danach gab es noch die eine oder andere Rangelei, wobei Peter Kraus bei einem Handgemenge mit Sascha Aiglstorfer die Oberhand behielt und sich den verdienten Applaus der 700 im Eichwald abholte.

Eispiraten- Ersatztorhüter Martin Lainer musste dann zwei Minuten vor dem Ende auch noch einmal hinter sich greifen. Einen der schönsten Spielzüge des Abends vollende erneut Milan Liebsch, der einen zentimetergenauen Pass von Timo Krohnfoth zum 6:1 ins Tor tippte und die Konzentration des EVL auf das Eishockeyspielen belohnte.