Derby-Thriller zwischen Passau und Waldkirchen endet 5:5Black Hawks Passau

Derby-Thriller zwischen Passau und Waldkirchen endet 5:5Derby-Thriller zwischen Passau und Waldkirchen endet 5:5
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Nur Sekunden nach Ablauf einer Strafe luchsten die Passauer den Gästen den Puck ab, Andreas Toth spielte die Scheibe beim Break Richtung Waldkirchner Tor auf Andreas Popp, und Passaus Spielertrainer netzte zum 1:0 in der elften  Spielminute ein. Eine Minute später kassierten die Gäste in Person von Matthias Murr wegen Beinstellens die nächste Strafzeit, das folgende Passauer Powerplay hatte es dann in sich: Zunächst fahren die Gäste einen Unterzahl-Konter Richtung Zawatsky, der ein weiteres Mal mit einem überragenden Save das Gegentor vereiteln konnte, fast im Gegenzug hämmerte Mathias Pilz die Scheibe per Blueliner zum Passauer 2:0 vorbei an Kondelik in die Maschen. Alles verläuft nun nach Plan? Weit gefehlt: Ganze 14 Sekunden nach dem Treffer nutzten die Gäste eine Unachtsamkeit der Passauer Abwehr, um in Person von Matthias Murr den 1:2-Anschlusstreffer zu markieren. Kurz darauf zeigte Zawatsky gegen Waldkirchens Maximilian Reichermeier eine weitere Parade – hier schrammten die Gäste nur knapp am Ausgleichstreffer vorbei. Kurz darauf sollte es dann aber doch passieren: Nach exakt 15 gespielten Minuten schob Herbert Maier die Scheibe zwischen den Schonern von Zawatsky zum 2:2 ins Passauer Tor – der Vorsprung war dahin.

Auch im Mitteldrittel war kein Abfall bezüglich Intensität der Begegnung zu erkennen – das Spiel knüpfte nahtlos dort an, wo es nach dem ersten Spielabschnitt aufgehört hatte. Drei Minuten waren gespielt, da verpassten beide Teams mit Schüssen kurz hintereinander einen weiteren Treffer. Nachdem in den Folgeminuten je ein Passauer und ein Waldkirchner den Weg Richtung Strafbank antreten mussten, gab es in der 26. Spielminute Grund zum mit der Zunge schnalzen: Im 4-gegen-4 fuhren Markus Simbeck, Jan Schinköthe und Bernd Vorderbrüggen im Dreierpack Richtung Zawatsky im Passauer Tor, und nach toller Tic-Tac-Toe-Kombination war es Simbeck, der zur Waldkirchner 3:2-Führung vollendetet. Passaus Schlussmann war hier schuld- und chancenlos. Nur eine Minute später kam ein weiteres Mal Passau frei vor Kondelik zum Abschluss – doch erneut verfehlte der Schuss das Tor. Schon zu diesem Zeitpunkt war die Abschlussschwäche der Hausherren ein weiteres Mal offensichtlich – das muss doch besser gehen. Gesagt, getan: Eine Umrundung des Sekundenzeigers später stand Andreas Popp ungehindert vor dem Gästetor und schlenzte den Puck zum verdienten 3:3 vorbei an Kondelik. Man sollte meinen, dass dieser Treffer die Black Hawks endgültig beflügeln sollte, das Gegenteil war jedoch der Fall: In der 29. Spielminute wanderte Passaus Thomas Kremhelmer wegen Ellbogenchecks hinter das Plexiglas. Sechs Sekunden sollte es dauern, da lag der Puck vor Markus Simbeck, er nahm sich ein Herz und versenkte einen Strahl von der Blauen Linie zur erneuten Gästeführung. In der 31. Spielminute war es Roman Kondelik, der mit einem tollen Schoner-Save den Passauer Ausgleichstreffer vereitelte, doch nur zwei Minuten später sollte auch er machtlos sein: Aus kurzer Distanz war es Passaus tschechischer Kontingentspieler Martin Lamich, der die Hartgummischeibe zum 4:4 unter die Latte jagte.

Im Schlussabschnitt waren ganze 49 Sekunden gespielt, da kassierten die Black Hawks nach einem Stockschlag von Andreas Popp die nächsten zwei Minuten – mit der Folge eines 5:3-Überzahlspiels der Gäste, welches dank guter Abwehrarbeit überstanden wurde. In der 45. Spielminute wurde der Passauer Tatendrang, nun endlich selbst in Führung zu gehen, jäh gebremst: Markus Simbeck verwandelte bei angezeigter Strafe gegen Passau mit seinem dritten Treffer des Abends einen Schuss ins kurze Eck zur Waldkirchner 5:4-Führung. Als fast schon niemand mehr damit rechnete, zogen sich die Black Hawks doch noch halbwegs schadlos aus der Affäre: In der vorletzten Spielminute war es Vladimir Gomov, der in seinem ersten Spiel nach überstandenem Mittelfussbruch mit einem Hammer von der Blauen Linie zum 5:5 ausgleichen konnte.

Gesamt gesehen sahen die Zuschauer ein tolles, emotionsgeladenes und von der ersten Minute an spannendes Eishockeyspiel, doch wie schon vor zwei Wochen kommen die Black Hawks nicht über ein Remis gegen Waldkirchen hinaus. Mitunter Schuld war wie so oft die katastrophale Chancenverwertung auch bester Einschussgelegenheiten, dazu kam die Cleverness der Gäste aus Waldkirchen. Dieses Spiel gilt es nun abzuhaken, weiter geht’s am kommenden Sonntag: Um 18.30 Uhr sind die Dachau Woodpeckers zu Gast in der Passauer Eis-Arena – das Hinspiel gewannen die Dreiflüssestädter mit 15:4.