Der Knoten ist geplatzt

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Für Mojtek („Ich bin glücklich, aber auch sehr sehr müde“) war es der krönende Abschluss eines aufregenden Tages. Am Vormittag holte sich der gebürtige Tscheche im Landratsamt von Marktoberdorf seinen deutschen Pass ab und fuhr weiter nach München, um die Dokumente beim Bayerischen Eissport-Verband einzureichen. Nach erfolgter neuer Spielberechtigung ging es weiter nach Germering, wo der 29jährige frei von allem Druck eine Glanzleistung ablieferte. „Wir freuen uns alle für ihn. Er hat zusammen mit seiner Freundin soviel Energie investiert und ist endlich belohnt worden“, sagte Willy Bauer. Gleichzeitig konnte der Lindauer Trainer mit Jim Nagle (33), der lange Jahre in Memmingen spielte, einen neuen Kontingentspieler einsetzen. Der Amerikaner, ein Freund von Mojtek, ist seit Anfang Oktober bei den Islanders im Training. Als sich die Einbürgerung von Mojtek abzeichnete, haben die Verantwortlichen schnell reagiert und Nagle rechtzeitig als Standby-Kontingentspieler lizenziert. „Wir wollten auf alle Fälle vorbereitet sein“, sagt der sportliche Leiter Bernd Wucher, „gerade mit unseren Verletzungssorgen und Ausfällen wie dem von David Volek für den Rest der Saison.“

Der Schachzug ging auf: Nagle erhöhte mit feiner Technik und viel Routine die Qualität der Islanders in der Offensive und auch die Durchschlagskraft. „Es ist kein Zufall, dass heute alle Reihen getroffen haben“, sagt Bauer, der die Kräfte sinnvoll verteilen konnte. Den ersten Streich landete das Lindauer Eigengewächs Matthias Schwarzbart, der eine der vielen EVL-Chancen im ersten Drittel zum 0:1 verwertete (12.). Allerdings kassierten die Islanders erneut einen unnötigen Gegentreffer, so dass es nach Meiers Tor in der 18. Minute mit 1:1 in die erste Pause ging.

Dies war aber nur eine Momentaufnahme. Der EVL kam druckvoll aus der Kabine und in Überzahl durch Pavel Mojtek nach 24 Minuten zur erneuen Führung. Peter Kraus und Jm Nagle hatten wiederum in Überzahl die Chancen zu erhöhen, gleichzeitig musste der erneut gute Waldemar Quapp bei einem Konter der Wanderers alles aufbieten, um den Ausgleich zu verhindern. Leider trat danach das in der Bayernliga offenbar übliche Syndrom auf: „Wir bestrafen alle Aktionen der Gastmannschaft und lassen den Gastgebern alles durchgehen.“ Zwischen der 28. und 35. Minute spielten die Lindauer komplett in Unterzahl, zweimal sogar mit nur drei Mann. Sie zeigten aber Nehmerqualitäten und blieben ohne Gegentor. Mehr noch: In der 30. Minute lupfte Eric Lofner die Scheibe gefühlvoll aus dem eigenen Drittel in den Lauf von Pavel Mojtek, der Wanderers Keeper Bertet ausspielte und auf 1:3 erhöhte. Auch auf den Anschlusstreffer durch Germerings Torjäger Meier (36.) fanden die Islanders die passende Antwort. 13 Sekunden vor der Pause erkannte Pietro Vacca seine Chance und startete ein kraftvolles Solo, das der Torhüter zwar stoppen konnte, den Nachschuss brachte aber Mike Dolezal zum 2:4 über die Linie. Wie das zweite Drittel endete, so begann das letzte: Mit einem Lindauer Tor. Nagle bediente nach 41 Sekunden Mojtek, der hoch in die lange Ecke zum 2:5 traf. Ein verdienter Vorsprung, allerdings mussten die Islanders noch einmal kurz zittern, als Germering ein Vier gegen Drei Powerplay zum dritten Tor nutzte. „Danach hat die Mannschaft gezeigt, wie gefestigt sie ist. Sie hat dagegen gehalten, konsequent ihre Chance gesucht und ist endlich belohnt worden. Ich freue mich total für die Jungs“, sagte EVL- Vorsitzender Marc Hindelang. Zehn Minuten vor dem Ende sorgte Mojtek mit seinem vierten Tor des Abends – Nagle hatte klug quer gelegt – für das Vorentscheidende 3:6. Danach waren es die frustrierten Gastgeber, die reihenweise Strafen kassierten. So konnten die Islanders auch ihr Powerplay in Gang bringen. Andreas Pufal traf in doppelter Überzahl zum 3:7 (57.), nur 32 Sekunden später erhöhte Schwarzbart mit seinem zweiten Tor auf 3:8. Den Schlusspunkt setzte in der 59. Minute der Kapitän mit einem Unterzahltor zum deutlichen Lindauer Auswärtssieg. „Wurde auch Zeit“, fasste Mike Dolezal anschließend die Gefühlslage der Islanders nach dem 9:3 kurz und präzise zusammen.


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