Böse Überraschung: Lamich wird doch kein Indianer

Böse Überraschung: Lamich wird doch kein IndianerBöse Überraschung: Lamich wird doch kein Indianer
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Der Tscheche brach nach wenigen Tagen in der  Maustadt seine Zelte wieder ab. Seine Begründung: Er fühle sich hier  nicht wohl. Nur kurz darauf präsentierte Lamich der verdutzten  ECDC-Vorstandschaft bereits seinen neuen Arbeitgeber. Künftig wird der  32-Jährige für den ESC Haßfurt in der Landesliga Bayern-Nord spielen.

Mit so etwas hatte man bei den Indians nicht gerechnet. Wochenlang  bemühten sich der Verein und viele ehrenamtliche Helfer, dem Tschechen  den Einstand in Memmingen zu erleichtern. Eine Wohnung wurde besorgt,  Helfer schlossen den Strom an und stellten kostenlos  Einrichtungsgegenstände zur Verfügung. Doch schon nach wenigen Tagen  erlebten sie eine böse Überraschung: Lamich teilte der Vorstandschaft  mit, dass er sich nicht wohl fühle und sofort abreisen werde. Unter  anderem lamentierte er, dass in seiner Wohnung noch kein tschechisches  Fernseh-Programm empfangbar sei. Wohlgemerkt: Dies alles geschah kurz  nach seiner Ankunft. Der sportliche Leiter Marcus Klär fühlte sich vor  den Kopf gestoßen: „Das hätte sich doch in kürzester Zeit alles regeln  lassen“, stellt er klar.

Doch Lamich ließ nicht mehr mit sich reden. Stattdessen teilte er dem  Verein mit, dass er nun lieber für Haßfurt in der Landesliga spielen  wolle. Bei den Indians bleibt das Gefühl, dass der ehemalige Stürmer  des VER Selb nach Gründen suchte, um aus privaten Motiven doch lieber  im fränkischen Raum und näher an seiner tschechischen Heimat zu  bleiben. Deshalb legte ihm die ECDC-Vorstandschaft trotz eines  gültigen Vertrags bei seinem Wechsel nach Haßfurt keine Steine in den  Weg. „Für unsere Helfer, die ihm die Wohnung besorgt und eingerichtet  haben, tut es mir leid“, sagt Obmann Klär. „Doch so einen Spieler  wollen wir nicht mit Zwang in Memmingen halten. Wenn er nicht will, soll er gehen.“

Damit will es der Verein jetzt auch bewenden lassen. Anstatt Lamich  hinterher zu trauern, gilt ab sofort die volle Konzentration der Suche  nach einem neuen Kontingentspieler. „Wir strecken unsere Fühler in  alle Richtungen aus und sind optimistisch, einen guten Ausländer zu  finden“, so Klär. Noch sind bis zum Start der Bayernliga-Runde fünf  Wochen Zeit – auch, um in der Vorbereitung die ein oder andere Option  auszuprobieren. „Unsere Vorfreude auf die neue Saison schmälert das  Ganze jedenfalls nicht“, so Klär abschließend.