Blue Gold Stars schaffen Aufstieg in die Regionalliga Südwest

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Zu Beginn der zurückliegenden Saison war mit diesem Erfolg nicht zu rechnen. Nach einem Jahr Eishockey-Abstinenz mussten die Verantwortlichen des 1. CfR Pforzheim eine komplett neue Mannschaft zusammenstellen. Der ebenfalls neu verpflichtete Trainer Ken Filbey hat offensichtlich hervorragende Arbeit geleistet, schaffte er es doch in kürzester Zeit ein spielstarkes Team zu formen. Als dann in der heißen Phase der Vorbereitung ein technischer Defekt in der St. Maur Eissporthalle den Trainings- und Spielbetrieb unmöglich machte, verloren auch die kühnsten Optimisten die Hoffnung auf einen schnellen Aufstieg. Entsprechend fiel auch der Saisonstart aus. Am 16. Dezember standen die Blue Gold Stars nach sechs Spielen mit vier Punkten und 35:45 Toren auf dem vorletzten Tabellenplatz. Am 30. Dezember erfolgte gegen den damaligen Tabellennachbarn EC Pforzheim die Wende. Seither gingen die Blue Gold Stars in 15 Begegnungen 15 Mal als Sieger vom Eis. Eine tolle Leistung des gesamten Teams auf und neben dem Eis.

Beim letzten Saisonspiel am Samstag stellten die Pforzheimer früh die Weichen. Bereits in der vierten Spielminute markierte Thorsten Weisler das 1:0. Nur eine Minute später erhöhte Kevin Filbey auf 2:0. Weitere Tore durch Sidney Körper und Josef Vostarek sorgten bis zum Drittelende für ein sicheres Polster. Das war auch nötig, da im zweiten Durchgang die Hausherren ihre stärkste Phase hatten und die Gäste aus Pforzheim mehr und mehr unter Druck setzten. Diese hatten ihre anfängliche Bissigkeit abgelegt und sahen sich mehr als einmal stürmischen Angriffen auf das Tor von Tim Rogers ausgesetzt. Zwischenzeitlich hatte Balingen auf 1:4 verkürzt. Mit diesem Zwischenstand ging es auch in die zweite Pause.

Seit etwa Mitte des zweiten Drittels sahen die Eisbären wohl ihre Chance das Spiel noch zu drehen. Sie agierten zunehmend härter und versuchten immer wieder Filbeys Spieler zu provozieren. Wie gut ihnen das gelang, zeigte ein Blick auf die stets gut besuchte Strafbank. Die Sticheleien auf beiden Seiten gipfelten schließlich in einer handfesten Keilerei zwischen Thorsten Weisler und Marco Böhm, welche beiden eine 5 + Spieldauerstrafe einbrachte. Dennoch konnten die Schwaben nicht verhindern, dass der CfR seine Führung durch Tore von Timo Heintz und Marco Windisch auf 6:1 ausbaute. Der späte Treffer zum 2:6-Endstand hatte nur noch statistische Bedeutung.

Etwas länger als gewöhnlich dauerte die anschließende Siegesfeier in der Mannschaftskabine in Balingen. Zu dem Zeitpunkt war bereits durchgesickert, dass Freiburg den Aufstieg geschafft hat und die Blue Gold Stars sich somit als Nachrücker für die Regionalliga bewerben können. Für den Eishockeyabteilungsleiter beim CfR, Martin Hämmerle, gibt es vor allem zwei Gründe für die erfreuliche Entwicklung seines Teams. Zum einen sieht er in der Verpflichtung von Ken Filbey als Trainer einen, so wörtlich, „absoluten Glücksgriff“.  „Filbey hat in der gesamten Saison keine einzige Trainingseinheit versäumt, er hat ein klares Konzept und er kann die Mannschaft motivieren“, lobt Hämmerle den Kanadier. Er freut sich, wie auch das gesamte Team, schon jetzt auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm in der nächsten Saison, dann eine Liga höher. Als zweites nennt Hämmerle die Kooperation mit dem befreundeten SC Bietigheim. Bekanntlich dürfen jeweils bis zu fünf Feldspieler und ein Torhüter aus Bietigheim, welche nicht älter als 23 Jahre sind, über eine Doppellizenz bei den Blue Gold Stars mit auflaufen. Das bringt nicht nur diesen Spielern ein Plus an Spielpraxis, es fördert auch die jungen Spieler des CfR wie Marius Lorenz, der in seiner ersten Saison im Senioren-Spielbetrieb eine erstaunliche Entwicklung gemacht hat. „Dieses Konzept hat sich hervorragend bewährt und wir werden alles daran setzen, die Zusammenarbeit mit Bietigheim in Zukunft noch weiter auszubauen. Nicht zuletzt deshalb, weil beide Vereine in hohem Maße davon profitieren“, sieht Hämmerle optimistisch in die Zukunft.