Black Hawks verlieren Derby und Tabellenführung

Indians zu Gast bei den Black HawksIndians zu Gast bei den Black Hawks
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Spannung vor dem Spiel. Ein ausverkauftes Haus. Am Ende stand für die Black Hawks Passau jedoch eine 3:4 (2:2, 1:1, 0:1)-Niederlage im niederbayrischen Derby gegen Deggendorf Fire. Doch Passau verlor nicht nur das Spiel, sondern auch die Tabellenführung in der Bayernliga – an den Derbygegner.

In der seit Wochen ausverkauften Passauer Eis-Arena war die Stimmung bereits eine Stunde vor dem Eröffnungsbully bestens. Die 1500 Zuschauer brauchten ihr Kommen keine Sekunde zu bereuen, beide Teams erfüllten alle Erwartungen und boten ein echtes Spitzenspiel. Bereits nach 24 Sekunden durften die Passauer Fans zum ersten Mal jubeln. Christian Setz nutzte die anfängliche Unsicherheit der Gäste und die damit verbundene Unordnung in der Abwehr gleich aus. Die Vorarbeit hatten Jaroslav Majer und Vladimir Gomow geleistet, der Torschütze brauchte den Querpass nur noch über die Linie zu bugsieren. Wenig später der nächste Treffer. Fast wie aus dem Lehrbuch hatte die Passauer Paradereihe die Deggendorfer Defensive ausgespielt, Gomow vollstreckte (6.). „Das war ein großer Schock für uns. Aber ich hab’ trotzdem gehofft, dass das der richtige Weckruf für meine Mannschaft ist“, sagte Fire-Trainer Günter Eisenhut nach dem Spiel. Er sollte Recht behalten. Nach und nach kämpfte sich Fire zurück ins Spiel, bekam mehr Spielanteile und wurde mit dem Ausgleich belohnt. Im Powerplay konnte niemand Thomas Greilinger stoppen, der Ex-Nationalspieler ließ Torhüter Daniel Huber keine Chance (9.). Nun wirkten die Hawks konsterniert, zogen sich immer mehr zurück und kassierten prompt den Ausgleich. Die Verteidiger brachten die Scheibe nicht aus der Gefahrenzone, Kock schaltete am schnellsten (17.). Kurz vor der ersten Pause hatten die Passauer Anhänger noch einmal den Torschrei auf den Lippen, der Pfosten verhinderte aber den Jubel.

Gleich nach Wiederbeginn gehörte die erste Chance den Gastgebern, doch der an diesem Abend hervorragende Fire-Keeper Michael Kollmeder ließ sich nicht bezwingen. Nun folgten beide Mannschaften ihrer taktischen Marschroute und wollten nicht zuviel Risiko eingehen. Deswegen gab es für wenige Augenblicke Leerlauf im Spiel. Wie aus heiterem Himmel dann die erneute Passauer Führung. Alexander Gantschnig hielt einfach mal drauf, Torwart Kollmeder wirkte überrascht und ließ die Scheibe zum 3:2 für Passau passieren (23.). Obwohl Deggendorf nun laut Trainer Eisenhut weiter „kleine Fehler machte und passiv agierte“, der erneute Ausgleich. Wieder in Überzahl ging es blitzschnell, der Ex-Passauer Markus Simbeck netzte ein (25.). „Das hat Nerven gekostet, mit den Überzahltoren ist Deggendorf zurück ins Spiel gekommen“, musste Coach Keresztes enttäuscht zugeben. In der Folge hatten seine „Jungs“ mehrfach die Chance, das Spiel wieder in die Hand zu bekommen. Alleingänge von Andi Popp oder Kurt Reichermeier verstrichen ungenutzt, auch der Pfosten stellte sich erneut in den Weg. Die Fans brauchten also weiter Geduld und eine gute Stimme. Denn zu keinem Zeitpunkt wollten die Stimmungslieder verstummen.

Nach dem letzten Wechsel schaltete Passau noch einmal einen Gang hoch: „Der Druck auf meine Mannschaft wurde immer größer. Nur mit Glück und einem Schuß Cleverness haben wir dagegen halten können“, analysierte Fire-Coach Günter Eisenhut die letzten 20 Minuten. Doch das Tor wirkte für die Passauer Angreifer wie zugenagelt. Und wenn sich die Scheibe doch hinter die Torlinie bewegte, versagten die Schiedsrichter – zu Recht – den Treffern die Anerkennung. Dazu kam, dass bei den Hawks „das Powerplay nicht laufen wollte. Aber nach solch einem Spiel sucht man immer nach Fehlern, klar“, nahm Keresztes diese Schwäche gelassen zur Kenntnis. Die Abschlussschwäche der Hawks sollte am Ende auch das Pendel zu Gunsten von Fire ausschlagen lassen. Alleine 14:4 Torschüsse für Passau weist die Statistik aus, „aber Deggendorf hat das schlau gemacht und sie haben ihre einzige Chance eben genutzt“, meinte Keresztes. Eine Chance, die die Black Hawks selbst ermöglichten. Keeper Daniel Huber leistete sich einen Schnitzer, ließ eine vermeintlich harmlose Scheibe abprallen, John Sicinski war zur Stelle, 3:4 (58. min). Nun wirkten die Hawks wie gelähmt, selbst ein Powerplay in den beiden Schlussminuten und der Tausch Torwart gegen Feldspieler brachten nicht mehr den erhofften Ausgleich. „Das war hart, ok. Aber nun müssen wir wieder nach vorne schauen, jedes Spiel ist nun schon fast ein Endspiel“, richtete Otto Keresztes wenige Minuten nach dem packenden Derby den Blick schon wieder nach vorne. Gäste Trainer Eisenhut freute sich zwar über den Erfolg, „aber die Saison beginnt noch mal neu. Entscheidend sind die Play-offs und ich wünsche mir, dass wir uns im Finale noch einmal gegenüber stehen.“ Ein Wunsch, mit dem sich die Black Hawks sofort anfreunden könnten.

Tore: 1:0 (0:24) Setz (Gomow, Majer), 2:0 (5:24) Gomow (Setz, Zollo), 1:2 (8:22) Greilinger (Weinzierl P., Kock/5-4), 2:2 (16:28) Kock (Greilinger), 3:2 (22:49) Gantschnig, 3:3 (24:27) Simbeck (Sicinski, Kulzer/5-4), 3:4 (57:46) Sicinski (Simbeck, Saßmannshausen). Strafen: Passau 12, Deggendorf 20. Zuschauer: 1500 (ausverkauft).

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