Black Hawks mit gelungener Play-off Premiere

Indians zu Gast bei den Black HawksIndians zu Gast bei den Black Hawks
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Der erste Grundstein zum Einzug ins Halbfinale der Bayernliga-Play-offs ist gelegt. Die EHF Passau Black Hawks haben ihren Heimvorteil gegen die Höchstadt Alligators genutzt und am Ende ungefährdet 5:2 (2:0, 1:1, 2:1) gewonnen. Allerdings machten es die Hawks im Schlussdrittel spannend und ließen die Gäste nach dem 3:0 wieder auf 3:2 heran kommen, ehe Jaro Majer für die Vorentscheidung sorgte. Die übrigen Treffer bejubelten vor rund 1200 Zuschauern in der Passauer Eis-Arena zweimal Kurt Reichermeier, Daniel Zollo und Fabian Hadamik.

Vielleicht war es die Anfangsnervosität, schon nach knapp drei Minuten wurden die Nerven der Passauer Fans mehr beansprucht als es den meisten recht war. Christian Mitternacht und Kurt Reichermeier mussten in die Kühlbox. In dieser Phase zeigte jedoch die Hawks Abwehr, warum sie die beste der Liga ist: Die Alligators konnten sich kaum nennenswert im Angriffsdrittel festsetzen, die wenigen Schüsse wurden Beute von Keeper Daniel Huber. Die passende Antwort auf diese bangen Minuten lieferten die Gastgeber, das erste Überzahlspiel brachte das 1:0: Christian Setz hatte das Auge für den freien Daniel Zollo, der den Puck gekonnt versenkte (7.). Das nächste Überzahlspiel der Hawks blieb ohne Erfolg, stattdessen eine Schrecksekunde für Torwart Daniel Huber. Plötzlich klingelte es gewaltig an seinem Gestänge, Glücksgöttin Fortuna saß aber auf der Querlatte. Wieder lieferten die Hawks die Antwort. Im Gegenzug zog Kurt Reichermeier ab, Alligators-Goalie Martti Hirvonen leistet sich einen Lapsus und ließ die Scheibe über seine Fanghand ins Netz kullern (13.). Danach bekamen die Hawks immer mehr Kontrolle über Spiel und Scheibe. Die Mittelfranken dagegen gaben ihre defensive Linie trotz des 0:2 aus ihrer Sicht nicht auf.

Im Mittelabschnitt gehörte die erste Chance den Gastgebern, Andi Popp scheiterte knapp. Erst Kurt Reichermeier zielte genauer: Mit seinem dynamischen Antritt ließ er die Alligators in der Abwehr zahnlos aussehen, sein Schuss fand den Weg zum 3:0 ins Tor (27.). Damit schien das Spiel beinahe schon entschieden, aufgeben wollten die Höchstädter aber noch lange nicht. Das wäre möglicherweise anders gewesen, hätte Torwart Martti Hirvonen nicht Sekundenbruchteile vor Kurt Reichermeier einen klugen Querpass von Andi Popp abgefangen. Möglicherweise fühlten sich die Hawks bereits zu sicher, ein Powerplay brachte die Alligators wieder zurück. Zunächst war noch der Pfosten im Weg, Sekunden darauf gelang Zbynek Kukacka der 1:3-Anschlusstreffer (39.).

Zu Beginn des Schlussdrittels mussten sich die Hawks mit einem Mann weniger gegen die Höchstädter Angriffe wehren, Keeper Daniel Huber zeigte sich aber auf dem Posten. Dennoch glückte Höchstadt das 2:3, Johannes Oeser probierte es auf eigene Faust (46.). Damit war endgültig wieder Spannung im Spiel. Mehr als eine gute Schussmöglichkeit sprang danach bei einem Hawks Powerplay aber nicht heraus. Zum Glück konnten sich die Gastgeber auf Jaro Majer verlassen, der pünktlich seinen Handbruch auskuriert hat. Mit einer blitzschnellen Direktkombination hatten Helmut Kößl und Christian Setz den Slowaken alleine auf die Reise geschickt. Majer spielte alleine vor Hirvonen seine Klasse aus, verlud den Keeper und verzückte mit 4:2 den Anhang (51.). Wenige Augenblicke später hatten die Hawks gleich zwei Mann mehr auf dem Eis, diese Chance sollte nicht ungenutzt verstreichen. Einen geschickten Querpass von Richard Tischler donnerte Fabian Hadamik als Onetimer ins Netz. In den Schlussminuten konnten die Gäste nicht mehr zusetzen, die Hawks beschränkten sich auf Ergebnisverwaltung und haben in der Serie „best of three“ die Führung übernommen.

Für leichte Verwirrung sorgten nach der Schlusssirene die Gäste, die ohne „shake hands“ die Eisfläche verließen – in den Play-offs allerdings so üblich: Den sportlichen Gruß gibt’s erst, wenn die k.o. Serie entschieden ist. Deswegen verzichtete Trainer Otto Keresztes auch darauf, die Partie zu analysieren, die volle Konzentration gilt nun dem Rückspiel der Hawks kommenden Freitag in Höchstadt. Dort kämpfen die Mittelfranken bereits um ihre letzte Chance, in der Hauptrunde hatten die Hawks im Aischgrund eine Niederlage kassiert. Nicht zuletzt deswegen wird auch diesmal Trainer Keresztes von „seinen Jungs“ alles abverlangen müssen.

Tore: 1:0 (6:15) Zollo (Setz/5-4), 2:0 (12:08) Reichermeier (Zollo, Popp), 3:0 (26:43) Reichermeier, 3:1 (38:20) Kukacka (Sikorski/4-5), 3:2 (45:06) Oeser, 4:2 (50:21) Majer (Setz, Kößl), 5:2 (52:26) Hadamik (Schreyer, Tischler/5-3). Strafen: Passau 14, Höchstadt 26 + 10 (Dubinsky). Zuschauer: 1150.