Black Hawks fehlt noch ein Sieg zur Meisterschaft

Indians zu Gast bei den Black HawksIndians zu Gast bei den Black Hawks
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Die vorletzte Hürde auf dem Weg zur Bayernligameisterschaft haben die EHF Passau Black Hawks in Peißenberg übersprungen. Obwohl die Gastgeber über weite Strecken optisch überlegen waren, fuhren die Hawks einen souveränen 3:0 (2:0, 1:0, 0:0)-Sieg ein. Damit behalten die Passauer vor dem letzten Spieltag weiter mit einem Punkt Vorsprung auf Deggendorf die Tabellenführung. Für die Tore in Oberbayern sorgten Setz, Kößl und Landstorfer.

„Die Jungs haben in Peißenberg wieder ihren unglaublichen Siegeswillen in die Waagschale geworfen, ich bin beeindruckt“, schwärmte Karl-Heinz Duschl noch lange nach Spielschluss von der Leistung seiner „Mannschaftskameraden“. Denn der sportliche Leiter der Hawks saß in Peißenberg als back-up Goalie auf der Bank, Michael Herzog konnte wegen einer Prüfung nicht dabei sein. Daneben musste Trainer Otto Keresztes auch auf Christian Mitternacht, den gesperrten Alexander Gantschnig und den weiter verletzten Jaro Majer verzichten. Die Leistung der Hawks sollte aber unter den Ausfällen nicht leiden, im Gegenteil, „man hatte den Eindruck, die Jungs sind noch näher zusammen gerückt und haben eine leidenschaftliche Spielweise an den Tag gelegt“, freute sich Karl-Heinz Duschl über den hart erkämpften Erfolg. Den ersten Grundstein dafür legte Top-Torjäger Christian Setz, der in Überzahl vor dem Peißenberger Gehäuse seine Routine ausspielte und überlegt die Hawks in Front brachte (3.). Nach der verdienten Führung taten sich die Hawks schwer nachzulegen. Schuld daran die vielen Strafzeiten, die gegen die Hawks ausgesprochen wurden. Doch über die ganze Spielzeit hinweg sollte das Penaltykilling funktionieren, auch im Spiel 3 gegen 5 ließen die Passauer Verteidiger nur wenige Schüsse auf das eigene Tor zu. „Wir haben auch in diesen Phasen unseren mitgereisten Fans gezeigt, dass wir nicht mit leeren Händen wieder nach Passau fahren wollten“, verdeutlicht Duschl den „Biss“, der die Hawks auszeichnete. Dazu kam, „dass der Eishockey-Gott auf unserer Seite gewesen ist“, bemerkte Trainer Otto Keresztes erleichtert. Trotz der wütenden Peißenberger Angriffe im ersten Drittel jubelten die Hawks ein zweites Mal: Blueliner Helmut Kößl überraschte den Peißenberger Keeper mit einem knallharten Schuss, 2:0 (12.). Danach waren wieder die Verteidiger gefordert, die Hawks verstanden es aber, den brandgefährlichen Peißenberger Angriff (150 Saisontore) vom eigenen Gehäuse fern zu halten. Auch nach dem ersten Wechsel veränderte sich das Spielgeschehen nicht wesentlich. Peißenberg optisch überlegen, die Hawks mit klarem Defensivkonzept lauerten auf ihre Chance. Die bot sich in der 28. Minute in Überzahl und wurde prompt genutzt. Verteidiger Patrick Landstorfer, der eine gute Partie spielte, erkannte die Lücke und traf von der blauen Linie. Damit war die Entscheidung beinahe schon gefallen, auch wenn Peißenbergs Coach Norbert Strobl haderte, „wir waren 40 Minuten die überlegene Mannschaft und haben es einfach nicht verstanden, ein Tor zu schießen.“ Die Abwehr der Hawks, mit Abstand die beste der Liga, zeigte den Eishacklern ihre Grenzen auf. Bemerkenswert: Sowohl im Hinspiel (9:0) als auch in eigener Halle bissen sich die Oberbayern die Zähne aus. Sogar als im Schlussdrittel die Gastgeber schon früh alles auf eine Karte setzten und ihren Keeper für einen weiteren Feldspieler aus dem Kasten nahmen, war der Erfolg des Tabellenführers nicht mehr zu gefährden. „Ich glaube, die Peißenberger hätten noch eine Stunde spielen können, ein Tor wäre ihnen nicht gelungen“, orakelte Karl-Heinz Duschl.

Nach dem Sieg der Hawks und dem gleichzeitigen Erfolg von Deggendorf Fire, fällt die Meisterschaftsentscheidung zwischen diesen Teams nun erst am letzten Spieltag. Der EC Pfaffenhofen hat sich unterdessen nach einer überraschenden Niederlage aus dem Titelrennen verabschiedet. Während Deggendorf in Ulm/Neu-Ulm antreten muss, empfangen die Hawks den noch amtierenden Meister Höchstadt Alligators (Sonntag, 18:30 Uhr, Eis-Arena). Dabei müssen die Hawks unbedingt gewinnen, denn sollten Passau und Deggendorf am Ende punktgleich sein, entscheidet der direkte Vergleich zu Gunsten von Fire über die Platzierung. Doch Karl-Heinz Duschl ist optimistisch: „Mit diesem Mannschaftsgefühl, dieser Leidenschaft, diesem Willen: Wer soll uns stoppen? Wir werden auch gegen Höchstadt gewinnen.“

Tore: 0:1 (2:14) Setz (Kößl/5-4), 0:2 (11:02) Kößl (Setz), 0:3 (27:40) Landstorfer (Gerbl/5-4). Strafen: Passau 28 + 10 (Reichermeier), Peißenberg 28 + 10 (Barth).