Begeisternde Indians zu stark für Passau

Trainer-Duo macht weiterTrainer-Duo macht weiter
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In einer auf hohem Niveau stehenden Bayernliga-Partie haben die Memminger Indians die favorisierten Black Hawks Passau mit 4:0 (1:0, 1:0, 2:0) geschlagen. Dabei zeigten die Einheimischen die mit Abstand beste Vorstellung vor eigenem Publikum. Das zeigte sich begeistert und brachte eine lang vermisste Stimmung ins Memminger Eisstadion. Standing Ovations noch viele Minuten nach der Schlusssirene waren der Dank für eine eindrucksvolle Vorstellung, mit der die Indians die hochfavorisierten Passauer entzauberten.

Vor 727 Fans (kurioserweise exakt die Zuschauerzahl wie im Hinspiel) zeigten die Niederbayern, die auf ihren slowakischen Kontingentspieler Jaroslav Majer verzichten mussten, dass sie zurecht ganz oben in der Rangliste stehen. Kompaktes, schnelles und vor allem technisch hochstehendes Eishockey legte der Aufsteiger an den Tag und wollte endlich den ersten Sieg gegen die Indians erreichen. Aber die Memminger hielten dagegen und präsentierten sich (endlich) als Einheit. „Alle haben das gemacht, für das sie zuständig sind“, zollte dann auch Trainer Daniel Trunzer der gesamten Mannschaft ein Riesenlob. Einer stach dennoch heraus: Torhüter Rainer Vorderbrüggen. Mit seinen schnellen Reflexen brachte er die Passauer Stürmer zur Verzweiflung und in gleichem Maße sorgte er für Sicherheit bei seinen Vorderleuten. Hinten räumte die Abwehr kompromisslos auf, selbst bei einer 3:5-Unterzahlsituation zu Beginn des zweiten Durchgangs hielt die Indians-Festung. Und vorn lief die Scheibe, vor allem das Überzahlspiel konnte sich sehen lassen und war prompt vom Erfolg gekrönt. Martin Jainz zog von der blauen Linie ab und der immer besser werdende Bryan Phillips fälschte zum unhaltbaren 1:0 (17.) ab.

Nach der ersten Pause waren es dann die Gäste, die die Zügel zunehmend in die Hand nahmen und sich ein optisches Übergewicht erspielten. Ohne allerdings großartige Torschancen zu besitzen. Die Memminger Deckung stand und leitete ihrerseits immer wieder gute Kontermöglichkeiten ein. Und auch spielerisch zeigten die Indians-Angreifer ihre Fähigkeiten. Schnelle und sichere Kombinationen, im Memminger Eisstadion lange vermisst, forderten den Applaus der Fans heraus. Wie nach 28 Minuten, als Dale Crombeen und Andi Becherer die Passauer Abwehr als Slalomstangen benutzen, dann aber am – ebenfalls überragenden – Torhüter Huber scheiterten. Kurz vor Ende des zweiten Durchgangs dann der zweite Memminger Treffer, Klaus Micheller traf genau ins Tordreieck zum 2:0 und sorgte für eine kleine Vorentscheidung.

Zwar ergab sich Passau auch danach nicht seinem Schicksal, doch an diesem Tag waren die Indians auch vom Favoriten nicht zu besiegen. „Für uns war es eine Lehrstunde, wie musste erkennen, dass wir nicht einfach hier her kommen und die Punkte mitnehmen können“, haderte Passaus Trainer Keresztes vor allem mit seinen Stürmern, „die nicht in der Lage waren, gegen einen überragenden Torhüter zu treffen“.

Besser machten es die Indians, Martin Löhle erhöhte nach einem Break auf 3:0 (51) und kurz vor dem Ende setzte Markus Keinztel (60.) mit seinem 4:0 den Schlusspunkt. Passau hatte danach noch Glück, nicht noch höher zu verlieren. Markus Haschka traf 20 Sekunden vor dem Ende nur die Latte (einige wollten den Puck gar hinter der Linie gesehen haben) und Keinztels Treffer Mitte des zweiten Durchgangs ins verschobene Tor fand keine Anerkennung.

In der anschließenden Pressekonferenz herrschte seit langer Zeit wieder ’eitel Sonnenschein’, auch, weil die favorisierten Gäste den „verdienten Sieg“, so Keresztes, neidlos anerkannten. Und, weil die Mannschaft eindrucksvoll zeigte, was wirklich in ihr steckt. Die einzigen Wermutstropfen an diesem Abend war die leicht enttäuschende Zuschauerzahl und die Erkenntnis, dass der Rückstand auf die Play-off-Plätze in den noch ausstehenden Partien wohl nicht mehr aufzuholen ist.

Tore: 1:0 (17.) Phillips (Jainz, Löhle/5-4), 2:0 (38.) Micheller (Phillips, Becherer), 3:0 (51.) Löhle (Börner/4-4), 4:0 (60.) Keintzel (Nieder, Becherer/5-4). Strafen: Memmingen 16, Passau 20. Zuschauer: 727. (rad)