Aus für Titelverteidiger Sonthofen – Schweinfurt und Weiden aufgestiegen

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Hiobsbotschaft schon vor dem ersten Bully: wegen eines Magen-Darm-Infekts konnten die schwäbischen Leistungsträger Pavel Vit und Marc Sill nicht auflaufen, während die Gäste mit ganzer Meute anreisten. Dennoch legten die heimischen Bulls los, als wären die fränkischen „Hunde“ in Rot, statt in Schwarz gekleidet. Bereits nach 43 Sekunden gelang Ron Newhook mit seinem Tor ein Auftakt nach Maß. Und die Hausherren spielten aggressiv weiter, ließen den technisch feineren Mighty Dogs keinen Raum zum Kombinieren und keine Verschnaufpause an der Scheibe. Sie fuhren konsequent ihre Checks zuende – das erste Halbfinalspiel war ihnen Warnung genug: auch dort gingen sie nach wenigen Sekunden in Führung, doch Schweinfurt drehte das Spiel schon im Anfangsdrittel.

Diesmal zogen die Allgäuer davon. Michael Grimm und Adrian Hack schraubten das Ergebnis bis zur 15. Minute auf 3:0 und die fast ausverkaufte Halle bebte. Dann leistete sich Grimm seinen ersten Stockschlag, so dass Peppi Eckmaier im folgenden Überzahlspiel den Anschlusstreffer erzielen konnte. Nun wurde es hektisch auf dem Eis und wieder war Grimm beteiligt: Sein Check von hinten ermöglichte ihm, zunächst zwölf Minuten auf der Strafbank abzukühlen. Sekunden später zeigte Schweinfurts Alex Funk, wie man mit einem Stockschlag noch größere Wirkung erzielen kann: Nach dem anschließenden Disput mit Opfer Christian Tarrach durften beide mit Spieldauer-Disziplinarstrafen vorzeitig unter die Dusche. – Etwas harte Schiedsrichterentscheidungen für ein Play-off-Spiel.

Diese Strafenflut beendete den Spielfluss auf beiden Seiten und führte sieben Minuten später gar zu einem Unterzahltor der Gäste: Markus Koch zog von der äußeren rechten Seite der blauen Linie einen Schuss vors Tor, den Jens Feuerfeil ungehindert vom nebenstehenden Verteidiger zum Tor abfälschen konnte. Kaum war wieder Spielergleichstand auf dem Eis hergestellt, da durfte Bull Christian Tarrach wegen eines Stockstichs zum vorzeitigen Duschen und hinterließ sein Team in fünf-minütiger Unterzahl.  Und um die Eisfläche übersichtlicher zu halten, folgte ihm anschließend Dog Feuerfeil wegen eines Bandenchecks in gleicher Mission. Tore vermochte kein Team in jeweiliger Überzahl zu erzielen. Vielmehr war das Spiel nun zerfahren und Schiedsrichter Gasda längst Getriebener seiner unkonzilianten Spielleitung geworden.

Zu Beginn des Schlussabschnitts schlug Grimm dann erneut mit dem Stock, wanderte wieder auf die Strafbank und verhalf so den Gästen zum Ausgleichstreffer: Aus dem Gewühl vor dem Tor konnte Teemu Koskinen, wieder unbehelligt von umherstehenden Verteidigern, den Puck ins Gehäuse von Goalie Thomas Zellhuber drücken. Ungestört von weiteren Strafen entwickelte sich nun ein Schlagabtausch, in dem die Unterfranken das Spiel entwickelten und die Illerstädter immer wieder gefährliche Konter auf das von Benjamin Dirksen gehütete Gästetor fuhren. Zunehmend schwanden jedoch die Kräfte beider Teams, so daß die Entscheidung im Penaltyschießen fallen musste. Hier trafen Marcel Juhac und Filobok für die Gäste, während lediglich Newhook für die hausherren zu verwandeln wusste.

Tore: 1:0 (1.) Newhook (Krötz), 2:0 (10.) Grimm (Vaitl) 5-4, 3:0 (15.) Hack (Newhook, S. Tarrach), 3:1 (16.) Eckmair 5-4, 3:2 (25.) Feuerfeil (Eckmair, Koch) 4-5, 3:3 (45.) Koskinen 5-4, 3:4 Filobok GWS
Strafen: Sonthofen 22 + 10 Grimm + 20 Chr. Tarrach + 20 Friedl, Schweinfurt 20 + 10 Dürr + 20 Funk + 20 Feuerfeil
SR: Gasda, LR: Lohmann, Wimberger
Zuschauer: 1.951