Aufholjagd wird nur mit einem Punkt belohnt

Aufholjagd wird nur mit einem Punkt belohntAufholjagd wird nur mit einem Punkt belohnt
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Wenn der beste Spieler des Gegners einmal mehr der Torhüter ist, spricht das einmal mehr Bände über den Spielverlauf. Schon im ersten Drittel dominierten die Islanders die Partie und hatten bei 18:9 Torschüssen mehrfach die Möglichkeit in Führung zu gehen, aber immer stand der überragende TEV- Keeper Florian Hochhäuser im Weg. Gleich zu Beginn der Partie hatten die Lindauer zwei Minuten lang die Chance, in doppelter Überzahl zu spielen, nutzten diese aber nicht. Auf der anderen Seite standen die Islanders zweimal in Unterzahl unter Druck zeigten aber ein gutes Penalty-Killing. „Das war stark, wie die Mannschaft in Unterzahl agiert hat“, lobte demzufolge auch Trainer Willy Bauer. Weniger lobenswert fand er den Fehler in der neutralen Zone, nach dem die Gäste drei Sekunden vor der Pause durch Sebastian Klett das 0:1 erzielten. „So etwas dürfen wir uns nicht erlauben. Erfahrene Spieler, wie die von Miesbach nutzen das aus.“

Mit der Führung im Rücken trat der TEV im zweiten Drittel mehr wie ein Tabellenzweiter auf und zeigte seine Stärke. Auch wenn die Islanders weiterhin sehr gut dagegen hielten und selbst Möglichkeiten hatten, lag mehrfach auch das zweite Tor der Gäste in der Luft. Erneut hatte aber auch Michael Gundlach im Lindauer Tor einen sehr guten Tag erwischt. Eine Minute vor der Pause hatte der EVL- Keeper Pech, als ein Schuss von TEV- Kapitän Sebastian Deml an seinen Rücken prallte und von dort ins Tor rutschte. „Das war ein bitterer Moment. Aber die Mannschaft hat sich aufgerafft und Charakter gezeigt“, lobte Bauer die Reaktion auf das 0:2.

Diese Reaktion spiegelte sich in wilder Entschlossenheit wider. So kamen die Islanders aus der Kabine und nutzten gleich ihre erste Chance nach nur 42 Sekunden. Über Andreas Pufal und Tobias Fuchs schalteten die Weiß-Blauen blitzschnell um, so dass Pavel Mojtek zum Anschlusstreffer vollenden konnte. Danach drückten die Gastgeber auf das Tempo, sorgten für viel Wirbel im gegnerischen Drittel und begeisterten die 450 Zuschauer in der Eissportarena. Belohnt wurde die Aufholjagd Vier Minuten vor Schluss. In Überzahl nutzte Matthias Schwarzbart die Vorarbeit von Tobias Fuchs zum viel umjubelten und hoch verdienten 2:2- Ausgleich und Stand nach 60 Minuten. „Gegen so einen Gegner so zurück zukommen und einen Punkt zu holen. Darauf können wir aufbauen“, sagte Bauer.

Es hätte sogar ein zweiter Zähler werden können. Am Ende unterschieden aber einmal mehr nur Kleinigkeiten ein Spiel der Islanders, die sogar im Penaltyschießen zweimal die Möglichkeit zum Sieg hatten. Zunächst verpasste Pavel Mojtek die Entscheidung mit dem letzten Schuss der ersten Penaltyserie – zuvor hatten Sebastian Deml (TEV) und Milan Liebsch getroffen. Danach brachte Mike Dolezal den EVL in Führung, allerdings traf im Gegenzug erneut Deml – ein Fehlschuss hätte den Lindauer Sieg bedeutet. Beim letzten Lindauer Schuss blieb Jim Nagles Scheibe auf der Linie liegen, während Rainer Suchan zum schmeichelhaften Gästesieg verwandelte. Trotz des 2:3 konnten die Islanders aber mit erhobenem Haupt vom Eis gehen.