Applaus für den EVL – Punkte für BayreuthEV Lindau

Applaus für den EVL – Punkte für BayreuthApplaus für den EVL – Punkte für Bayreuth
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879 Zuschauer (neue Saison-Bestmarke) gingen dennoch zufrieden nach Hause. Denn die Islanders, die ohne Varian Kirst, Zdenek Cech, Matthias Schwarzbart, Timo Krohnfoth, Markus Schweinberger und Jiri Kunce antreten mussten, hatten alles aus sich herausgeholt. „Das war absolut in Ordnung, so kann man verlieren, auch wenn es heute leider zwei Tore zu hoch ausfiel“, bilanzierte EVL- Vorsitzender Marc Hindelang. 51 Minuten lang habe man kämpferisch und taktisch sehr gut gespielt, meinte auch Trainer Pavel Mojtek nach dem lange spannenden Match. Im Tor hatte sich der Coach für Nicolai Johansson entschieden – und damit goldrichtig gelegen. Der 23-Jährige machte sein wohl bestes Spiel im EVL-Trikot und gab seiner Mannschaft mit tollen Paraden viel Rückhalt.

Bayreuth war erwartungsgemäß spielerisch das bessere Team und hatte in der Anfangsphase eine doppelte Überzahl, die die Lindauer dank viel Einsatz schadlos überstanden. Gleichzeitig hatte der EVL durch Fuchs sogar die Führung auf dem Schläger, die Gästekeeper Maximilian Müller vereitelte. Optisch waren die Gäste überlegen, die Islanders versprühten bei ihren Gegenangriffen aber stets Gefahr.

Letztlich war es die größere Durchschlagskraft und Qualität im Abschluss, die für eine Zwei-Tore-Pausenführung der Oberfranken sorgte. Nach 15 Minuten nutzte Michal Bartosch den Platz im Lindauer Drittel und traf genau in den Winkel. Danach schloss Andreas Geigenmüller einen schnellen Angriff zum 0:2 ab. Bitter für den EVL: Das Tor fiel sieben Sekunden vor der Pause und war zunächst ein Wirkungstreffer.

Die Lindauer fingen sich aber schnell: 83 Sekunden waren im zweiten Durchgang gespielt, als Manuel Merk entschlossen abzog und zum Anschlusstreffer ins Netz traf. Das wiederum zeigte bei den Gästen Wirkung, die mit so viel Gegenwehr wohl nicht gerechnet hätten. Mit viel Einsatz, Kampfgeist und einem weiter starken Johansson agierten die Islanders phasenweise auf Augenhöhe mit dem Topteam aus Bayreuth. In doppelter Überzahl war sogar der Ausgleich möglich (28.) – es folgte aber die kalte Dusche durch Marcel Juhasz, der einen zwei gegen eins Konter mit dem 1:3 abschloss (34.). Aber auch das schockte die Lindauer nur kurz. Nur zwei Minuten später bugsierte Tobias Fuchs die Scheibe im Fallen zum erneuten Anschluss ins Gästetor. Sekunden vor der Pause hatte Sascha Paul sogar den Ausgleich vor Augen, scheiterte aber denkbar knapp. Noch enger ging es kurz nach Wiederbeginn zu, als Martin Masak Benjamin Arnold freispielte, dessen Schuss Müller irgendwie noch vor der Linie klären konnte. Nicht wenige Lindauer Fans hatten die Scheibe dabei hinter der Linie gesehen.

Dass es für den EVL zu mehr nicht reichte, hatte dann hauptsächlich zwei Gründe: Bei den Gastgebern schwanden nach dem großen Fight dann doch die Kräfte und Bayreuth nutzte eiskalt seine Kontermöglichkeiten.

„Es war hart. Wir hatten drei, vier Spieler mit über 30 Minuten Eiszeit. Das macht sich irgendwann bemerkbar“, sagte Trainer Pavel Mojtek. Schade für ihn und sein Team, dass es am Ende unter Wert geschlagen wurde. Drei blitzsaubere und schnelle Gegenangriffe schlossen die Tigers durch Christopher Kasten, Marcel Juhasz und Michal Bartosch in der 51., 55. und 59. Minute zum 2:6 ab. Dennoch galt der Applaus der Zuschauer zurecht auch dem EVL, der eine starke Teamleistung geboten hatte. „Ich ziehe den Hut vor unserer Mannschaft“, sagte Sportchef Bernd Wucher. Die Punkte müssten die Islanders nun halt gegen andere Teams holen.