Ära Bauer geht zu Ende

Ära Bauer geht zu EndeÄra Bauer geht zu Ende
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Der Grund für diesen tiefgreifenden Schritt beim EVL liegt vor allem in der großen Belastung Bauers durch den umfangreichen Job als Betriebsleiter der neu geschaffenen Eissport-Arena. Eine 100%ige-Konzentration auf noch erfolgreicheres Bayernliga-Eishockey kann Bauer durch die Doppelbelastung nicht mehr gewähleisten:  „Nach diesen schönen und erfolgreichen fünf Jahren war es keine leichte Entscheidung, aber die Belastung ist einfach zu groß geworden“, so Bauer. Für die Islanders ein fast schon epochaler Einschnitt, stand Bauer doch im schnelllebigen Trainergeschäft ein halbes Jahrzehnt an der Bande, solange wie kein Trainer beim EV Lindau vor ihm.

„Wir respektieren diesen Schritt, der nach langem gegenseitigen Austausch gemeinsam getroffen wurde. Willy Bauer ist der Schlüssel zu unserem Aufschwung der letzten Jahre“, sagt der 1. Vorsitzende Marc Hindelang. Auch der sportliche Leiter, Bernd Wucher sieht die Entwicklung mit etwas Wehmut: „Wir haben Willy unendlich viel zu verdanken. Er ist der Architekt dieser tollen Truppe und der damit einhergehenden Eishockey-Euphorie in Lindau. Wir haben mit seinem Wechsel in den Nachwuchs die beste Lösung für alle Beteiligten gefunden - vor allem werden wir mit diesem großen Schritt unseren hohen Anforderungen an unseren Nachwuchs weiter gerecht. Wir freuen uns, dass es mit Willy beim EV Lindau weiter geht.“

Die Bilanz von Bauer als Coach der 1. Mannschaft bei den Islanders kann sich mehr als sehen lassen: In der Saison 2006/07 übernahm Bauer die Geschicke bei den Islanders und wechselte vom  Ligakonkurrenten, den Trostberg Chiefs an den Bodensee. Damals zu einem durchschnittlichen Landesligisten, eher mit Tendenz Richtung Abstiegsrunde. Bauer war es, der das Lindauer Eishockey aus dem Dornröschen-Schlaf weckte und professionelle Strukturen in die Arbeit mit der 1. Mannschaft brachte.

Was folgte, waren unglaublich erfolgreiche Jahre und die verdiente Ernte: der Aufstieg! Zuvor brachte Bauer seine Cracks viermal hintereinander in die Aufstiegsrunde und bescherte den Lindauern ungekannte Eishockey-Highlights mit tollen Endspielen gegen Hochburgen wie Regensburg, Selb oder Weiden. 2010 erfolgte der verdiente Gang in die höchste bayerische Spielklasse, der so lange ersehnten Bayernliga und damit die vorzeitige Krönung der Erfolgsgeschichte. Und Bauer konnte sie sogar bestätigen: Ein vorzeitig erreichter Nichtabstieg und der 11. Platz der Gesamttabelle der Vorrunde als Neuling. Diese Leistung kann man getrost noch höher bewerten, als der Aufstieg ein Jahr zuvor. Eine unglaubliche Bilanz des ehrgeizigen gebürtigen Oberbayern, der aus dem Lindauer Eishockey nicht mehr wegzudenken ist.

Auch deshalb wird Willy Bauer in der Zukunft den Islanders treu bleiben und als Headcoach den EVL-Nachwuchs entscheidend formen. „Seine mit Abstand größte Leistung, fern von Ergebnissen, war, dass er die Lindauer Eigengewächse von der Landesliga Mittelklasse zu Bayernliga-Spielern geformt hat. Nun arbeiten wir gemeinsam an der künftigen Islanders Generation. Wenn man hier einen im Seniorenbereich so erfolgreichen Mann in den Nachwuchs einbauen kann, ist das ein Quantensprung für den EVL“, so Hindelang weiter.

Ein Nachfolger für Willy Bauer für die 1. Mannschaft steht laut Hindelang bislang noch nicht fest. „Wir sind in Gesprächen und diese sind auch schon fortgeschritten. Wir werden unseren Fans und der Mannschaft einen sehr guten Trainer präsentieren. Das können wir schon mal versprechen. Worauf Willys Nachfolger bauen kann ist: Er übernimmt eine völlig intakte Mannschaft.“