4:6 nach 3:1 – EV Lindau verschenkt Punkte in Dorfen

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Dabei war alles getan worden, um optimale Bedingungen für die Islanders zu schaffen. Kontingentspieler James Nagle wurde gleich nach der Landung aus den USA vom Frankfurter Flughafen von Sponsor RN Shuttle Service zum Spielort gebracht, wo der Stürmer trotz Jetlag nach seinem Überseeflug einer der Besten war und zwei Tore vorbereitete.

Überhaupt war der Start der Lindauer vom Feinsten. Schon nach anderthalb Minuten traf der erneut im Sturm aufgebotene Verteidiger Tobias Fuchs nach einer starken Einzelaktion mit einem Schuss in den Winkel zum 0:1. Nur 50 Sekunden später erhöhte Jiri Kunce in Überzahl sogar auf 0:2, nachdem er einen klugen Querpass von Nagle einschoss. Dorfen kam zwar postwendend zum Anschlusstreffer durch Alexander Koß (3.), aber auch darauf fand der EVL eine Antwort: Fuchs bediente den links durchstartenden Christof Hehle der in der 7. Minute den zwei Tore Vorsprung wieder herstellte.

Was danach folgte, erklärte ein erboster EVL-Trainer Michael Rossi mit einem Wort: „Arroganz“. Nach acht Minuten habe die Mannschaft das Spiel abgehakt, überheblich agiert und den Gegner stark gemacht. Vor allem durch Fehler in der eigenen Zone sorgten die Islanders immer wieder für Gefahr vor dem erneut guten Torhüter Michael Gundlach. Der war allerdings nach 13 Minuten machtlos als Dorfens starker Ausländer Chad Anderson den erneuten Anschluss erzielte.

Immer mehr gerieten die Lindauer unter Druck, woran auch die Drittelpause nichts änderte. Aus Überheblichkeit wurde Unsicherheit, die das junge, sich nie aufgebende Dorfener Team nutzte. Mit einem Doppelschlag in der 24. und 25. Minute drehten Sebastian Bellstedt und Dominic Koß das Spiel zugunsten der „Eispiraten“. Rossi nahm danach eine Auszeit, aber auch das half nicht, die außer Rand und Band agierenden Islanders zur Raison zu bringen. Im Gegenteil: Dominik Gerbl erzielte in der 28. Minute den vierten Dorfener Treffer in Folge und den Pausenstand von 5:3.

Im Schlussabschnitt präsentierte sich der EVL dann wieder verbessert und versuchte zu einer Resultatsverbesserung zu kommen. Allerdings taten sich die Gäste gegen die kompakt agierenden Eispiraten schwer, zumal auch der letzte Wille und der absolute Zug zum gegnerischen Tor selten zu sehen waren. Dennoch gelang ausgerechnet in Unterzahl der Anschluss: Nagle hatte den Puck erkämpft, Andreas Pufal den durchstartenden Mike Dolezal gesehen, der in der 47. Minute zum 5:4 traf. Die Gäste waren wieder im Spiel, es folgte ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Allerdings fehlte beim EVL die Durchschlagskraft. „Wir werden das nicht als Ausrede benutzen, aber unsere Ausfälle machen uns schon zu schaffen“, sagte Rossi. So hatte sich mit Michael Waldherr im Abschlusstraining am Donnerstag kurz vor Schluss ein weiterer Stürmer eine Bänderverletzung am Knie zugezogen und droht langfristig auszufallen. So waren es erneut fünf wichtige Spieler, die bei den Lindauern fehlten. „Im Grunde fehlt uns der erste Sturm“. Allerdings verwies Michael Rossi auch darauf, dass bei Dorfen ebenfalls zwei der besten Spieler ausfielen. „Wenn man 60 und nicht nur acht Minuten lang Eishockey spielt und eine gute Einstellung zeigt, gewinnt man dieses Spiel trotzdem.“ Da konnte auch das solide Debüt des reaktivierten Routiniers Peter Kraus wenig daran ändern. Kraus hatte sogar noch die Chance zum Ausgleich (52.). Ebenso wie Andreas Pufal, dessen Schuss Sekunden vor Schluss – die Islanders spielten in Überzahl und ohne Torwart mit sechs gegen vier - durch die Schoner von ESC-Goalie Tanzer an den Pfosten prallte. Im Gegenzug traf Anderson drei Sekunden vor dem Ende zur Entscheidung ins leere Lindauer Tor. Für Dorfen ein hoch verdienter 6:4- Sieg – weil der EVL fahrlässig Punkte verschenkte.