Erika-Heß-Eisstadion wird Impfzentrum – FASS Berlin vorübergehend ohne StadionAkademiker müssen ausweichen

Das Erika-Heß-Eisstadion ist die Heimat von FASS Berlin. (Foto: FASS Berlin)Das Erika-Heß-Eisstadion ist die Heimat von FASS Berlin. (Foto: FASS Berlin)
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Das Erika-Heß-Eisstadion ist eine Multifunktionsanlage, die von Ende August bis Anfang April von verschiedenen Eissportarten (Eishockey, Eiskunstlauf, Eisstockschießen) genutzt wird und für den öffentlichen Eislauf zur Verfügung steht. Im Unterschied zu den fünf anderen Impfzentren Berlins stand das Stadion auch in Corona-Zeiten nicht leer, sondern wurde von den ansässigen Vereinen intensiv genutzt. Grundlage hierfür waren Schutz- und Hygienekonzepte, die vorbildlich funktioniert haben.

FASS Berlin ist der einzige Eishockeyverein, dessen Trainings- und Spielbetrieb im Erika-Heß-Eisstadion stattfindet. Mit dem Beschluss des Senats wird FASS Berlin bis auf weiteres heimatlos. Betroffen sind 325 Sportler, die in vier Herren-Seniorenmannschaften, einer Damen-Seniorenmannschaft und acht Nachwuchsmannschaften aktiv sind. Im Berliner Eishockey ist FASS Berlin hinter den Eisbären die Nummer zwei.

Der Freie Akademische Sportverein Siegmundshof e.V. ist 1962 aus dem Studentensport der TU Berlin hervorgegangen. Seit 1972 ist FASS ein reiner Eishockeyverein, der von Beginn an seine Heimat im 1967 gebauten Eisstadion Wedding hatte. 1987 wurde das Stadion zum Gedenken an die verstorbene Weddinger Bezirksbürgermeisterin Erika Heß umbenannt. FASS ist der älteste Eishockeyverein Berlins und einer der ältesten Vereine in Deutschland. Anders als viele andere Vereine war FASS stets wirtschaftlich gesund und stabil.

„Mit dem Beschluss, unser Heimatstadion als Impfzentrum einzurichten, verliert FASS Berlin seinen zentralen Ort. Schon zuletzt hat die Kapazität des Erika-Heß-Eisstadions nicht ausgereicht, um alle unsere Trainings- und Spielzeiten abzudecken, wodurch wir andere Eisstadien mitbenutzen mussten. Dass dies jetzt zum Dauerzustand werden soll, ist für Sportler, Trainer, Betreuer, Eltern und Fans eine schwere Belastung“, erklärt FASS Berlin in seiner Mitteilung.

Die Forderungen von FASS Berlin im Zitat:

„Das Erika-Heß-Eisstadion muss ab August 2021 wieder seiner Nutzung als Eisstadion zugeführt werden. FASS Berlin und die anderen Eissportvereine am Standort erhalten so ihre Heimat zurück.

In der Übergangszeit wird FASS Berlin an anderen Standorten bei der Verteilung von Eiszeiten gegenüber anderen Vereinen nicht benachteiligt.

FASS Berlin erhält einen wirtschaftlichen Ausgleich für Schäden, die durch den Verlust des Heimatstadions entstehen.

Natürlich verstehen wir die Notwendigkeit einer landesweiten Impfung. Viele unserer Mitglieder und Eltern arbeiten im Gesundheitssystem und sind unmittelbar im Kampf gegen die Corona-Pandemie engagiert. Allerdings sollte dies nicht auf dem Rücken des Eissports und unseres Traditionsvereins geschehen. Der Sport braucht Förderung – gerade zu Zeiten einer Pandemie.“

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