Weserstars sind MeisterWeserstars Bremen

(Foto: Hansepixx)(Foto: Hansepixx)
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Los ging es mit einem 6:3 (1:1, 1:1, 4:1)-Sieg in Bremerhaven. Die Vorzeichen standen nicht gut. Das erste Finale schien aus Sicht der Weserstars fast in den Hintergrund gerückt, denn das Lazarett füllte sich innerhalb der Woche zusehends. Mirco Ratajczak, Darian Wellmann, Marc Meinhardt und Norman Petermann fielen aufgrund von Verletzungen aus. Ein herber Schlag der erstmal verkraftet werden musste.

Doch vor knapp 500 Zuschauern (davon rund 120 aus Bremen) entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. So fiel das erste Tor des Abends in Überzahl. Für den REV traf Ali Soguksu zum 1:0. Die Weserstars spielten aber munter mit und kamen in der 16. Minute zum verdienten Ausgleich. Igor Schön erzielte den ersten Bremer Treffer. Im zweiten Abschnitt zeigte sich den anwesenden Zuschauern das gleiche Bild. Zwei Mannschaften, die sich fast neutralisierten, zeigten ein kämpferisch erstklassiges Spiel. In der 25. Minute die erstmalige Führung für die Gäste. Savva Knop erzielte seinen dritten Play-off-Treffer. Doch mit zunehmender Spieldauer wurden die Zweikämpfe verbissener und die Anzahl der Strafzeiten stieg. So mussten die Weserstars den Ausgleich in erneuter Unterzahl hinnehmen. Anthony Bridgeman egalisierte  für die Hausherren in der 39. Minute.

Einen Blitzstart legten die Weserstars zu Beginn des letzten Drittels hin. In Überzahl traf Paul Schön zum 2:3 für die Gäste. Alleine elf Strafzeiten verhängte der Schiedsrichter im letzten Abschnitt und es fand kaum noch ein Spiel in gleicher Spielerstärke statt. Und wie sollte es anders sein, gelang dem REV der Ausgleich zum 3:3 in Überzahl. Oliver Freymark erzielte den dritten Treffer für die Pinguine. Mittlerweile mussten die Weserstars auf Michael Sievert verzichten. Mit einen Cut und anschließendem Krankenhausbesuch war die Partie für ihn gelaufen.

Ab der 50. Spielminute kippte das Spiel. Wiederum ein Powerplay, diesmal für die Weserstars brachte die Führung für die Bremer. Alex Josch erhöhte wenige Minuten später mit einem Kontertor auf 5:3. Drei Minuten vor Ende der Partie nahm der REV seinen Goalie aus dem Gehäuse. Inmitten des „Überzahlspiels“ erkämpfte sich Christian Priem den Punkt und startete in Richtung Bremerhavener Tor. Nach dem er das gegnerische Drittel erreichte, passte er auf den mitlaufenden Paul Schön der zum 6:3-Endstand traf. Damit war die Entscheidung in Spiel eins gefallen.

Am Sonntag machten die Weserstars durch ein 6:5 (3:0, 2:3, 0:2, 1:0) nach Penaltyschießen im heimischen Paradice alles klar. Und das platzte fast aus allen Nähten. Offiziell 760 Zuschauer, es mögen vielleicht noch ein paar mehr gewesen sein, sorgten für einen würdigen Rahmen für dieses zweite Spiel. Knapp 100 Fans aus der Seestadt begleiten den REV nach Bremen.

Das Spiel hätte aus Bremer Sicht gar nicht besser beginnen können. Knapp sechs Minuten waren gespielt als Savva Knop das erste Bremer Tor erzielte. Und der Sturmlauf ging weiter. In der elften Spielminute schoss Christian Priem sein erstes von drei Toren an diesem Abend und gleichzeitig die 2:0 Führung. Als er in der zwölften Minute erneut Dennis Thiehoff im Bremerhavener Tor überwinden konnte, schien die Vorentscheidung gefallen.

Mit seinem dritten Tor,  Mitte des zweiten Drittels (29.) schienen die Träume der Weserstars nun Realität zu werden. Doch der REV zeigte Moral und brachte sich mit einem Doppelschlag (Soguksu und Freymark) in der 30. Minute zurück ins Spiel und die Weserstars mächtig in Bredouille. Als in der 36. Minute gar das dritte Bremerhavener Tor fiel, waren die Gäste zurück im Spiel. Mit dem fünften Bremer Tor durch Michael Sievert in der 40. Minute (im Powerplay) hatten die Hausherren wieder zwei Tore Vorsprung, doch der REV wurde nun gefährlicher in seinen Angriffsbemühungen.

Das letzte Drittel bot den anwenden Fans und Zuschauern noch einmal Dramatik und Action pur. Der REV Bremerhaven jetzt mit den größeren Spielanteilen, setzte die Weserstars unter Druck und schaffte in der 47. Minute den Anschlusstreffer durch Peter Boon. Knapp drei Minuten später gab es im Bremerhavener Fanlager kein Halten mehr. Tino Kelke traf in Überzahl zum Ausgleich.

Was für ein Spiel. Die letzten zehn Spielminuten waren nichts für schwache Nerven. Jeder Angriff hätte die Entscheidung bringen konnten. Doch als nach 60 Minuten der Abpfiff ertönte, ging dieses großartige Spiel in die Verlängerung. Hier fiel keine Entscheidung als musste das Penaltyschiessen entscheiden.

Und hier starteten die Weserstars mit Igor Schön der Dennis Thiehoff überwinden konnte. Für Bremerhaven traf Michael Fendt und die zweiten Schützen waren dran. Ales Jurcik trat für Bremen und verwandelte sicher. Für Bremerhaven vergab Peter Boon und so musste eine Entscheidung bei letzten zwei Akteuren fallen. Nachdem Christian Priem nicht erfolgreich war, hatte Dennis Lütjen die Chance auf den Ausgleich. Ein Maxim Jar im Tor der Weserstars, der die gesamten Playoffs eine klasse Leistung zeigte, hielt den Schuss und verwandelte das Paradice in ein Tollhaus. Im dramatischsten aller Finishs  holten sich die Weserstars den Sieg in Spiel zwei und damit verbunden die Meisterschaft.


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