Unglaubliche Schlussphase

Favorit war eine Nummer zu großFavorit war eine Nummer zu groß
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Was für ein Spiel! Nach erfolgreicher Abwehrschlacht führte der Neusser EV vier Minuten vor dem Ende mit 4:1 beim ESV Hügelsheim , ehe den Gastgebern mit einer Aufholjagd der nicht mehr für möglich gehaltene Ausgleich glückte. Mitten in den Hügelsheimer Jubel hinein fiel jedoch Boris Fuchs’ Siegtreffer, der den Neussern beim 5:4 (3:1, 0:0, 2:3)-Auswärtssieg drei nicht unbedingt eingeplante Punkte bescherte.

Nach den letzten Auftritten gingen die Schützlinge von Trainer Andrej Fuchs als Außenseiter in die Partie gegen den Zweitplatzierten. Der hatte in den bisherigen Spielen der Aufstiegsrunde überzeugende Vorstellungen gezeigt und konnte bislang nur von der Herner EG bezwungen werden, dies allerdings auch erst nach Penaltyschießen. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Gastgeber zu Beginn der Begegnung das Spiel bestimmten, zumal Neuss auch durch drei Strafzeiten in die Defensive gezwungen wurde. Folgerichtig fiel nach fünf Minuten der Führungstreffer durch Dan Law, der in Überzahl ein sehenswertes Solo über das komplette Spielfeld hinlegte und dieses mit dem 1:0 abschloss. Die ohne die beruflich verhinderten Daniel Hatterscheid und Max Rejhon angetretenen Neusser kamen erst nach acht Minuten besser ins Spiel und zu ersten Chancen durch Boris Fuchs und Lutz Klauck. Letztgenannter war es auch, der gute Übersicht bewies, als er bei einem Angriff auf Elvis Melia zurücklegte, der nicht lange fackelte und den Ausgleich markierte (10.). Auch in der Folgezeit blieb der NEV gefährlich, scheiterte aber an ESV-Torhüter Christian Sess oder dem Pfosten (Klauck/13.). Als in der 17. Minute gleich zwei Hügelsheimer auf das Sünderbänkchen geschickt wurden, klingelte es aber erneut in deren Gehäuse (Torschütze: Ronny Sassen). Da kurz zuvor eine weitere Strafe gegen die Hornets angezeigt wurde, ging es auch anschließend mit 5:3 weiter und so dauerte es nur 55 Sekunden, ehe der Puck erneut im Tor zappelte. Boris Ackermann hatte von der blauen Linie abgezogen und die Scheibe schlug flach im Gehäuse der Gastgeber ein. Mit einer unverhofften 3:1-Führung ging es in die erste Pause.

Nach einem torlosen Mitteldrittel stürmte der Tabellenzweite, und Neuss stemmte sich mit allem, was verfügbar war, gegen den Anschlusstreffer. Während die alles nach vorne werfenden Hornets immer wieder an Dennis Kohl verzweifelten, mehrten sich in der Folgezeit aber die Neusser Entlastungsangriffe. Geschickt störten die NEV-Cracks ihren Gegner beim Spielaufbau, was sich auszahlen sollte. Dennis von der Heiden fing ein Zuspiel ab, tanzte den bereits im zweiten Drittel eingewechselten Giuseppe Tavano aus und vollendete zum 4:1 (53.). Neuss bejubelte die vermeintliche Vorentscheidung, doch der Meister der Baden-Württemberg-Liga bäumte sich, angetrieben vom überragenden Dan Law, noch einmal auf. Dieser läutete mit seinem zweiten Treffer drei Minuten vor dem Ende die Aufholjagd ein. Hügelsheim nahm den Torhüter vom Eis und was dann passierte, wird allen Anwesenden wohl noch länger in Erinnerung bleiben. Knapp eine Minute vor dem Ende traf Sascha Mader zum 4:3 und nur neun Sekunden später verwandelte Tyler Resch die Baden-Airpark-Eisarena in ein Tollhaus. Die Halle stand Kopf, die Neusser ließen die Köpfe hängen, doch einer behielt die Nerven. Als die Gastgeber in der Hoffnung auf den K.O.-Schlag weiterstürmten, machte sich Boris Fuchs auf den Weg Richtung gegnerisches Tor. Dies erkannte auch Evgenij Kozhevnikov, der seinen Sturmpartner mit einem Pass über die halbe Eisfläche bediente, woraufhin der Routinier alleine auf Hügelsheims Torhüter zulief. Der Edeltechniker bewies wieder einmal seine Klasse im Duell 1:1 und schob zum Entsetzen der Hügelsheimer Zuschauer 40 Sekunden vor der Schlusssirene zum 5:4 ein. Diesen Vorsprung retteten die Neusser über die Zeit und belohnten sich so selbst für eine großartige kämpferische Leistung mit drei Punkten.

Tore: 1:0 (5:11) Law (Kern/5-4), 1:1 (9:12) Melia (Klauck, Dreseler), 1:2 (16:54) Sassen (Dreseler, Reisinger/6-3), 1:3 (17:49) Ackermann (Melia, Kozhevnikov/5-3), 1:4 (52:22) von der Heiden, 2:4 (56:53) Law (Kern, Mader/5-4), 3:4 (58:55) Mader (Law, Musga), 4:4 (59:04) Resch (Mader, Law/6-5), 4:5 (59:20) Fuchs (Kozhevnikov). Strafen: Hügelsheim 20 + 10 + Spieldauer (Mauderer), Neuss 40. Zuschauer: 410.

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