Ungewohnt schwach

Favorit war eine Nummer zu großFavorit war eine Nummer zu groß
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Eine hundertprozentige Leistung und ein Quäntchen Glück - will der Neusser EV der diesjährigen Übermannschaft aus Herne ein Bein stellen, dann muss schon alles stimmen. Am gestrigen Abend war beides leider nicht der Fall, die Folge war eine 3:7 (0:1, 1:3, 2:3)-Niederlage gegen den Top-Favoriten der Aufstiegsrunde zur Oberliga. Dabei zeigten die Neusser eine ungewohnt schwache Vorstellung und wurden dafür hart bestraft.

Wie bereits beim letzten Aufeinandertreffen ging es von der ersten Minute an direkt zur Sache. Diese war noch nicht abgelaufen, da tauchte Boris Fuchs frei vor Hernes Torhüter Solbach auf, ließ sich aber von einem Pfiff irritieren und vergab die Chance zur Führung. Diese nutzten dafür die Gäste, die in Person von Karl Jasik ihre erste Überzahl erfolgreich abschlossen (3.). In der Folgezeit eröffneten die nicht gerade sattelfesten Abwehrreihen auf beiden Seiten gute Möglichkeiten, die jedoch von den Torstehern verhindert wurden. Schienen die NEV-Cracks noch in den ersten zehn Minuten dem Ausgleich näher als die Blizzards dem 0:2, so bekamen Letztere die Partie in der zweiten Drittelhälfte deutlich besser in den Griff. Mit aggressivem Forechecking wurden die Fuchs-Schützlinge bereits beim Spielaufbau gestört, woraufhin viel Pässe ins Leere gingen. Beim standesgemäßen Zwischenstand von 0:1 wurden beide Teams zum Pausentee gebeten.

Auch zu Beginn des Mittelabschnitts blieben die Gysenbergler am Drücker, zumal hintereinander Boris Fuchs und Ralf Reisinger auf das Sünderbänkchen geschickt wurden. Wurde die erste Strafe noch schadlos überstanden, so beendete Alexander Baum die zweite mit einem Schuss vom Bullypunkt, der unhaltbar für Dennis Kohl im Winkel einschlug (24.). Nur drei Minuten später profitierte Pascal Adolfs von einem groben Abwehrschnitzer und legte das 3:0 für die nun deutlich überlegenen Gäste nach. Neuss war in dieser Phase fast nur durch Einzelaktionen gefährlich, mit denen Hernes Torhüter Solbach jedoch nicht zu bezwingen war. Mehr Glück im Abschluss hatte auf der anderen Seite Patrick Berger, der einen Abpraller zum 0:4 verwertete (37.). Wie bereits beim ersten Spiel im Südpark, bei dem der NEV aufgrund der kurzen Saisonvorbereitung noch deutlich unterlegen war, drohte ein Debakel, doch erneut kehrten die Neusser noch einmal zurück in die Partie. Mit einem Schuss von der blauen Linie konnte nun auch der NEV ein Überzahlspiel vorzeitig beenden, Daniel Hatterscheid brach den Bann. Dank des Anschlusstreffers blieb noch ein Funken Hoffnung auf eine Wende im Schlussabschnitt.

In diesem sorgte der Spitzenreiter jedoch schon bald für klare Verhältnisse. Zum dritten Mal nutzten die Herner eine Neusser Strafe aus, diesmal war es Mark Jablonski, der mit einem platzierten Flachschuss den alten Abstand wieder herstellte (45.). Trotz der Vorentscheidung wurde es anschließend noch einmal hektisch, weil es beide Seiten gelegentlich mit der Härte übertrieben. So musste Boris Ackermann nach einem Bandencheck mit Verletzungsfolge (Patrick Berger) vorzeitig unter die Dusche, während Hernes Robert Cavanagh Glück hatte, dass die Schiedsrichter seinen Stockstich gegen Ronny Sassen nur erahnen konnten und mit zwei Minuten mild bestraften. Nach dem zwischenzeitlichen 1:6 durch Alexander Baum besonnen sich die Kontrahenten in der Schlussphase jedoch wieder auf das Sportliche und legten noch insgesamt drei Tore nach. Für den NEV gestalteten Boris Fuchs und Elvis Melia das Ergebnis bei einem Gegentreffer von Cavanagh noch etwas freundlicher. Letztendlich war es neben der individuellen Klasse der Herner Akteure auch die hohe Fehlerquote im Neusser Spiel, die ein besseres Resultat verhinderte. Dennoch bleiben die Neusser nach der Niederlage auf dem dritten Platz, den es im Sonntags-Spiel bei den Dynamite aus Troisdorf zu verteidigen gilt.

Tore: 0:1 (2:45) Jasik (Baldys, Baum/5-4), 0:2 (23:29) Baum (Baldys, Jasik/5-4), 0:3 (26:22) Adolfs, 0:4 (36:15) Berger (Vanek, Müller), 1:4 (39:59) Hatterscheid (Kozhevnikov, Schröder/5-4), 1:5 (44:51) Jablonski (Baldys, Baum/5-4), 1:6 (49:37) Baum (Jasik, Jablonski/5-4), 2:6 (57:01) Fuchs (Melia/5-4), 2:7 (57:11) Cavanagh (Czerwiec, Klein), 3:7 (59:33) Melia (Reisinger). Strafen: Neuss 20 + 5 + Spieldauer (Ackermann), Herne 18. Zuschauer: 584.

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