Toller Kampf, aber trotzdem verloren

Wölfe verzichten auf Oberliga-TeilnahmeWölfe verzichten auf Oberliga-Teilnahme
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Die Harzer Wölfe sind im Play-off-Halbfinale der Regionalligen Nord und West ausgeschieden. In der zweiten Partie der Best of Three-Serie unterlagen die Wölfe vor heimischer Kulisse den hochfavorisierten Moskitos Essen nach einem harten Kampf mit 3:6 (3:3, 0:1, 0:2) und kassierten damit nach dem 2:6 am Freitag die zweite Niederlage. Im Finale treffen die Essener auf die Duisburger Füchse, die sich gegen Rostock mit 8:6 und 13:4 durchgesetzt haben.

Rund 1000 Besucher, darunter der Landtagsabgeordnete Götz und Landrat Mahnke (Goslar), hatten den Weg in das Wurmbergstadion gefunden und bildeten eine stimmungsvolle Kulisse. Von der ersten Sekunde an entwickelte sich eine spannende und intensiv geführte Partie, in der anders als am Freitag die Wölfe ihren Respekt von Beginn an abgelegt hatten. Dennoch gelang Frank Petrozza die frühe Führung für die Moskitos. Ein Befreiungsschlag in Unterzahl von Alexander Deibert traf Petrozza, der daraufhin völlig frei vor dem Tor stand und eiskalt abschloss. Obwohl Essen schnell das zweite Tor durch Maris Kruminsch nachlegte (6.), ließen die Wölfe die Köpfe nicht hängen. Erik Pipp sorgte für den Anschlusstreffer (10.), doch nur eine Minute später folgte der nächste Nackenschlag. Nach einem Harzer Scheibenverlust in Überzahl stürmte Essens Finne Antti-Jussi Miettinen alleine auf Wölfe-Goalie Mario D'Antuono zu und traf zum 1:3. Noch in derselben Überzahl traf wiederum Pipp mit einem satten Schuss zum 2:3 (11.). Die Wölfe waren im Spiel, hielten körperlich voll dagegen und hatten über schnelle Gegenstöße die Chance zum Ausgleich. Deibert scheiterte noch an Torsten Schmitt im Essener Tor. Besser machte es Stefan Bilstein, sein 3:3 verwandelte das Stadion in ein Tollhaus (17.). Stehende Ovationen der Zuschauer zum Drittelende waren der verdiente Lohn.

Im zweiten Durchgang übernahmen die Essener deutlicher das Kommando, die Wölfe blieben durch ihre Konter jedoch stets gefährlich. Benedikt Kastner sorgte nach einem schnellen Antritt für die abermalige Führung der Moskitos (29.). Pech für die Wölfe, dass das vermeintliche 4:4 durch Bilstein aus dem Gewühl heraus keine Anerkennung fand, Schiedsrichter Kühnel hatte die Partie Sekundenbruchteile zuvor unterbrochen (33.).

Trotz nachlassender Kräfte, Braunlage standen nur zwei Reihen zur Verfügung, Essen konnte auf vier Blöcke zurückgreifen, kämpften die Harzer im Schlussabschnitt um den Ausgleich. Petrozzas 3:5, wenngleich aus stark abseitsverdächtiger Position erzielt, bedeutete jedoch eine Vorentscheidung (45.). Wie sehr die vorangegangenen Minuten an der Kondition gezehrt hatten, zeigte sich sieben Minuten vor Schluss. Für komplette zwei Minuten hatten die Wölfe eine doppelte Überzahl, konnten sich gegen vehement verteidigende Moskitos aber keine klare Chance erspielen. Erst als die Gäste wieder komplett waren bot sich Bilstein nach einem Querpass die große Chance zum Anschluss, sein Schuss ging jedoch Zentimeter am leeren Tor vorbei. Stattdessen sorgte Miettinen 188 Sekunden vor Schluss bei einem Konter mit einem knallharten Schuss zum 3:6 für die endgültige Entscheidung. Trotz der Niederlage können die Wölfe, zumal nur mit einem Minikader auf dem Eis, stolz auf ihre Leistung sein und wurden vom Publikum zu Recht mit viel Applaus verabschiedet.

Trainerstimmen:

Uli Egen (Moskitos Essen): „Braunlage hat uns heute einen heißen Kampf geliefert. Am Freitag war es eine klare Sache, da haben wir schnell 4:0 geführt. Heute war mir klar, dass es schwer wird, hier zu spielen. Die Mannschaft aus Braunlage ist eine gute Mannschaft, sie haben uns das Leben gerade in den ersten 20 Minuten schwer gemacht. Ab dem zweiten Drittel haben wir das Spiel dominiert.“

Bernd Wohlmann (Harzer Wölfe): „Essen steht verdient im Finale. Wenn man sieht, dass wir seit Wochen mit zehn, elf Leuten spielen, dann war trotzdem heute das beste Spiel der Saison, was Einstellung und Kampfgeist angeht. Dafür gebührt der Mannschaft großer Respekt. Wir haben gezeigt, dass wir es verdient haben, in diesem Halbfinale zu stehen. Wir haben eine tolle Saison gespielt.“

Tore: 0:1 (2:57) Petrozza (5-4), 0:2 (5:38) Kruminsch (Hendle, Nieberle), 1:2 (9:03) Pipp (Schneider, Öttl/5-4), 1:3 (10:01) Miettinen (4-5), 2:3 (10:52) Pipp (Öttl/5-4), 3:3 (16:16) Bilstein (Öttl, Schneider), 3:4 (28:11) Kastner (Nieberle, Kohmann), 3:5 (44:24) Petrozza (Miettinen), 3:6 (56:52) Miettinen (Petrozza, Kohmann). Strafen: Braunlage 14, Essen 10. Zuschauer: 886.

Trotz des Ausscheidens aus den Play-offs ist die Saison für die Harzer Wölfe noch nicht ganz beendet. Da auch die Rostocker Piranhas in den Play-offs scheiterte, können nun doch noch die Spiele um den dritten Platz im Nordost-Pokalwettbewerb ausgetragen werden. Beide Mannschaften werden die Spiele mit ihren Saisonabschlussfeiern verbinden. Das Hinspiel findet am kommenden Freitag ab 20 Uhr im Braunlager Wurmbergstadion statt. Für die Wölfe-Fans bietet sich so die Möglichkeit, bei einem sportlichen Leckerbissen von ihrem Team Abschied zu nehmen. Im Anschluss an das Spiel wird auf dem Eis die traditionelle Trikotversteigerung durchgeführt. Danach kann gemeinsam mit der Mannschaft bei einer Fanparty die tolle Saison der Wölfe gefeiert werden. Das Rückspiel findet am 1. April, dem Gründonnerstag, in Rostock statt.


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