Tapfer gewehrt

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Ohne ein ganzes Dutzend Stammspieler hatten die Wölfe ohnehin nur eine minimale Chance, die Serie für ein viertes Spiel zurück nach Mainz zu holen. Von fehlender Tiefe im Kader als Hauptgrund zu sprechen, wäre beinahe noch untertrieben, da sich ein gesundheitlich angeschlagenes Trio in den Dienst der Mannschaft stellte und kurzfristig zwei Nachwuchsspieler rekrutiert wurden, um überhaupt eine spielfähige Mannschaft aufbieten zu können. „Unter diesen Voraussetzungen haben eine sehr gute Leistung gezeigt. Vor allem haben wir uns als echte Sportsmänner gezeigt und somit Werbung in eigener Sache und für das Mainzer Eishockey gemacht“, sagte Schott-Trainer Holger Pöritzsch.

Noch auf dem Eis zollte er seinen verbliebenen Mannen den Respekt des Trainer- und Betreuerstabs. „Ich ziehe meinen Hut vor den Spielern, die sich der Kulisse von fast 2000 Zuschauern gestellt und bis zur Schlusssirene gekämpft haben“, fuhr Pöritzsch fort. Gleichzeitig sprach er den Young Huskies seine Glückwünsche zu Meisterschaft und Aufstieg aus. „Kassel hat dreimal in der Serie gewonnen und ist somit verdient Meister. Es ist selbstverständlich, dass wir den Huskies zur Meisterschaft gratulieren und ihnen in der kommenden Saison viel Erfolg in der Regionalliga West wünschen“, sagte der Mainzer Bandenchef. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass seine Mannschaft keines der drei Spiele in kompletter Besetzung bestreiten konnte. „Allerdings weiß ich auch, dass es im Sport kein Wenn und Aber gibt. Am Ende zählt nun mal das Ergebnis. Dennoch haben wir uns gut verkauft.“

Und das auch am Samstag. Kassel rannte mit vier kompletten Blöcken an, Mainz wehrte sich mit elf Feldspielern, darunter die Juniorenspieler Artur und Maxim Mustaf. Zwar klingelte es nach einem doppelt abgefälschten Querschläger von Stefan Schemenauer bereits nach exakt vier Spielminuten hinter dem erneut hervorragenden Marc Stromberg, doch der Mainzer Rumpfkader ließ sich davon nicht erschüttern. Die Wölfe verteidigten klug und versuchten sogar selbst, vereinzelte Nadelstiche zu setzen. Kapitän Stefan Eisenträger hatte die wohl beste Gelegenheit zum Ausgleich auf dem Schläger, scheiterte jedoch freistehend aus dem Slot. Patrick Schädels 2:0 (24.) ließ die Partystimmung in der Kasseler Eissporthalle ansteigen, doch ein beruhigendes Polster war das noch nicht. Vaclav Cimburek scheiterte am Pfosten, und auch aus einer 100 Sekunden dauernden doppelten Überzahl konnte Mainz zur Spielmitte kein Kapital schlagen. Eisenträger fand mehrfach seinen Meister in Sajoscha Messing, und auch die Schüsse aus der Distanz fanden nicht ins Ziel.

Erst Philippe Heise konnte sein Team mit dem Ehrentreffer erlösen, allerdings stand zu diesem Zeitpunkt bereits ein 5:0 auf der Anzeigetafel (55.). Kassel hatte nach dem 3:0 durch Tim Andreas (38.) zu größerer Leichtigkeit gefunden und zwei Treffer durch Christian Wolff (44.) und Nils Vogel (46.) nachgelegt. Oliver Mizeras 6:1 (58.) bot Anlass, auf dem Eis letzte Nettigkeiten mit den Fäusten auszutauschen, doch das Scharmützel hatte sich rasch erledigt. Mit der Schlusssirene zog erneut Andreas Strich mit dem 7:1 einen Strich unter die leider nur drei Spiele währende Finalserie.

Für die Mainzer steht nun eine interne Analyse an. Insbesondere die personelle Situation gelte es kritisch zu überdenken, sagte Pöritzsch. Allerdings müsse man zunächst die Finalniederlage sacken lassen. „Dann machen wir uns die entsprechenden Gedanken“. Bis Anfang April haben die Wölfe am Bruchweg Eis und planen ein abschließendes Freundschaftsspiel, „mit dem wir uns dann von den Mainzer Fans anständig in die Sommerpause verabschieden können“, so der Coach. Termin und Gegner werden rechtzeitig bekanntgegeben.

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