Siegtreffer in letzter Sekunde

Erfurt mit weiteren NeuzugängenErfurt mit weiteren Neuzugängen
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Wer dachte das Ende des letzten Spieles am vergangene Freitag in Halle lässt sich nicht toppen, der musste sich am Freitagabend in der Erfurter „Kartoffelhalle“ eines besseren belehren lassen. War es in der letzten Woche noch der Ausgleichstreffer, der in allerletzter Sekunde erzielt wurde. So setzten die Black Dragons Erfurt gegen die Harzer Wölfe diesmal noch einen drauf und erzielten diesmal den 7:6-Siegtreffer, wiederum zeigte die Stadionuhr 59:59 an. Während im Gästeblock das blanke Entsetzen herrschte, kannte der Jubel der Erfurter keine Grenzen.

Vorrausgegangen war ein Spiel auf hohem Regionalliganiveau, bei dem beide Teams immer wieder Schwächen in der Defensive zeigten. Den besseren Start ins Spiel erwischten zunächst die Gäste, doch Drachengoalie Kai Fischer rettet mit zwei Glanzparaden das 0:0. Nun fanden auch die Gastgeber besser ins Spiel und konnten auch gleich die erste sich bietende Chance zur Führung nutzen. Rumid Masche scheiterte zunächst noch an Bannach, doch dieser lies den Puck genau auf den Schläger von Otte prallen und dieser bedankte sich mit dem Treffer zum 1:0 (6.). Diese Führung verlieh den Erfurtern allerdings nicht die erhoffte Sicherheit, im Gegenteil zeigte man gerade in der Defensive zuletzt ungekannte Schwächen. Immer wieder brachten die Harzer mit ihren schnell vorgetragenen Kontern die Erfurter in arge Bedrängnis. Die Gastgeber konnten sich in dieser Phase bei Kai Fischer bedanken, der mit Glanzparaden den Vorsprung festhielt. Nach 17 Minuten war allerdings auch er machtlos. Vanek hatte einen Unterzahlbreak eiskalt verwandelt. Dies schien die Erfurter nun endlich zu wecken, denn die Antwort lies nicht lange auf sich warten. Das erste Überzahlspiel konnten die Erfurter gleich zur erneuten Führung nutzen. Nickel verwandelte auf Zuspiel von Johannhardt und Müller (18.).

Im zweiten Spielabschnitt änderte sich das Geschehen auf dem Eis kaum. Hin und her wogte das Spiel. Die Harzer konnten nach 29 Minuten erneut eine Unaufmerksamkeit in der Erfurter Defensive zum Ausgleich nutzen, wieder waren die Gäste zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl. Juza zeigte sich hierfür verantwortlich. Allerdings ließ die Erfurter Antwort erneut nicht lange auf sich warten. Und so nutzte diesmal Johannhardt einen Fehler von Bannach zum 3:2-Führungstreffer(31.). Nun waren wieder die Gäste an der Reihe und so konnte erneut Vanek wieder ausgleichen (34.). Aber wieder hatte dieser Ausgleich nicht lange Bestand. Nur 59 Sekunden später scheiterte zunächst Otte an Bannach. Den abprallenden Puck drückte allerdings Kähm über die eigene Torlinie zur erneuten Erfurter Führung. Da es im Eishockey keine Eigentore gibt bekam Otte diesen Treffer gut geschrieben. 16 Sekunden vor der zweiten Drittelpause konnten die Harzer in Überzahl erneut ausgleichen, wieder war Juza erfolgreich. Somit ging es mit 4:4 in die 2. Pause.

Im letzten Spielabschnitt konnten die Gäste zunächst erstmals in Führung gehen, Deibert war der Torschütze (43.). Und auch die Drachen zeigten, dass sie nach einem Rückstand zurückkommen konnten. Und so glich Kapitän Florian Müller zum 5:5 aus (44.). Als erneut Deibert, unter tatkräftiger Mithilfe von Tim Donnelly, nach 54 Minuten zum 5:6 aus Erfurter Sicht traf, dachte so mancher an eine Vorentscheidung. Und doch es kam anders. Ausgerechnet Tim Donnelly machte seinen Fehler beim Gegentreffer wieder wett und traf, in Überzahl, zum 6:6-Ausgleich. Die Zuschauer richteten sich nun schon langsam auf den Showdown im Penaltyschießen ein, doch die Gastgeber hatten da wohl andere Pläne. Knapp zehn Sekunden waren noch auf der Uhr, als der Puck zu Marak kam, dieser leitete ihn weiter zu Youngstar Oliver Otte, gerade eine Sekunde war noch auf der Uhr als dieser Bannach mit einem eigentlich recht harmlosen Schuss zum siebten Mal bezwingen konnte. Der Jubel auf dem Eis und auf den Rängen kannte nun keine Grenzen mehr, zumindest soweit man Erfurter Spieler oder Fan war.

Tore: 1:0 (5:12) Otte (Masche, Marak), 1:1 (16:30) Vanek (Juza/4-5), 2:1 (17:42) Nickel (Johannhardt, Müller), 2:2 (29:00) Juza (Potac, Vanek/4-4), 3:2 (30:43) Johannhardt (Donnelly, Noob/5-4), 3:3 (33:22) Vanek (Juza, Vait), 4:3 (34:21) Otte (Marak), 4:4 (39:46) Juza (Vait, Deibert/4-3), 4:5 (42:01) Deibert (4:5), 5:5 (43:48) Müller (Noob/5-4), 5:6 (53:34) Deibert, 6:6 (55:20) Donelly (Schmunk, Müller/5-4), 7:6 (59:59) Otte (Marak, Masche). Strafen: Erfurt 16, Braunlage 18 + 10 (Potac). Zuschauer: 561.