Sieben Gegentore und eine Matchstrafe

Favorit war eine Nummer zu großFavorit war eine Nummer zu groß
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Nur zwei Tage nach der Tor-Gala gegen die Rhein-Neckar Stars zeigte der Neusser EV ein völlig anderes Gesicht. Im Derby bei den Ratingen Ice Aliens erwischten die Neusser beim 1:7 (0:3, 1:4, 0:0) einen rabenschwarzen Tag, zu allem Überfluss kassierte Sebastian Bongartz auch noch eine Matchstrafe.

Hatte der NEV am Freitag noch mit stürmischem Beginn seinen Gegnern den Schneid abgekauft, so hatten diesmal die Ratinger Aliens mit dem gleichen Mittel Erfolg. Sehr lauffreudig, engagiert und aggressiv präsentierten sich die Gastgeber gegen ein Neusser Team, das völlig überrumpelt schien. Die Fuchs-Schützlinge fanden kein Gegenmittel gegen die wie entfesselt aufspielenden Ratinger und scheiterten mit ihren Bemühungen oft schon beim Spielaufbau, den die Aliens frühzeitig störten. Folgerichtig spielte sich das Geschehen von Anfang an überwiegend vor dem Gehäuse von Carsten Solbach ab, der alle Hände voll zu tun hatte. Nachdem Philipp Louven schon in der zweiten Minute die Führung erzielt hatte, sorgte ein Doppelpack von Max Lingemann für eine verdiente 3:0-Führung nach dem ersten Abschnitt. Die 100 mitgereisten Anhänger hofften im zweiten Drittel vergeblich darauf, dass ihr Team das aus den Heimspielen bekannte Gesicht zeigen würde. André Oesterreich und erneut Max Lingemann erhöhten zügig auf 5:0, während beim NEV weiterhin fast nichts funktionierte. Bezeichnend war die 26. Spielminute, als Sebastian Bongartz den Puck an den Pfosten setzte und die Gastgeber den Konter mit ihrem sechsten Treffer abschlossen. Wenigstens gelang Christian Schlesiger in Unterzahl der Anschlusstreffer, dem die Außerirdischen jedoch prompt den siebten Streich folgen ließen. Angesichts des hohen Tempos, das die Gastgeber in der ersten halben Stunde gegangen waren, war durchaus zu erwarten, dass sie dieses nicht über die gesamte Spieldauer aufrecht erhalten würden. Profitieren konnten die NEV-Cracks aber nur insofern, dass sie das Geschehen nun etwas offener gestalteten, ohne den gewohnt sicheren Dennis Kohl im Ratinger Gehäuse häufig in Bedrängnis zu bringen. Doch es sollte noch schlimmer kommen, als die über weite Strecken nickelige Partie diesbezüglich in der 54. Minute ihren Tiefpunkt erreichte. Nach zwei an ihm begangenen Stockfouls suchte Sebastian Bongartz die Auseinandersetzung mit Danny Fischbach und stieß beim Gerangel einen Linienrichter von sich, woraufhin er mit einer Matchstrafe in die Kabine geschickt wurde - eine sehr harte Entscheidung, die aber durchaus im Ermessensspielraum von Schiedsrichter Merkel lag. Sie passte zu einem aus Neusser Sicht völlig verkorksten Abend.

Tore: 1:0 (1:59) Louven (Bergstermann, Büermann), 2:0 (11:07) Lingemann (Neuber, Haßelberg), 3:0 (19:34, 5-4 ÜZ) Lingemann (Neuber, Hasselberg/5-4), 4:0 (23:56) Oesterreich (Hanke, Fischbach), 5:0 (24:26) Lingemann (Louven), 6:0 (25:45) Fischbach (Linda, Oesterreich), 6:1 (32:45, 3-4 UZ) Schlesiger (Bongartz/3-4), 7:1 (34:06, 5-4 ÜZ) Hasselberg (Lingemann/5-4). Strafen: Ratingen 16 + 5 + Spieldauer (Heise), Neuss 22 + Matchstrafe (Bongartz). Zuschauer: 622.

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