Salzgitter Icefighters bezwingen WeserstarsStart nach Maß

Martin Záhora (Bildmitte) teilt sich nach seinen vier Punkten gegen Bremen die Spitze der Scorerliste mit Richard Zerbst und Artjom Kostyrev von den Harzer Falken. (Foto: Jens Bartels/Salzgitter Icefighters)Martin Záhora (Bildmitte) teilt sich nach seinen vier Punkten gegen Bremen die Spitze der Scorerliste mit Richard Zerbst und Artjom Kostyrev von den Harzer Falken. (Foto: Jens Bartels/Salzgitter Icefighters)
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Dabei erwischten die Hausherren einen guten Start. Während einer frühen Überzahl klingelte es bereits nach fünf Minuten erstmals im Kasten von Weserstars-Goalie Maksim Jar, doch die Schiedsrichter sahen ein Schlittschuh-Tor und gaben es somit nicht. Icefighters-Coach Radek Vit haderte mit der Entscheidung: „Das war mit dem Schlittschuh gestoppt und dann hat Ron Friedrich das mit dem Schläger geschossen.“ Dennoch ließen sich die Stahlstädter von dieser Entscheidung nicht entmutigen und hielten den Angriffsdruck aufrecht. So dauerte es keine zwei Minuten bis die Scheibe erneut im Bremer Netz einschlug. Neuzugang Lucas Engel sorgte mit seinem 1:0 (7.) für den ersten Treffer der neuen Saison.  Trotzdem die Hanseaten offensiv relativ wenig zu bieten hatten, kam die Antwort nur kurz darauf (8.). Mit dem Ausgleich kam Bremen etwas besser ins Spiel, doch es waren die Grün-Schwarzen die sich durch Martin Záhora, ebenfalls neu im Team, darüber freuen konnten, mit einer 2:1-Führung (20.) in die erste Pause gehen zu können.

Der zweite Abschnitt ähnelte dem ersten. Salzgitter kam druckvoll aus der Kabine und ein gut aufgelegter Záhora legte nur eine gute Minute nach Wiederanpfiff zum 3:1 (21.) nach. Die Icefighters feuerten aus allen Rohren. Dem Spielverlauf nach hätte auf der Anzeigetafel längst ein höherer Zwischenstand stehen müssen. Der änderte sich, als Lukas Pfaffinger zur Spielmitte zum 4:1 (31.) einnetzte. Sah es nun nach einem sicheren Sieg aus, belehrten die Gäste eines besseren. Zwar sprach das Chancenverhältnis weiterhin für die Gastgeber, doch die Mannschaft von Teamleiter Andreas Niwiera zeigte sich effektiv und sorgte kurz danach für den 4:2-Anschluss (32.). In der Folge flachte die Partie etwas ab. „Nach dem 4:1 haben wir wieder zu kompliziert gespielt. Wir haben nicht mehr einfaches Eishockey gespielt, sodass wir beispielsweise die Scheiben nicht aus dem eigenen Drittel heraus bekommen haben. Auch die Situation mit Thomas – das hätte er einfacher spielen können. Wir hätten vieles einfacher machen können und haben den Gegner so wieder ins Spiel gebracht. Da waren wir nicht konzentriert genug, um unsere Arbeit einfach weiter zu erledigen. Stattdessen haben wir den Fokus darauf gelegt, vorne noch ein oder zwei Mal nachzulegen.“

Thomas Herklotz hatte Pech und wurde von Konstantin Ljuboratets per Kniecheck gestoppt (38.). Es folgte eine Auseinandersetzung mit Lukas Vit – der Schiedsrichter schickte den Trainersohn für übertriebene Härte duschen, für Ljuboratets war das Spiel augrund des Fouls ebenfalls beendet. Auch Thomas Herklotz musste zunächst in die Kabine, um behandelt zu werden, stand zu Beginn des Schlussabschnitts jedoch wieder auf dem Eis. Zu allem Unglück sorgte Mirco Ratajczak kurz vor der zweiten Pause für das 4:3 (40.) im Alleingang.

Die Partie drohte zu kippen, dennoch hielten die Icefighters stand und verteidigten verbissen die knappe Führung. Für die Erlösung sorgte Justin Spenke, der das Netz in der 52. Minute zum 5:3 zappeln ließ – Bremen konnte seine wenige Chancen nicht mehr nutzen. Thomas Herklotz wurde für sein extrem starkes Spiel nicht belohnt und musste während des Schlusssdrittels das Eis aufgrund seines angeschlagenen Knies verlassen. Mit seinen zwei Toren und zwei Assists teilt sich Martin Záhora gemeinsam mit Richard Zerbst und Artjom Kostyrev von den Harzer Falken, die Spitze der Scorerliste.

„Die Chancenverwertung war nicht so gut. Wir haben zwar fünf Tore geschossen, aber viele Möglichkeiten, selbst auf das leere Tor, ausgelassen. Da hätten wir noch gieriger und konzentrierter in den Abschlüssen sein müssen. Trotzdem war es für das erste Spiel eine ordentliche Leistung und mit einem Sieg zu starten ist immer wichtig“, so Vit nach dem Spiel, der sich insgesamt zufrieden zeigte, jedoch auch in der Verteidigung und im Powerplay noch Verbesserungsbedarf sieht: „Wir haben zum Großteil gut verteidigt, aber natürlich müssen wir das noch besser machen. Bei der Zuordnung im Mitteldrittel haben wir hier und da noch Defizite, zum Beispiel dass wir die Außenstürmer zu sehr hinter uns reinlaufen lassen, da wurde nicht gut gedeckt – und nach einem Scheibvenverlust muss die Rückwärtsbewegung noch besser und intensiver sein. Im Powerplay haben wir das nicht verkehrt gemacht, bei doppelter Überzahl waren wir nicht konzentriert genug vor dem Tor, aber wir haben viele gute Möglichkeiten herausgespielt. Hier und da fehlte der letzte Biss. Am Ende haben wir das Spiel aber verdient gewonnen.“

„Man hat gesehn, dass beide Mannschaften gerade erst frisch aus der Saisonvorbereitung gekommen sind. So war es kein wirklicher Eishockey-Hochgenuss. Wir sind im ersten Drittel eigentlich gar nichts ins Spiel gekommen. Nach dem 4:1 für Salzgitter, nach dem Timeout, waren wir da und sind bis auf 4:3 ran und hatten da eigentlich gute Karten. Nach den Spieldauerstrafen wurde das Spiel etwas auf den Kopf gestellt. Wir haben die Reihen umgestellt, aber das hat nicht ganz so gut funktioniert. Salzgitter hat letztendlich verdient gewonnen“, lautete Niwieras Fazit.

Die Icefighters stehen damit hinter den Harzer Falken auf Platz zwei in der Tabelle. Der Oberliga-Absteiger bezwang am Samstag die Zweitvertretung der Crocodiles Hamburg mit 7:0 und sind am kommenden Sonntag (18 Uhr) in der Stahlstadt zu Gast.

Ebenfalls erfolgreich war die von der Salzgitteraner Fanszene „Steel City Power“ veranstaltete Spendenaktion. Dabei wurde ein signiertes Icefighters-Trikot zugunsten des Adendorfer EC, der sich aktuell in einer finanziellen Schieflage befindet, versteigert. Des weiteren gingen die Fans mit einer Spendendose herum. Das Trikot ging für 70 Euro über den Tisch, in der Dose befanden sich am Ende 310 Euro.

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