Salzgitter Icefighters „bereiten vor, was wir selbst in der Hand haben“Corona-Krise

Salzgitter icefightersSalzgitter icefighters
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Nicht nur in der Deutschen Eishockey Liga, wie beispielsweise beim benachbarten Erstligisten Grizzlys Wolfsburg, bereitet man sich auf die nächste Spielzeit vor – auch in den unterklassigen Ligen wird fleißig weiter gearbeitet, selbst wenn aktuell noch niemand weiß wann wieder auf Puckjagd gegangen werden kann. Dies ist hinsichtlich der Covid-19-Pandemie in erster Linie von politischen Entscheidungen und ebenso von finanziellen Umständen abhängig. Im Eishockey-Oberhaus arbeitet man derweil an gemeinsamen Sparplänen, die auch Gehaltskürzungen vorsehen. In den Bundes- und Landesverbänden gibt es derzeit noch keine konkrete Gemeinschaftslösung.

So steht man am Salzgittersee vor denselben Problemen, unter denen auch andere Standorte leiden. „Bislang hat sich ja noch nicht ergeben, wann es weiter gehen wird. Wir müssen vor allem mit der Eishalle sprechen, wie deren Planung aussieht. Wenn die nicht mit Einnahmen rechnen, dann machen die auch nicht auf. Das nächste Problem sind unsere Zuschauereinnahmen. Damit finanzieren wir normalerweise die Hallenmiete und ohne Zuschauer macht es keinen Sinn. Da müssten wir die Halle schon kostenlos bekommen. So müssten wir uns mit der Stadt zusammensetzen und fragen, ob die eine Möglichkeit sehen, dass man doch spielen kann. Das setzt natürlich voraus dass es seitens der Politik erlaubt sein wird“, sagt Radek Vit, Sportlicher Leiter und Cheftrainer der Icefighters. Selbst wenn in der Stahlstadt eine Lösung gefunden wird, ist man darauf angewiesen, dass es in der gesamten Nordgruppe weitergehen kann, denn ohne Gegner gibt es keine Liga. „Die Fragen sind jetzt erstmal: Dürfen wir spielen? Wird die Eishalle aufmachen? Haben wir Gegner? Das sind eben die Dinge die wir nicht beeinflussen können. Das steht noch alles in der Sternen! Vieles von der Politik abhängig. Immerhin haben wir – im Gegensatz zum Fußball beispielsweise – den Vorteil, dass die Spieler trotz des Körperkontaktes durch die Ausrüstung zumindest ein bisschen besser geschützt sind und die Hygieneregeln lassen sich in der Halle umsetzen“, betont der Ex-DEL-Profi.

Bei allen Unklarheiten gibt es auch positive Nachrichten und die sind in diesen Zeiten, in denen selbst die DEL auf wackligen Beinen steht und in der Oberliga Meldungen über Rückzüge momentan dominieren, eher selten. „Im Endeffekt können wir nur vorbereiten was wir selbst in der Hand haben. Die Politik ist das eine, Mannschaft und Sponsoren das andere. Im Großen und Ganzen haben wir die Mannschaft zusammen und auch schon mit den meisten Sponsoren gesprochen. Mit allen konnten wir noch nicht reden, weil so mancher natürlich auch von der Corona-Krise betroffen ist, aber ansonsten sind alle bereit, uns weiterhin zu unterstützen“, freut sich der Coach. Nur bei einem weiteren Lockdown könnte es auch Probleme für diese Sponsoren geben. In dem Fall müsste möglicherweise an die Spieler herangetreten werden. „Noch sieht alles ganz gut aus, aber eventuell müssen wir uns auch mit den Spielern zusammensetzen. Die meisten haben langfristige Verträge, da hoffen wir auf Zusammenhalt“, so Vit.

Die Mannschaft bereitet sich den aktuellen Regeln entsprechend vor. „Es trainiert jeder für sich, gemeinsam können wir noch nichts machen. Die Jungs sind bereit und wollen auch spielen. Das Team hat gesehen, dass wir zuletzt Erfolg hatten. Sie haben sich wohl gefühlt, waren aber natürlich auch enttäuscht weil wir eine gute Form hatten und weil sie dran geglaubt haben, dass wir das Halbfinale schaffen können – oder sogar mehr. Die Mannschaft ist heiß und will zeigen, dass das nicht nur Zufall war“, blickt der Deutsch-Tscheche optimistisch nach vorne.

Jetzt die Hockeyweb-App laden!