„Rückblick, Einblick und Ausblick“ – Petrozza wird sportlicher Leiter

„Rückblick, Einblick und Ausblick“ – Petrozza wird sportlicher Leiter„Rückblick, Einblick und Ausblick“ – Petrozza wird sportlicher Leiter
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Rückblick Sommer 2011

Im Sommer 2011 gab es keine guten Vorzeichen für den Herner Eissport. Eine Halle im Insolvenzverfahren und überhaupt keine Planungssicherheit, machten es für die neue „Mannschaft“ rund um Hans-Jürgen Schubert und Frank Schäfer nicht nur schwer, sondern fast schon unmöglich. In letzter Sekunde konnte die Eishalle angemietet werden und Paintball mit Hilfe von Politik und Fans abgewendet werden. „Wir hatten nicht nur unheimlichen Zeitmangel, wir mussten auch feststellen, dass ein Großteil der Spieler schon vertraglich an andere Vereine gebunden waren“, erklärt Schubert, Geschäftsführer der Gysenberghallen GmbH. Das alles dennoch positiv lief, verdankt man dem Gespann mit Trainer Krystian Sikorski und sportlichem Leiter Ralf Cassebaum. „Zudem war die Verpflichtung von Antti-Jussi Miettinen natürlich ein Super-Glücksgriff“, fügt Frank Schäfer, erster Vorsitzender des Herner EV hinzu. Von Wochenende zu Wochenende gewann der HEV seine Spiele und wurde so binnen von Wochen zum Favoriten in der Regionalliga. „Unser gesetztes Ziel war ganz klar Platz 4. Dass es dann der Titel wurde, freute uns natürlich riesig“, so Schäfer. Und so wandelte sich der HEV vom Underdog zum Favoriten im Oberliga-West-Pokal. Auch hier wurde schnell die Devise ausgegeben, dass der vierte Platz und die damit verbundene Qualifikation zur Oberliga, das Ziel für alle Beteiligten sei. Doch was dann folgte, war für Vorstand und GmbH mehr als nur ein Schlag ins Gesicht. Nach den ersten eingefahrenen Niederlagen, die nun mal zum Sport dazu gehören, machte sich die Stimmung breit, die Verantwortlichen hätten ein Aufstiegsverbot erteilt. „Wenn ich lesen muss, wir würden der Mannschaft verbieten aufzusteigen, dann ist das absoluter Blödsinn“, berichtet ein aufgebrachter Frank Schäfer. Zu Recht, denn das gemeinsame soziale Projekt am Gysenberg, lebt von der ehrenamtlichen Arbeit aller. „Wenn wir wirklich gewollt hätten, den Aufstieg um jeden Preis zu verspielen, wären wir nicht fünfter geworden sondern eher siebter oder achter. Denn glaubt man der Gerüchteküche, reicht Grefrath ja sogar der sechste Platz zum Aufstieg“, so Schäfer weiter. Was den Verantwortlichen jedoch vorgeworfen wird, ist die suboptimale Außendarstellung in den letzten zwei Spieltagen. „Der sportliche Erfolg hat oftmals einiges überdeckt, was dann nachher erst zum Vorschein kam“, versucht Schäfer die Situation zu beschreiben. „Wir sind natürlich auch darüber enttäuscht, dass einige im entscheidenden Abschnitt der Saison, ihre persönlichen Interessen über die der anderen gestellt haben“, meldet sich Schubert zu Wort. Einen Kritikpunkt der Fans, das Einstellen des Internetforums, sehen beide etwas entspannter. „Aufgrund der damit verbundenen Aufgabe alle Beiträge auf Blödsinn oder sogar Rechtswidrigkeiten zu kontrollieren, haben wir uns entschlossen kein offizielles Fanforum mehr anzubieten“, erklärt Schäfer. Gerade vor packenden Begegnungen, wie z.B. gegen den EHC Neuwied, wurde dort oftmals über den fairen Sportsgeist hinweg geschrieben. Dass diese Aktion einhergeht mit dem „geplanten Nicht-Aufstieg“, können Schäfer und Schubert nicht nachvollziehen: „Wir investieren hier alle viel Zeit in den Verein und in die Halle. Ein Aufstieg hätte uns jetzt die Planungssicherheit geben, die uns nun fehlt“, erklärt Schubert. „Das macht die Situation nicht leichter sondern eher schwieriger“.

Ausblick auf die kommende Saison

Hinzu kommt, dass Planungssicherheit im Eishockeysport immer nur von Kurzweil geprägt ist. „Wir wissen zur Zeit nicht in welcher sportlichen Klasse wir nächste Saison antreten werden, das ist der aktuelle Stand“, erklärt Schubert. „Aber seit Anfang des Jahres planen wir zweigleisig“, fügt er hinzu. Eine feste Säule des HEV soll Frank Petrozza werden, der in den kommenden Tagen offiziell vorgestellt wird. Der neue sportliche Leiter wird sowohl in der Regionalliga als auch in der Oberliga, die sportlichen Geschicke des Herner EV leiten. „Auch wenn wir in der vergangenen Spielzeit das eine oder andere noch lernen mussten, sind wir dennoch zufrieden“, meint Frank Schäfer. Der Vereinsvorsitzende bezieht sich dabei nicht nur auf die wachsende Zahl der Mitglieder: „Der Herner EV ist auf einem sehr guten Weg und das auf Grund des tollen Vorstandsteams, dass sich so zusammengefunden hat“. Gemeint sind damit Robert Prillwitz (2. Vorsitzender), Andrea Weisbrod (Schatzmeisterin), Nicole Adler (Stellvertretende Schatzmeisterin) und Birgit Gardemann (Schriftführerin). Der Herner EV ist einer der wenigen Vereine in NRW, der eine U8-Bambinimannschaft gemeldet hat, dank der guten Koordination durch Dieter Biernat (Beisitzer im Vorstand) und das Einbinden von Spielern der 1. Mannschaft (Ballnus, Miettinen, Kuntu-Blankson) in den Trainingsbetrieb der ganz Kleinen. Doch nicht nur vereinsintern läuft es gut. Auch die Zusammenarbeit mit der Gysenberghallen GmbH ist gut verzahnt. „Wir werden oftmals schon in der Öffentlichkeit vermischt. Da heißt es dann „Vorstand“ wenn die GmbH gemeint ist und umgekehrt. Aber das ist ja auch unser Ziel: Es soll immer weiter zusammen wachsen“, so Schubert. Darüber freut sich auch der Verein: „Wir stehen in diesem Jahr vor der Situation, dass unsere Spielstätte gesichert ist und wir so, eine Planungssicherheit genießen, die wir in den letzten Jahren nicht hatten“, erklärt Frank Schäfer.

Einblick Gysenberghalle

Der 1. April ist für den Herner Eissport ein geschichtswürdiger Tag. Und dies ist kein Aprilscherz! Die Eishalle ist in den Besitz der Gysenberghallen GmbH übergegangen mit allen Rechten aber auch Pflichten. Doch somit beginnt für GmbH und Verein erst die richtige Arbeit. „Wir müssen versuchen, gerade im Bereich Energieeffizienz, die Halle weiterzuentwickeln“, gibt Schäfer die Marschrichtung vor. Er selber hofft wieder auf eine rege Mitarbeit seiner Mitglieder: „Es wäre natürlich toll, wenn viele Mitglieder sich bereit erklären uns beim Renovieren unserer Spielstätte zu unterstützen“, so Schäfer weiter. Denn nicht umsonst heißt die Devise: „Vereinseigenen Halle - Für Herne und die Region“. „Dieses soziale Projekt was hier am Gysenberg wächst und wächst, kann nur überleben wenn Ehrenamtliche sich finden lassen, die mithelfen. Dazu sind alle herzlich eingeladen“, beschreibt Schäfer die Situation. Dafür gibt es dann aber auch die schon angesprochene Planungssicherheit: „Bevor es am 1. September wieder zur offiziellen Saisoneröffnung kommen wird, sind wir dabei uns für die Sommerpause Veranstaltungen zu überlegen, die hier in der Halle stattfinden können. So möchten wir zum Beispiel Inline-Hockey-Vereine bitten sich bei uns zu melden oder einfach auch so Gruppen die eine Runde spielen möchten“, erklärt Schubert.

Es ist also noch viel zu tun am Herner Gysenberg. Die Vorzeichen stehen aber gut, dass auch die kommende Spielzeit für alle Mannschaften erfolgreich gestaltet werden kann. So gehören Frank Schäfer und Hans-Jürgen Schubert auch die abschließenden Worte „Und wir müssen uns an dieser Stelle natürlich bei unseren Sponsoren, Mitgliedern und Fans bedanken, die uns so durch die Saison geholfen und getragen haben. Aber auch der Politik und der Verwaltung gilt ein großes Dankeschön. Wir wissen um unsere Verpflichtung der Jugend gegenüber und wir werden weiterhin alles dafür geben, dass der Eissport in Herner weiter gefestigt wird.“

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