Rockets nach turbulentem Sommer optimistisch

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Dies dürfte nicht nur die heimischen Fans in der Region freuen, sondern vor allem die Vereinsverantwortlichen. Hinter denen nämlich liegen einige turbulente Sommermonate, in denen gar die Zukunft des Eishockeysports am Heckenweg im wahrsten Sinne des Wortes auf der Kippe stand.

Insbesondere deshalb sei es in den vergangenen Wochen und Monaten auch recht ruhig gewesen um die EGDL, so die Verantwortlichen, wollte man sich beispielsweise nicht zum Kader für die neue Saison äußern, obwohl es immer wieder Nachfragen aus Reihen der Fans gab. Die EGDL stand im Sommer kurz vor dem Aus.

Was war passiert? Im Anschluss an die vergangene Saison hatten einige Spieler der zweiten Mannschaft im Rahmen der Jahreshauptversammlung ihrem Ärger darüber Luft gemacht, dass unter anderem die Hessenliga-Mannschaft bevorzugt werde. Der Vorstand gelobte daraufhin Besserung – bekam allerdings keine Gelegenheit, dies auch zu beweisen. Denn schon kurz nach der Versammlung hagelte es zahlreiche Kündigungen, denen in den darauffolgenden Wochen weitere folgten. Am Ende waren es rund 15 an der Zahl. Aufgrund dessen, dass die Aktiven der Rockets – von den Nachwuchsspielern bis zur 1. Mannschaft – ihren Sport selbst finanzieren, stand die Vereinsführung vor einem großen Problem. „Wenn mit einem Schlag rund 500 Euro pro Monat an Mitgliedsbeiträgen in der Kasse fehlen, ist dies für einen kleinen Verein, der noch in den Anfängen steckt, schwer kompensierbar“, gesteht der Vorsitzende Thomas Rechenberg. Mit den Mitgliedsbeiträgen wird ausschließlich die hohe Eismiete finanziert, die der Verein für seinen Trainings- und Spielbetrieb aufbringen muss. Alleine in der vergangenen Saison lag diese bei rund 31.000 Euro. Hinzu kommt, dass die EGDL bei der intensiven Suche nach einem Hauptsponsor bislang noch nicht fündig wurde und derzeit lediglich einige kleinere Gönner auf ihrer Seite hat, die den Verein unterstützen. Das Logo der Hilfsorganisationen „Ein Herz für Kinder“ etwa tragen die Rockets kostenlos auf der Brust, und selbst die Einnahmen aus einem Benefizspiel im Februar – immerhin rund 3000 Euro – wurden lieber für den guten Zweck gespendet.

„Solche Aktionen sind einfach wichtig, um das Eishockey in Diez, das aufgrund der Konkurse der früheren Clubs stark gelitten hat, wieder ins rechte Licht zu rücken. Wir sind stets darauf bedacht, in diese Richtung etwas zu bewegen“, begründet Rechenberg das Engagement des Vereins. Mögliche Vergleiche mit den Vorgängervereinen weisen die heutigen Macher bei der EGDL weit von sich: „Damals wurden teure Spieler eingekauft, die viel Geld bekommen haben. Außerdem wollte man immer höher hinaus. All dies hat den Vereinen das Aus beschert.“ Solche Fehler wolle man auf keinen Fall mehr machen, sondern vielmehr seriös und vernünftig arbeiten. „Hier bekommt kein Spieler auch nur einen Cent. Im Gegenteil: Sie zahlen viel Geld für ihr Hobby“, betont Kassierer Frank Braun. Eishockey sei nun mal ein teurer Sport, den es zu finanzieren gilt. „Und wenn dies wie bei uns ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen geschieht, tut jedes Mitglied, das wegbricht, weh. Insbesondere bei einem Verein, der sich noch in der Aufbauphase befindet“, begründet die Rockets-Führung die Probleme der zurückliegenden Sommermonate.

Ans Aufgeben denken die Verantwortlichen dennoch nicht und glauben weiter an die Zukunft des Eishockeys in der Region. „Allein wegen unserer Jugend war und ist es wichtig, dass es weitergehen muss“, betont Rechenberg und verweist auf die ständig wachsende Nachwuchsabteilung, in der mittlerweile rund 60 Kinder und Jugendliche ihrem Hobby nachgehen. Damit dies auch weiterhin so bleibt, rückten die Vereinsmitglieder im Sommer noch enger zusammen, entwickelten neue Konzepte und wendeten das drohende Aus der EGDL ab.

Jetzt geht der Blick ausschließlich nach vorne. Auch bei Trainer Holger Pöritzsch, der derzeit an seinem neuen Team bastelt. Definitiv verzichten muss er in der neuen Saison auf Nikolas Fast und Jan Hasselbach, die beide die Schlittschuhe an den Nagel hängen. Ebenfalls nicht mehr dabei sind die beiden Youngsters Oliver Diefenbach und Thomas Wolf, die ihr Glück bei den Junioren in Bad Nauheim versuchen wollen. Torhüter Marc Stromberg ist auf der Suche nach einer neuen sportlichen Herausforderung beim EHC Neuwied fündig geworden, und Ersatzmann Frank Wagner hat sich einem Hobbyteam in Köln angeschlossen. Insbesondere die beiden Abgänge der Torhüter wurden bereits gelöst: Mit Ralf Groos, zuletzt in Mainz aktiv, kommt ein echtes Diezer-Urgestein zurück an den Heckenweg. Für die Position des Back-Up-Goalies bedient sich Pöritzsch in den eigenen Reihen: Dank einer entsprechenden Sondergenehmigung wird zunächst der erst 15-jährige Nachwuchstorhüter Janus Haseloff als Ersatzmann nominiert. Ebenfalls neu im Team – und wie Groos ein alter Bekannter - ist Christoph Czech, der in den vergangenen Jahren für den ERC Pohlheim spielte und bereits in den Anfängen des Eishockeys in Diez die Schlittschuhe schnürte. Zudem stehen Pöritzsch mit Sascha Gurschinski, Jan Stefanov, Alex Amseln und Igor Birbrover noch weitere Spieler zur Verfügung, die es nach dem „Zerfall“ der 2. Mannschaft in das Hessenligateam zu integrieren gilt. Aber auch einigen Nachwuchsspielern, wie etwa Thorben Nicodemus, traut der Coach den Sprung in die 1. Mannschaft zu. Ansonsten hofft er, dass sich die Fragezeichen, die noch hinter einigen Spielern stehen – sowohl was weitere Abgänge wie auch mögliche Zugänge betrifft –, in den nächsten Wochen verflüchtigen werden, damit die Rockets gut gerüstet in ihr erstes Pflichtspiel am 3. Oktober gegen den ERC Pohlheim gehen können.

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