Revanche zu zwei Dritteln geglückt

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Denn beim 5:4 (1:2, 2:1, 1:1, 1:0) nach Penaltyschießen erwies sich die Zweitvertretung der Kölner Haie als der erwartet unbequeme Gegner der Dinslakener Kobras im Pokalrundenspiel der Regionalliga West. Lauf- und kampfstark, einsatzfreudig und gedankenschnell stellten sie die Kobras ein ums andere Mal vor größere Probleme.

Die Hausherren selbst gingen mit dem Nachteil einer dünnen Verteidigerdecke an den Start, da Thorsten Peters beruflich fehlte und der etatmäßige Kapitän Dirk Schmitz noch seine Oberschenkelverletzung auskurieren muss. So übernahm Evgenij Kozhevnikov nicht nur die Kapitänsbinde, sondern wurde auch von Trainer Tsvetkov als Verteidiger eingesetzt, damit man auf Kobra-Seite zumindest auf zwei Verteidigerpaare kam.

Die Gäste aus der Domstadt hatten sich als erstes auf ihren Spielrhythmus eingestellt, denn nach 85 gespielten Sekunden schlug der Puck erstmalig hinter Dennis Rudolph ein. Die Antwort der Hausherren ließ allerdings nicht lange auf sich warten. In der vierten Spielminute nutzte Marco Peisker bei seinem Schlagschuss von der blauen Linie die Tatsache aus, dass der Kölner Torfrau Theresa Ferling durch ein Gewühl vor ihrem Gehäuse komplett die Sicht versperrt war.Im weiteren Verlauf des ersten Spielabschnitts vermochten die Gastgeber eine viermalige Überzahlsituation nicht in einen Treffer umzumünzen, während die Haie ihre erste gleich zur 2:1-Führung nutzen konnten. Torschütze war ausgerechnet der Ex-Dinslakener Lukas Möllenbeck.

Wenig Veränderungen auch im zweiten Drittel. Teilweise wurden die Teams wechselweise in ihrem Drittel eingeschnürt, je nachdem, welche Sturmreihe gerade auf dem Eis war. Die Tsvetkov-Truppe tat sich mit der Aggressivität des Kölner Spiels schwer, die versuchten, den puckführenden Dinslakener immer mit zwei Mann zu attackieren. Und obwohl der Mittelabschnitt der mit den meisten Strafminuten der Kobras war, vermochten die Hausherren den Rückstand bis zur zweiten Pause durch Tore von Jan Nekvinda und Daniel Pleger bei einem Gegentreffer von Marius Dunkel zu egalisieren.

Das Bild änderte sich auch im Schlussabschnitt nicht wesentlich. Leichte spielerische Vorteile für die Gäste, die aber nicht ausreichten, sich entscheidend abzusetzen. Dennoch gelang ihnen, erneut in Überzahl, die 4:3 Führung in der 47. Minute durch Peter Zirnow zu erzielen.

Die Hausherren schalteten nun einen Gang höher und forcierten ihre Bemühungen. In der 57. Minute hatten sie sich das manchmal nötige Scheibenglück erarbeitet und wurden dann auch belohnt. Ein Schuss, der links am Gästegehäuse vorbeizischte, prallte von der Bande ab und rutschte wieder zurück vor das Tor. Dort hatte Udo Schafranski wenig Mühe, die überraschte Kölner Torfrau zu überwinden. Nach 60 Minuten war beim Stand von 4:4 noch immer kein Sieger ermittelt und es musste, wie schon im Hinspiel, das Penaltyschießen herhalten.

Dabei erwies sich Betreuer Günter Eul als Glücksbringer. Er hatte beim letzten Training einen Schläger für den späteren Torschützen vorbereitet. Ein ungewöhnlicher Vorgang, da Eishockeyspieler eigentlich niemand anderen ihr Spielgerät präparieren lassen. Diesmal geschah das sogenannte „Tapen“ auf ausdrücklichen Wunsch des Spielers. Und als Evgenij Kozhevnikov zum Penaltyschießen antrat, wählte er explizit diesen von Günter Eul vorbereiteten Schläger aus. Eine weise Entscheidung, denn er war der einzige erfolgreiche Schütze des Penaltyschießens.

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