Neuwied gewinnt Krimi gegen Troisdorf

Der krönende Abschluss in Neuwied blieb ausDer krönende Abschluss in Neuwied blieb aus
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Bis zehn Sekunden vor Ende der Partie stand noch kein Sieger fest. Als aber dann Tim Grundl mit einem Schlagschuss zum 4:3 (1:0, 1:0, 2:3)-Sieg des EHC Neuwied in der Regionalliga-Qualifikation gegen den EHC Troisdorf traf, brachen im Icehouse alle Dämme.

Dabei sah das Spiel lange nicht wie ein Krimi aus. Beide Teams begannen die Begegnung mit Respekt und gingen zunächst keine hohen Risiken ein. Dennoch entwickelten sich immer wieder Chancen auf beiden Seiten. Auf Neuwieder Seite war es Tim Siekmann zu verdanken, dass man nicht in Rückstand gelang. Die Dynamites drückten aufs Tempo und Neuwied stand dem mit einer konzentrierten Abwehrarbeit entgegen. Als dann in der 19. Minute Stephan Petry und Jens Hergt in einer Überzahlsituation den Puck zunächst ungestört hin und her spielten, nahm Petry genau Maß und hämmerte das Spielgerät in die Maschen. Mit dieser Führung ging es in die Kabine.

Auch das zweite Drittel riss die 684 Zuschauer noch nicht von ihren Plätzen. Es wurde nun etwas ruppiger, was zur Folge hatte, dass es vermehrt Über- und Unterzahlspiele gab. Das 2:0 fiel allerdings in ausgeglichener Mannschaftsstärke. Einen Konter vollendete erneut Petry souverän in der 26. Minute. Aufregend wurde es dann in der 33. Spielminute. Nach einem Zweikampf kamen Petry und Lütgen auf dem Eis zum liegen. Dabei ließ sich der Troisdorfer zu einem Stockstoß hinreißen. Jens Hergt ging anschließend noch dazwischen. Nach einer langen Beratung der Schiedsrichter erhielt Hergt eine 2+2-Minutenstrafe. Für Jury Lütgen war die Partie allerdings beendet. Er erhielt 2+5+Spieldauer und konnte sich somit in die Duschkabine abmelden. Bis zur Pausensirene gelang es keinem Team mehr, das Ergebnis zu verändern.

Den letzten Abschnitt begannen die Bären wegen einer Strafe aus dem zweiten Drittel in Unterzahl. Diese konnte schadlos überstanden werden. Doch Troisdorf erhöhte nun den Druck und wurde in der 45. Minute dafür belohnt. Bei einem Konter zog Daniel Fegus von der blauen Linie ab und traf zum 1:2. Nun schien der EHC Neuwied den Faden zu verlieren. Unmittelbar nach dem Gegentor musste Sergej Lackmann auf die Strafbank. In Unterzahl nahmen die Bären nur eine Minute nach dem Anschlusstreffer den Ausgleich durch Manuel Warda hin. Nun waren die Troisdorfer hellwach und witterten ihre Chance. Was keiner so richtig für möglich gehalten hatte, traf in der 48. Minute ein. Tobias Ridder nutzte im Überzahlspiel die Gelegenheit und zog von der blauen Linie ab. Die Gäste hatten das Ergebnis umgedreht und lagen nun in Führung. Zeitweise wurde es in der Halle ruhig. Doch wie schon so oft, zeigte das Team von Arno Lörsch Charakter und rappelte sich noch einmal auf. In Überzahl spielte Willi Hamann den Puck in den Lauf von Petry, der durch drei Gegenspieler auf das Tor zufuhr und zum Ausgleich traf. Gespielt waren 51 Minuten. Die Bären waren wieder im Spiel. Beide Teams sammelten noch einmal alle Kräfte zusammen und stürmten drauf los. Es war beiden Mannschaften anzumerken, dass sie den Siegtreffer noch erzielen wollen. Es ging nun hin und her. Jedes Team hätte in dieser Phase die Partie für sich entscheiden können, ja müssen. Als sich dann schon alle Beteiligten und Zuschauer auf das Penaltyschießen einstellten, fuhr Neuwied den letzten Angriff. Jens Hergt brachte den Puck noch einmal ins Angriffsdrittel und passte dann zurück zur blauen Linie. Dort stand Tim Grundl, der mit einem Schlagschuss zehn Sekunden vor Ende die Partie für die Hausherren entschied. Trainer Arno Lörsch war überglücklich und freute sich über den Charakter seiner Truppe, die nach den zwei Niederlagen am letzten Wochenende, erneut gegen einen etablierten Regionalligisten, zurück gekommen war. Auch für das bevorstehende Spiel am Sonntag gegen Solingen sollte dieser Sieg ausreichend Motivation und Selbstvertrauen gebracht haben.

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