Neusser Saison beendet

Favorit war eine Nummer zu großFavorit war eine Nummer zu groß
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Eine unter dem Strich erfolgreiche Saison endet für den Neusser EV im Play-off-Halbfinale. Nach der 1:3-Hinspielniederlage währte die Hoffnung auf eine Sensation nur eine knappe Viertelstunde, ehe der EHC Dortmund seiner Favoritenrolle erneut gerecht wurde und auch zu Hause mit 6:1 (3:1, 2:0, 1:0) gewann.

Wie bereits am Freitag starteten die Dortmunder druckvoll in die Partie. Nicht einmal eine Minute war gespielt, da entschied Hauptschiedsrichter Yazdi auf Penalty gegen den NEV, nachdem Jiri Svejda durch Kai Oltmanns von den Beinen geholt worden war. Der Gefoulte trat selbst an, scheiterte aber an Carsten Solbach, der den Puck kurz vor der Torlinie stoppen konnte. Auch in der Folgezeit bewährte sich der Schlussmann gegen die personell überragend besetzten Gastgeber, ehe sich für den NEV ein Hoffnungsschimmer auftat. Daniel Pering hatte seitlich aus der Halbdistanz abgezogen und Torsten Schmitt im EHC-Gehäuse kalt erwischt (12.). Nicht erst aufgrund der Reaktion nach dem Führungstreffer wurde deutlich, dass sich der NEV noch lange nicht mit der Rolle des tapferen Verlierers abgefunden hatte, doch dann wurden die Fuchs-Schützlinge von der Strafzeiten-Keule getroffen. Innerhalb von zehn Sekunden mussten James Dreseler und Ronny Sassen auf die Strafbank, was nicht ohne Folgen bleiben sollte. So gut das Defensivkonzept bei numerischer Ausgeglichenheit auch funktionierte, so sehr hatte man in Unterzahl Probleme. Wie schon beim Hinspiel nutzten die Gastgeber ihre Chance eiskalt aus und drehten innerhalb einer knappen Minute die Begegnung. Doch es sollte noch schlimmer kommen, denn nach einem verlorenen Zweikampf musste man eine weitere Zeigerumdrehung später auch noch den dritten Gegentreffer hinnehmen, was für Ernüchterung auf Neusser Seite sorgte.

Obwohl eine Überraschung dadurch in weite Ferne rückte, gaben sich die NEV-Cracks auch im mittleren Abschnitt noch nicht geschlagen. Da im Vergleich zum Freitag beide Teams undisziplinierter agierten, gab es deutlich mehr Strafzeiten, so dass sich diesmal auch die Westfalen Elche in Unterzahl behaupten mussten. Zwar konnten die Neusser die Partie folgerichtig erheblich ausgeglichener gestalten, weitere Torerfolge ließen sich jedoch nicht realisieren. Zielstrebiger gingen da die Gastgeber zu Werke, die in der 33. Minute erneut eine 5:3-Überzahl zugesprochen bekamen und dies zu einem weiteren Doppelschlag nutzten. Trainer Andrej Fuchs reagierte mit einer Auszeit, mehr als ein nicht gegebenes Schlittschuhtor durch Evgenij Kozhevnikov sprang jedoch nicht mehr heraus.

Im letzten Abschnitt nahmen die Dortmunder mit Blick auf die fast sichere Final-Teilnahme das Tempo aus dem Spiel, um keine weiteren Strafen oder Verletzungen zu riskieren. Die Taktik schien auch bis zur 52. Minute aufzugehen, ehe Lars Gerike den heranstürmenden Holger Schrills mit einem Check gegen den Kopf verletzte und nach einigen Diskussionen mit einer Matchstrafe in die Kabine geschickt wurde. Auch für Rob Campbell war das Spiel kurz darauf beendet, der sich nach einem an ihm begangenen Foul verbal und gestikulierend mit seinem Gegenspieler auseinander setzte, was ihm eine Disziplinarstrafe einbrachte. Auf den Sport konzentrierten sich hingegen die beiden Kontingentspieler des EHC Dortmund, die mit dem schönsten Treffer des Abends den Schlusspunkt setzten (54.).

Dank der erneut überlegenen Vorstellung ziehen die Westfalen Elche verdientermaßen in das Finale ein, im dem sie sich mit der Zweitvertretung der DEG Metro Stars um den sportlichen Aufstieg in die Oberliga duellieren werden. Der NEV schlug sich trotz der beiden Niederlagen achtbar und kann aufgrund des äußerst erfreulichen Abschneidens in der Endrunde eine positive Saisonbilanz ziehen. Auf die in den letzten Monaten gezeigten Leistungen lässt sich aufbauen, so dass nach einer verdienten Ruhepause die Planung für die kommenden Aufgaben in Angriff genommen werden kann.

Tore: 0:1 (11:59) Pering (H. Schrills), 1:1 (14:31) Sondermann (Gerike, Svejda/5-3), 2:1 (15:33) Reinke (Kohmann, Linda/5-4), 3:1 (16:34) Svejda (Miettinen, Potthoff), 4:1 (33:05) Fischbach (Kohmann, Franz/5-3), 5:1 (34:13) Svejda (M. Potthoff, Miettinen/5-4), 6:1 (53:10) Svejda (Miettinen/4-4). Strafen: Dortmund 14 + Matchstrafe (Gerike), Neuss 20 + 10 (Campbell) + 10 (Oltmanns).

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