Neusser EV muss zweimal auswärts ran

Favorit war eine Nummer zu großFavorit war eine Nummer zu groß
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Ein heimspielfreies Wochenende steht dem Neusser EV bevor. Die Mannschaft um Kapitän Ronny Sassen tritt zweimal auswärts an, wobei die Vorzeichen in den beiden Begegnungen unterschiedlich sind. Am Freitag steht dem NEV die weiteste Reise der Hauptrunde bevor, denn es geht in die Main-Metropole Frankfurt. Als letztendlich einziger Regionalligist Hessens gehen die Young Lions Frankfurt im Westen der Republik an den Start, nachdem der RSC Darmstadt seine Zusage im Sommer zurückgezogen hatte. Fühlte man sich in den vergangenen Jahren noch eher als ungeliebtes Stiefkind des Frankfurter DEL-Teams, so schenken die neuen Gesellschafter dem eigenen Nachwuchs erheblich mehr Beachtung. Mit Erich Kühnhackl wurde Deutschlands „Eishockeyspieler des Jahrhunderts” als Bindeglied zwischen den Profis und der Jugend installiert, dazu die finanzielle Unterstützung erheblich verstärkt. Aufgrund der Erfahrungen der letztjährigen Aufstiegsrunde, in der die Young Lions gegen die besten NRW-Teams einen schweren Stand hatten, war man sich darüber im Klaren, dass man in der gemeinsamen Liga trotz einiger Verstärkungen weiterhin die Außenseiterrolle einnehmen würde. Da der sportliche Anspruch im Vergleich zur Regionalliga Hessen jedoch erheblich höher ist, nahm man die Herausforderung mit Blick auf die Förderung der jungen Spieler an. Zwar belegt man mit nur einem Punkt derzeit den letzten Tabellenplatz, den Status der „Schießbude”, den andere Vereine in den vergangenen Jahren inne hatten, haben die Frankfurter aber nicht übernommen. Die Neusser Mannschaft wird beim Duell in der Frankfurter Eissporthalle (Beginn: 20 Uhr) als klarer Favorit antreten und das Ziel verfolgen, den fünften Sieg in Folge einzufahren. Leicht wird diese Aufgabe für das Neusser Team aber nicht, denn Trainer Andrej Fuchs muss am Freitag auf einige Akteure verzichten. Frederic Hellmann zog beim Spiel in Hamm eine Verletzung des Schultereckgelenks zu und muss ca. zwei Wochen pausieren, Sebastian Bongartz zog sich beim Spiel in Hamm eine Schnittwunde am Finger zu, Karl Jasik und Sebastian Odenthal müssen aus beruflichen Gründen passen und Sven Ernst ist nach der Spieldauerdisziplinarstrafe gesperrt.

Zwei Tage später sind die Rollen anders verteilt, wenn der NEV an der Düsseldorfer Brehmstraße antritt (18 Uhr). Die DEG Metro Stars II knüpfen an die Erfolge der vergangenen Saison an, in der sie Vizemeister der Regionalliga NRW wurden und anschließend das Play-off-Finale um den Aufstieg zur Oberliga erreichten, wo sie dem übermächtigen EHC Dortmund unterlagen. Da sich nach der Saison die Anzahl der schmerzhaften Abgänge in Grenzen hielt und einige junge Talente nachrückten, ließ sich bereits vermuten, dass mit der Düsseldorfer Zweitvertretung auch diesmal zu rechnen sein würde. Dank der professionellen Trainingsbedingungen ist man diesbezüglich dem Großteil der Liga um Längen voraus, was sich positiv in den Resultaten niederschlägt. Zwar belegt man derzeit „nur” den fünften Tabellenplatz, angesichts von gerade einmal zwei Punkten Rückstand auf Rang zwei wird jedoch deutlich, mit welchem Kaliber es die Neusser an der Brehmstraße zu tun bekommen werden. An Motivation dürfte es den Neussern gegen die äußerst lauf- und kampfstarken Düsseldorfer allerdings nicht mangeln, denn bei einem Erfolg im Derby könnte man erstmals in dieser Saison in die Spitzengruppe vorstoßen. Nachdem im Vorjahr alle vier Duelle an den Nachbarn gingen, würde man sich diesmal nur allzu gerne revanchieren.