Nach 40 Minuten 14 Tore

Favorit war eine Nummer zu großFavorit war eine Nummer zu groß
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Einen kuriosen Verlauf nahm das Spiel des Neusser EV gegen die Black Devils Niederrhein. Spielten die Neusser ihren Gegner in der ersten halben Stunde phasenweise schwindelig, so gelang es Moers anschließend, ein Debakel zu verhindern. Der NEV gewann mit 14:3 (7:1, 7:1, 0:1).

Wie der Phönix aus der Asche stand er da, der Moerser Torhüter, jubelte und ließ sich feiern. Auch einige Mannschaftskollegen rissen die Arme nach oben und vermittelten den Eindruck, als hätte sie soeben das Spiel gewonnen. Dabei war es ganz anders, doch alles der Reihe nach. Wenn der Spitzenreiter auf den Tabellenletzten trifft, ist die Rollenverteilung schon vor Spielbeginn klar. Tatsächlich gingen die NEV-Cracks ihre Aufgabe von Anfang an mit absoluter Ernsthaftigkeit an und nahmen GSC-Torhüter Marc Surkamp unter Dauerbeschuss. Nicht einmal zehn Minuten waren gespielt, da hatte dieser schon fünf Tore kassiert und die Nase gestrichen voll. Für den 21-Jährigen rückte Benjamin Flühmann zwischen die Pfosten, doch auch diesem sollte es nach fünfminütiger Schonzeit nicht besser ergehen. Während die Gäste bemüht, aber überwiegend hilflos agierten, zeigten die Neusser kein Mitleid und spielten mit ihren Gegnern phasenweise Katz’ und Maus. Nach dem neunten Treffer forderte Flühmann seinen Trainer zu einer Auszeit auf, die er aber erst nach dem elften Einschuss bekommen sollte, drei Tore später gab dann auch er frustriert auf. Surkamp kehrte auf das Eis zurück und hatte angesichts von noch dreißig zu spielenden Minuten die undankbare Aufgabe, das drohende Debakel zu verhindern. Doch die Pause hatte dem Schlussmann gut getan und nach einigen erfolgreichen Abwehrversuchen steigerte sich der Ex-Dortmunder immer mehr, während die Gastgeber mit ihren hochkarätigen Chancen immer fahrlässiger umgingen. Zudem nahm Trainer Andrej Fuchs nach und nach einige angeschlagene Spieler vom Eis, wodurch Spielfluss und mit fortlaufender Dauer auch die Entschlossenheit langsam nachließen. Auf der anderen Seite witterten die Gäste Morgenluft und schafften es tatsächlich, gestützt auf den nun unüberwindbar wirkenden Torhüter, das letzte Drittel für sich zu entscheiden. So hatten nach dem Spiel beide Seiten Grund zum Jubeln, mit Ausnahme vielleicht eines Moerser Offiziellen, der sich in der zweiten Drittelpause mit dem Schiedsrichtergespann angelegt hatte, und der dafür mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe belegt wurde. So endete ein abwechslungsreicher Abend nach kuriosem Spielverlauf mit einem 14:3-Sieg des NEV, der damit seine Tabellenführung verteidigen konnte.

Tore: 1:0 (0:30) Bromé (Angermann, Fuchs), 2:0 (2:22) Angermann (Bromé/5-4), 3:0 (4:43) Angermann (Bromé, Fuchs), 4:0 (7:55) Schmetz (Blumentritt), 5:0 (9:25) H. Schrills (Aminikia, Ackermann), 5:1 (10:35) Kolewe (van Bessel, Heinrichs), 6:1 (14:35) Köhler (Pering, Schmetz), 7:1 (19:34) Fuchs (Bromé, Angermann), 8:1 (22:57) Aminikia (Dreseler), 9:1 (23:57) Bromé (Fuchs, Angermann), 10:1 (25:43) H. Schrills (Oltmanns), 11:1 (26:18) Angermann (Fuchs, Perlitz), 12:1 (27:36) Köhler (Geisler/5-4), 13:1 (29:15) Bromé (Fuchs), 14:1 (29:26) Bromé (Angermann), 14:2 (37:10) Schmitz (Heinrichs, Utz), 14:3 (44:33) Benken. Strafen: Neuss 8, Moers: 18 + 20. Zuschauer: 213.