Mit Energieleistung und dem vierten Keeper zum Erfolg

EVD setzt sich gegen Neuss durchEVD setzt sich gegen Neuss durch
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Sollte der EV Duisburg erneut mit zwei Niederlagen starten? Keeper Christian Lüttges verletzt, sein Backup Max Englbrecht erwischte einen schwarzen Tag, auf der Bank saß 1b-Keeper Dominik Henning, Nominell die Nummer vier und noch ohne jeden Regionalliga-Einsatz. Und dann? Dann verletzt sich Janne Kujala, der einen Puck ins Gesicht bekam und sich zwei Platzwunden zuzog. Nils Liesegang hielt eine Hauerei mit Mirko Reinke für eine tolle Idee und kassierte eine Spieldauerstrafe. Und das alles gegen Lippe-Hockey Hamm, eine erfahrene und gute Mannschaft. 1:3 hinten nach gut 13 Minuten, 4:6 hinten nach gut 29 Minuten – doch nach 60 Minuten und einem ungeheueren Kraftakt im letzten Drittel drehten die Füchse das Spiel im Schlussabschnitt zum 7:6 (4:3, 1:3, 2:0)-Erfolg.

Bereits in den ersten 13 Minuten sah es nicht gut aus für den EVD. Wirkte das Team lustlos? „Nein“, sagte der verletzt zuschauende Verteidiger Christian Müller. „Hamm ist läuferisch und spielerisch gut, stehen defensiv so kompakt, dass wir wie gegen eine Mauer rennen.“ So traf Mirko Reinke, ein Ex-Fuchs, zur Hammer Führung in der achten Minuten. Zwar glich Artur Tegkaev aus (9.), doch Jiri Svejda (nachdem ein Zweikampf an der Bande aus Duisburger Sicht hergeschenkt worden war, 11.) und Sven Johannhardt (die EVD-Abwehr lief nur nebenher, 14.) sorgten für die daher nicht unverdiente 3:1-Gästeführung. Nur Sekunden später verkürzte Haiko Hirsch auf 2:3, ehe Duisburg den Ausfall von Topstürmer Kujala verkraften musste. Dennoch lief es plötzlich. Bis zur ersten Pause drehten Michael Hrstka (15.) und Miikka Jäske (18.) das Ergebnis auf 4:3.

Doch nach weniger als fünf Minuten im Mittelabschnitt lag Hamm durch Patric Schnieder und Jiri Svejda wieder mit 5:4 vorne. In beiden Fällen griff Englbrecht daneben, der schon im ersten Drittel unsicher wirkte. „Das kann passieren“, stellte sich EVD-Chef Ralf Pape vor seine Keeper. „Auch Christian Lüttges hatte in Neuss mal einen schlechten Tag.“ Mutig war dann die Entscheidung von Trainer Czeslaw Panek in der 25. Minute. Er brachte den 23-jährigen Dominik Henning, der ansonsten in der Reservemannschaft zum Einsatz kommt. Er kassierte nur noch das 4:6 (Pierre Kracht, 26.), lieferte in seinem ersten Regionalligaspiel aber eine sichere Leistung und wurde nach dem Spiel von den Fans zurecht gefeiert.

Spielerisch war die Duisburger Aufholjagd nach den vielen Ausfällen zwar kein Glanzstück, die kämpferische Leistung war jedoch aller Ehren wert. Tegkaev verkürzte den Abstand (35.), ehe Miikka Jäske (54.) und Franz Fritzmeier (56.) das Spiel unter dem lauten Jubel der Fans drehten. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat gut gespielt“, sagte Andreas Pokorny. „Die Zuschauer haben in diesem Spiel alles geboten bekommen.“ Auch EVD-Coach Czeslaw Panek lobte die Gäste, „aber Weihnachten und die Zeit der Geschenke ist nun einmal vorbei.“

Auf Hammer Seite verletzte sich Goalie Stefan Kornewald beim vierten Duisburger Treffer; er kugelte sich die Schulter aus. Janne Kujala zog sich zwei Platzwunden zu. Weil die Verletzungen vergleichsweise tief waren, erteilten ihm die Ärze drei Tage Sportverbot. Er wird also wie der gesperrte Liesegang am Sonntag in Unna fehlen.

Tore: 0:1 (7:33) Reinke (Svejda, Jablonski/5-4), 1:1 (8:59) Tegkaev (Breitkreuz, Aminikia), 1:2 (10:59) Svejda (Feske), 1:3 (13:05) Johannhardt (Kracht, Gose), 2:3 (13:33) Hirsch (Aminikia, Tegkaev), 3:3 (14:49) Hrstka (Jäske, Mauch), 4:3 (17:49) Jäske (Fritzmeier, Hrstka), 4:4 (23:08) Schnieder (Feske, Golden), 4:5 (24:47) Svejda (Johannhardt, Jablonski/4-4), 4:6 (28:16) Kracht (Johannhardt, Golden), 5:6 (23:35) Tegkaev (Schöbel, Aminikia/5-4), 6:6 (53:20) Jäske (Hrstka, Fritzmeier/5-4), 7:6 (55:36) Fritzmeier (Jäske, Schöbel). Strafen: Duisburg 6 + 5 + Spieldauer (Liesegang), Hamm 16 + 5 + Spieldauer (Reinke). Zuschauer: 1057. (the)

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