Kobras siegen beim Tabellenführer Grefrath PhoenixDinslakener Kobras

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Während Grefraths Trainer Karel Lang personell nicht nur aus dem Vollen schöpfen konnte und sich sogar einige überzählige Spieler auf der Tribüne wiederfanden, musste man bei den Gästen berufsbedingt auf Daniel Pleger, Benedikt Hüsken und Thorsten Peters verzichten. Zudem fehlte bekanntlich Dirk Schmitz, da er seine im Spiel gegen Köln erhaltene Spieldauerdisziplinarstrafe absitzen musste. Für den gesperrten etatmäßigen Kapitän übernahm Sebastian Haßelberg das „C“ auf der Brust.

In einer körperlich geführten, aber stets fairen Partie entwickelte sich zur Verwunderung einiger Zuschauer im ersten Drittel eine Partie auf Augenhöhe. Die Kobras zeigten sich gegenüber der 0:4-Heimpleite gegen Köln deutlich verbessert und schienen damit auch die Hausherren und hohen Favoriten der Begegnung etwas zu überraschen. Das Spiel ging auf und ab, hochkarätige Torchancen waren auf beiden Seiten jedoch Mangelware. Den besseren Einstieg ins Spiel fanden letztendlich die Kobras. Allerdings benötigten sie dazu eine numerische Überlegenheit. Doch brachte erst die dritte Strafzeit der Hausherren den gewünschten Erfolg. Bei der ersten Überzahlsituation kamen die Dinslakener erst nach 90 Sekunden in die Aufstellungsformation und brachten überhaupt keinen Torschuss zustande, im zweiten Überzahlspiel scheiterten sie immer wieder an Phoenix-Torhüter Dominik Henning, doch beim dritten 5:4 reichten gerade einmal 5 Sekunden, bis Richards Grigors, angespielt nach Bullygewinn durch Sebastian Haßelberg, den Puck bei der Zeit von 16:07 von der blauen Linie in die Grefrather Maschen jagte.

Der Mittelabschnitt startete, wie der erste aufgehört hatte. Es spielten zwei gleichstarke Mannschaften, wobei die Anzahl der Torchancen nun langsam zunahm. Wiederum mit dem besseren Ende für die Gäste. Denn Jan Nekvinda, der nach seiner Matchstrafe erstmalig wieder im Team war, fälschte in der 23. Minute einen strammen Pass von Sebastian Haßelberg platziert ins Gehäuse der Linksrheinischen ab.

Jetzt wurden die Angriffe des Teams von Karel Lang von Minute zu Minute wütender. Die Tsvetkov-Truppe sah sich mehr und mehr in die Defensive gedrängt, blieb aber durch nadelstichartige Konter immer gefährlich und hätte eigentlich im Mittelabschnitt schon den Sack zumachen können. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass sich auch Grefrath einige Großchancen erarbeitete und auf einen wieder genesenen Dennis Rudolph traf, der einen sehr guten Tag erwischt und auch manchmal das Glück des Tüchtigen hatte. So konnte man aus Gäste Sicht den 2-Tore-Vorsprung in die zweite Pause retten.

Im Schlussdrittel schnürte der Tabellenführer nun die Gäste immer mehr in ihrem Verteidigungsdrittel ein und diese wehrten sich nach Kräften. Einmal mit unfairen Mitteln, wie der Unparteiische, der die Begegnung übrigens jederzeit im Griff hatte, befand. Als sich im Getümmel unmittelbar vor dem Dinslakener Gehäuse mehrere Kobra-Spieler einfach auf den Puck fallen ließen und somit das Spielgerät nicht nur unbespielbar machten, sondern gleichzeitig die Hausherren um eine klare Tormöglichkeit brachten, entschied der Referee auf Penalty für Grefrath. Rene Reuter, der routinierte ehemalige DEL-Spieler, ließ Dennis Rudolph in der 56. Minute keine Chance und machte mit seinem Anschlusstreffer das Spiel somit noch spannender. Die Dinslakener wollten nun unbedingt und verständlicherweise das Penaltyschießen vermeiden und den Dreier mit auf die andere Rheinseite nehmen. Abwehrarbeit hatte in den letzten vierMinuten höchste Priorität und man startete kaum noch eigene Angriffe, sondern bemühte sich, den Puck nur noch sicher in den eigenen Reihen zu halten, um somit Zeit von der Uhr zu nehmen. Coach Tsvetkov hatte dabei schon längst auf 2 Sturmreihen umgestellt, doch die anderen Spieler hatten durch ihren Einsatz u.a. auch dafür gesorgt, dass den ersten Sechs nun am Ende nicht die Luft ausging. Und so war Trainer Karel Lang gezwungen, seinen Torhüter kurz vor Schluss für einen weiteren Feldspieler zu opfern.

„Schnapper“ Dennis Rudolph krönte seine gute Leistung an diesem Abend mit einem genauen, langen Zuspiel auf Timothy Tanke, der seinerseits noch ein paar Meter mit der schwarzen Hartgummischeibe lief, um diese dann an einem zurückgeeilten Phoenix-Verteidiger vorbei ins verwaiste Gehäuse der Hausherren zu schlenzen. Nach dem Spiel wurde unter den mitgereisten Anhängern der Kobras diskutiert, wann es den  letzten Auswärtssieg eine Dinslakener Seniorenmannschaft in Grefrath gab. Es konnte sich keiner mehr erinnern. Man könnte diesen Sieg also beinahe als historisch bezeichnen.

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