Ice Dragons bleiben auf Platz zwei

Angstgegner Grefrath geschlagen – aber Pokalsieg verpasstAngstgegner Grefrath geschlagen – aber Pokalsieg verpasst
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Erneut waren es nur knapp 400 Zuschauer im Herforder Eisstadion, die mal wieder ein Wechselbad der Gefühle durchlebten, um dann am Ende um so emotionaler den Sieg ihrer Herforder Ice Dragons über die Ratinger Ice Aliens 1b bejubeln zu können. Nach 4:0-Führung mussten die heimischen Kufencracks noch den Ausgleich hinnehmen, um das Spiel dann in den letzten 90 Sekunden mit 6:4 für sich zu entscheiden.

Nervös starteten beide Teams in die Partie, dennoch hatten die Ice Dragons von Beginn an leichte optische Vorteile. Die Angriffe der Gäste wurden zumeist schon an der blauen Linie abgefangen, während die eigenen Angriffe nicht bis zum Schluss durchgespielt wurden, so das es immer wieder zu überhasteten und ungenauen Abschlüssen kam. In den ersten 10 Minuten mussten so beide Torhüter nicht oft eingreifen, allerdings wirkte es, als hätten die Ice Dragons ihre Gäste im Griff. Erst in der 13. Spielminute schlug der Puck erstmals im Kasten ein. In Überzahl hielt Dennis Schmunk einfach drauf, Jan Schwittek im Ratinger Tor konnte zwar abwehren, verlor aber kurz die Übersicht und Norbert Daneman stocherte die frei liegende Scheibe zum 1:0 über die Linie. Plötzlich war die Nervosität wie weggeblasen. Nur 12 Sekunden später spielte Patrick Preuße auf Slava Koop, der Jan-Niklas Linnenbrügger am langen Pfosten bediente und „Janni“ ließ sich nicht zweimal bitten und erhöhte aus kurzer Distanz auf 2:0. Die Ice Dragons waren nun richtig im Spiel, während die Gäste doch ein wenig ratlos wirkten. In der 16. Minute spielte Slava Koop den startenden Nils Bohle an, der dann sogar auf 3:0 erhöhte. Als dann noch in der 19. Minute Artur Batraks einen über Norbert Daneman und Dennis Schmunk vorgetragenen Konter in Unterzahl zum 4:0 verwandelte, wähnten sich sowohl Fans als auch Mannschaft schon auf der Siegerstrasse. Mit dieser auch in der Höhe verdienten Führung ging es dann in die erste Pause.

Im zweiten Drittel waren die Gastgeber dann mal wieder nicht wiederzuerkennen. Immer wieder kamen sie einen Schritt zu spät, immer wieder kamen die Pässe nicht an. In der 31. Minute fing Routinier André Wilmshöfer einen verunglückten Aufbaupass ab, die Scheibe kam über Max Pilling zu Sascha Schmetz und der verkürzte auf 4:1. Nur eine Minute spätzer der nächste Konter der Gäste. Dieses Mal kam die Scheibe über Simon Migas zu André Wilmshöfer, der Jacob Lamers im Herforder Tor düpierte und auf 4:2 verkürzte. Man merkte den Ice Dragons nun die zittrigen Beine an, das ominöse zweite Drittel war wieder da. Und es kam, wie es kommen musste. In der 34. Minute, die Ice Dragons waren in Unterzahl, kam die Scheibe über Max Pilling und Sascha Schmetz zum am linken Pfosten wartenden Sven Gotzsch, der aus knapp einem Meter Entfernung mit einem wuchtigen Schlagschuss auf 4:3 verkürzte. Die Ice Dragons waren nun total von der Rolle, nur mit viel Kampf und ein wenig Glück konnten sie weitere Gegentore verhindern. So ging es mit 4:3 in die zweite Pause.

Im letzten Drittel erwarteten die Fans die typische Leistungssteigerung ihres Teams. Doch die Gegentore hingen noch in den Köpfen fest, die Gäste aus Ratingen hatten weiterhin Oberwasser. In der 47. Minute war es dann soweit. Auf Vorlage von Sven Gotzsch und André Wilmshöfer erzielte Sascha Schmetz den Ausgleich. Nun schienen alle Dämme zu brechen, doch Jacob Lamers hielt seine Farben im Spiel. Erst nach knapp 50 Minuten fingen sich die Ice Dragons, erarbeiteten sich wieder Chancen und taten mehr fürs Spiel. In Überzahl knallten sie eine Scheibe nach der nächsten aufs Tor, doch entweder gingen die Schüsse am Tor vorbei oder Jan Schwittek stand goldrichtig. Als sich aller schon auf ein Penaltyschießen einrichteten, kam dann die erneute Herforder Führung. Nur noch 89 Sekunden waren zu spielen, als André Schäfer die Scheibe ins gegnerische Drittel brachte, den links an der Bande laufenden Patrick Preuße anspielte, der wiederum in die Mitte passte wo „Janni“ Linnenbrügger goldrichtig stand und das, von Fans und Mannschaft gleichermaßen gefeierte, 5:4 erzielte. Anton Weißgerber nahm sofort eine Auszeit, um sein Team darauf vorzubereiten, das die Ice Aliens wohl den Torwart vom Eis nehmen würden, um noch mehr Druck zu erzeugen. So kam es dann auch. Aber Norbert Daneman hatte aufgepasst, erkämpfte sich die Scheibe an der eigenen blauen Linie, lief ins gegnerische Drittel und schlenzte die Schiebe 17 Sekunden vor Schluss zum 6:4 Endstand ins verwaiste Gästetor. Am Ende ein glücklicher, aber nicht unverdienter Sieg, mit dem die Ice Dragons einen weiteren großen Schritt in Richtung Regionalliga gemacht haben.

Torfolge: 1:0 (13.) Danemanis (Schmunk), 2:0 (14.) Linnenbrügger (Koop, Preusse), 3:0 (16.) Bohle (Koop), 4:0 (19.) Batraks (Schmunk, Danemanis), 4:1 (31.) Schmetz (Pilling, Wilmshöfer), 4:2 (32.) Wilmshöfer (Migas), 4:3 (34.) Gotzsch (Schmetz, Pilling), 4:4 (47.) Schmetz (Wilmshöfer, Gotzsch), 5:4 (59.) Linnenbrügger (Preusse, Schäfer), 6:4 (60.) Danemanis. Strafen: Herford 20 + 10 (Schmunk), Ratingen: 20 + 10 (Gärtner). Zuschauer: 322.

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