Herford siegt beim „Tag der offenen Tür“

Angstgegner Grefrath geschlagen – aber Pokalsieg verpasstAngstgegner Grefrath geschlagen – aber Pokalsieg verpasst
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Ein außergewöhnliches Spiel bot sich den über 500 Zuschauern bei der Partie des Herforder EV gegen den EC Siegerland in der Verbandsliga NRW. Beide Teams spielten von Beginn an unter Vernachlässigung defensiver Disziplin mit großem Offensivdrang, so dass sich ein offener Schlagabtausch entwickelte. Was die Trainer beider Teams einige Nerven gekostet haben mag, wurde zu einem Spiel, was die begeisterten Fans so schnell wohl nicht vergessen werden. Letztlich entschied Herford durch eine starke Phase im zweiten Drittel das Spiel, das keinen Verlierer verdiente, mit 10:8 (4:3, 5:2, 1:3) für sich.

Den besseren Start erwischten dabei die mit nur zwei Reihen angetretenen Gäste aus dem Siegerland. Bereits nach 42 Sekunden lief Rene Kutzner nach einem Fehlpass in der Herforder Hintermannschaft allein auf Kai Frenzel im Herforder Gehäuse zu, Letzterer blieb jedoch Sieger. Nur 28 Sekunden später war Frenzel dann doch geschlagen, als Daniel Niestroj das 0:1 markierte. Wiederum Kutzner hatte direkt im Anschluss die Chance, auf 0:2 zu erhöhen, scheiterte jedoch mit seinem Rückhandschuss an Frenzel. Keine Minute später schickte Matthias Wolff mit einem präzisen Pass den nach seinem USA-Aufenthalt ins Team zurückgekehrten Christian Jabs, der zum 1:1 abschloss.

In der Folge entwickelte sich ein Spiel mit vielen Chancen und Toren auf beiden Seiten. Immer wieder düpierten die Angriffsformationen den Gegner. Allerdings konnte kein Team eine Führung längere Zeit behaupten. Die erste Herforder Führung durch Tim Horstbrink (im Powerplay) nach 09:21 Minuten hielt gerade einmal 38 Sekunden, ehe Marius Klein egalisierte. Als Matti Sidar Stein erneut die Gäste in Front brachte, dauerte es 102 Sekunden, bis Alexander Gaal Theo Eickhoff im Tor der Siegerländer ausmanövrierte und für die Ostwestfalen ausglich. Als Jabs kurz vor Ende des ersten Drittels auf Eickhoff zulief, vereitelte Gieseler mit einem Stockschlag eine mögliche Torgelegenheit. Im darauf folgenden Powerplay holte Jabs mit einem präzisen Schlagschuss sein Tor nach – 4:3. Mit dieser, nach dem Spielverlauf des ersten Drittels, etwas überraschenden Führung ging es ins zweite Drittel.

In diesem brauchte Klein wiederum nur 45 Sekunden, um für die Gäste auszugleichen, und Gaal weitere 31 Sekunden, um die Führung wieder herzustellen. Dem abermaligen Ausgleich für Siegerland durch Marco Herbel (28:12) folgte die letztlich entscheidende Drangperiode der Herforder Ice Dragons. Machte Siegerland anfangs den spritzigeren Eindruck, waren es nun die Ice Dragons, die den entscheidenden Moment früher am Puck waren und so bis zum Drittelende eine lautstark gefeierte Vier-Tore-Führung durch Gaal, Andreas Martens, Jabs und Henry Woodbridge herausspielen konnten.

Wiederum Gaal war es in Unterzahl vorbehalten, zum ersten Mal in dieser Saison den zweiten Zeiger der Anzeigentafel zum 10:5 zu aktivieren. Es schien so, als seien die Gäste aus dem Siegerland nun stehend KO und die Partie entschieden. Der HEV schaltete daraufhin nun einen Gang zurück – zu früh, wie sich zeigen sollte. Denn nach dem überraschenden Anschlusstor durch Tim Bruch in eigener Unterzahl bekamen die Gäste die zweite Luft und übernahmen mit zwei weiteren Toren durch Daniel Walther und Kutzner innerhalb von nur 2:45 Minuten die Initiative. Als kurz darauf der Herforder Martens eine umstrittene Spieldauerdisziplinarstrafe bekam, drohte das Spiel noch einmal zu kippen. Doch mit Hilfe der enthusiastisch anfeuernden Fans gelang es dem Herforder EV, das Ergebnis bis zur Schlusssirene zu halten, auch weil Siegerland unverständlicherweise erst etwa 40 Sekunden vor Schluss den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Feld nahm.

Tore: 0:1 (1:10) Niestroj (T. Bruch), 1:1 (2:27) Jabs (Wolff), 2:1 (9:21) Horstbrink (Trippel/5-4), 2:2 (9:59) Klein (Walther), 2:3 (12:52) Stein (Herbel, Halfmann/5-4), 3:3 (14:34) Gaal (Martens), 4:3 (18:57) Jabs (Marchel/5-4), 4:4 (20:45) Klein (Walther), 5:4 (21:16) Gaal (Martens), 5:5 (28:12) Herbel (Halfmann, Walther/5-4), 6:5 (29:16) Gaal, 7:5 (33:40) Martens (Kiel, Preuße), 8:5 (35:41) Jabs (Reim), 9:5 (39:23) Woodbridge (Horstbrink), 10:5 (47:34) Gaal (Martens/4-5), 10:6 (48:53) T. Bruch (5-4), 10:7 (50:21) Walther (Kutzner, Klein), 10:8 (51:38) Kutzner (Stein). Strafen: Herford 14 + 5 + Spieldauer (Martens), Siegerland 12. Zuschauer: 505. (Jens Radulovic)

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