Herford dreht nach 0:4-Rückstand

Angstgegner Grefrath geschlagen – aber Pokalsieg verpasstAngstgegner Grefrath geschlagen – aber Pokalsieg verpasst
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Die 420 Zuschauer beim Herforder Saisonauftakt sahen ein Spiel mit zwei Gesichtern. Bis zur Mitte des zweiten Drittels sahen die Gäste aus Krefeld wie die sicheren Sieger aus, doch dann starteten die Herforder, vom Heimpublikum unterstützt, eine furiose Aufholjagd und drehten das Spiel zu einem nicht mehr für möglich gehaltenen 6:4 (0:3, 4:1, 2:0)-Sieg.

Der SC Krefeld schien nahtlos an den 12:1-Sieg gegen den EC Siegerland anknüpfen zu wollen und setze den gastgebenden Herforder EV von Beginn an unter Druck. Noch ehe die Gastgeber, denen man die mangelnde Spielpraxis aufgrund der kurzen Vorbereitung anmerkte, so richtig in der Begegnung angekommen waren, lagen sie auch schon in Rückstand. Felix Peil nutzte einen Herforder Puckverlust im eigenen Drittel und brachte Krefeld in der 2. Minute in Front. Die Preussen machten in der Folge weiter Druck, doch Matthias Hozki und Marcel Ackers (beides 3.) vergaben in aussichtsreicher Position. Die Gäste kontrollierten Puck und Gegner und konnten ihre Überlegenheit in der 8. Spielminute im Powerplay in Zählbares ummünzen, als HEV-Goalie Kai Frenzel einen Schuss von Fabian Peelen abprallen ließ und Ackers im Nachsetzen traf. Die Gäste begannen nun zu zaubern: Sascha Drehmann setzte per Rückhandpass Hozki in Szene, der mit einem wunderschönen Rückhandschlenzer in den linken oberen Winkel das 0:3 (10.) markierte. Auch in der Folge hatte Krefeld mehr vom Spiel, verpasste es aber, sich weiter abzusetzen, so dass es mit diesem Ergebnis in die Kabinen ging.

Das Mitteldrittel war gerade 30 Sekunden alt, als Marco Hellwig eine zweifache Überzahl nutzte und mit einem Schlagschuss von der blauen Linie das 0:4 markierte. Alles schien auf einen Krefelder Kantersieg hinauszulaufen, doch die Herforder, angefeuert vom lautstarken Publikum, erhöhten nun ihr Engagement und fanden langsam ins Spiel. Lohn des kämpferischen Einsatzes war in der 28. Spielminute der noch etwas überraschende Anschlusstreffer der Ice Dragons durch Patrick Preuße. Was zu diesem Zeitpunkt wohl kaum einer der Anwesenden ahnte: Das Tor markierte die entscheidende Wende der gesamten Partie, denn die Herforder übernahmen nun die Vorherrschaft auf dem Eis und gaben diese bis zum Ende der Begegnung nicht wieder her. Nur 21 Sekunden später brachte Nils Bohle die Werrestädter durch einen Schlagschuss von der blauen Linie weiter heran. Das Krefelder Trainergespann nahm nun eine Auszeit, um das Momentum wieder auf ihre Seite zu ziehen, doch bereits 103 Sekunden später musste Dennis Rudolph im Krefelder Tor zum dritten Mal hinter sich greifen, nachdem Alexander Gaal den Puck über dessen Fanghand ins kurze Eck gelöffelt hatte. Die Herforder spielten nun wie ausgewechselt und erkämpften sich durch die hohe Einsatzbereitschaft des gesamten Teams ein Übergewicht, während sich in den Krefelder Reihen Unsicherheit breit machte. Die Konsequenz war der Ausgleich in der 38. Spielminute durch Lucas Klein.

Das Schlussdrittel begann mit einer Szene, die für Aufregung sorgte. Das ansonsten sehr souveräne Schiedsrichtergespann erkannte nach einem Krefelder Pfostenschuss zunächst auf Tor, korrigierte sich jedoch umgehend. Doch weder davon, noch von den taktischen Maßnahmen der Preussen, die auf zwei Reihen umstellten, ließen sich die Hausherren beirren. Als André Schäfer mit einem fulminanten Schlagschuss unters Dach von Rudolphs Gehäuse das 5:4 markierte (46.), war die Partie endgültig gedreht. Gut zwei Minuten später sorgte Matthias Wolff durch einen Treffer in Unterzahl für die Vorentscheidung. Da auch das Herausnehmen des Torhüters für einen weiteren Feldspieler bei den Krefeldern gegen Ende der Partie die Herforder Überlegenheit nicht mehr brechen konnte, fuhr der Herforder EV bei seinem ersten Saisonspiel einen am Ende verdienten Sieg ein.

Tore: 0:1 (01:10) Huber (Peil), 0:2 (7:46) Ackers (Peelen, Huber/4-5), 0:3 (9:17) Hozki (Drehmann, Mann), 0:4 (20:30) Hellwig (Hozki, Drehmann/3-5), 1:4 (27:45) Preuße (Koop/4-4), 2:4 (28:06) Bohle (Reim/4-4), 3:4 (29:49) Gaal (Reim, Wolff/5-3), 4:4 (37:38) Klein (Preuße, Horstbrink), 5:4 (45:41) Schäfer (Wolff, Buchholz), 6:4 (48:01) Wolff (Kiel/4-5). Strafen: Herford 26, Krefeld 26. Zuschauer: 420. (Jens Radulovic)