Halbfinal-Aus für die IcefightersSalzgitter Icefighters

Halbfinal-Aus für die IcefightersHalbfinal-Aus für die Icefighters
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Clevere Bremerhavener gewannen in Salzgitter. Zwar hatte man nahezu das ganze Hinspiel die Überhand, aber punktuelle Konter, eine genutzte Überzahl und ein schwerer Fehler brachten den Gästen die optimale Torausbeute beim 4:2-Sieg der Young Pinguins in Salzgitter.

Es begann mit hohem Tempo. Die Gastgeber wollten von Beginn an zeigen dass die Favoritenrolle in Salzgitter nicht zu Unrecht ansässig war. Doch die Abwehrreihen ließen wenig zwingende Torchancen zu. Stattdessen musste man enorm aufpassen dass die schnellen Entlastungen seitens der Gäste nicht allzu gefährlich wurden. Das ersehnte Tor wollte demnach partout nicht fallen, man hörte zwar zweimal deutlich das Metall des Gehäuses, aber das war es auch schon. Besser machte es einmal mehr Peter Boon, der im ersten Spiel drei Tore markierte, als er in einem schnellen Gegenzug allein vor Radka Lhotska auftauchte und ihr keine Chance ließ. Eine weitere Unachtsamkeit in der Abwehr brachte dann direkt vor der Pause das 0:2 – zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Somit hatte man zur Pause schwer zu schlucken. Auch das verletzungsbedingte Fehlen von Alex Pflüger machte sich über beide Partien bemerkbar.

Im zweiten Durchgang ging es munter hin und her. Es war quasi ein Spiel mit offenem Visier. Die Hausherren wollten das Tor zum Anschluss markieren, die Bremerhavener hielten dagegen. Chancen waren in diesem Durchgang zuhauf erspielt, Tore waren jedoch Mangelware, was nicht zuletzt an den starken Leistungen beider Goalies lag.

Das Abschlussdrittel hatte es dann in sich. Die Angriffsbemühungen der Mannen von Radek Vit hatten sich endlich gelohnt. Milan Marnota erzielte den Anschlusstreffer. Selten in dieser Saison hatte man ein Tor so stark bejubelt. Aber bereits zwei Minuten später gab es eine verhängnisvolle Strafzeit, die den Gästen in Überzahl die Möglichkeit gab die Führung auszubauen, was auch eiskalt genutzt wurde. Zehn Minuten vor Ende hatte David Jasieniak mittig der blauen Linie freie Schuss Bahn und zog ab. Der Puck fand den Weg ins Tor, wohl der einzige Fehler des ansonsten wie erwähnt starken Goalies der Gastmannschaft. Als man sich mit dem Gedanken der knappen Niederlage, verbunden mit der Hoffnung auf den Ausgleich dem Ende der Partie näherte, passierte der folgenschwere Fehler an der eigenen blauen Linie als der Puck ausgerechnet an Boon verloren wurde, der sich diese Gelegenheit mit seiner Erfahrung nicht nehmen ließ und den 2:4-Endstand herstellte. So wurde es am Ende eine Niederlage die nicht hätte sein müssen, war man doch die stärkere Mannschaft, aber gewonnen hatte die cleverere.

Keine 24 Stunden später stand schon das Rückspiel in Bremerhaven auf dem Programm. Auf eine heiße Anfangsphase hatten sich die Pinguine sicher eingestellt – doch mit diesem Spielverlauf war sicher nicht zu rechnen. Die Icefighters wollten Wiedergutmachung leisten für die Niederlage vom Vortag. In den ersten Minuten spielten beide Teams auf Augenhöhe, Abtasten war die erste taktische Devise, mit zunehmender Spielzeit jedoch wurden beide Mannschaften mutiger und setzten die ersten gefährlichen Angriffe. Es dauerte nicht lange und in der zehnten Spielminute gelang Youngstar Dalsch der erste Treffer. Die Pinguins verloren daraufhin immer mehr die Ordnung, was die Icefighters konsequent mit zwei Treffern ausgenutzten. Beide Tore erzielte Pelikan (16., 19. ) Besser hätte der Start kaum ausfallen können, durch diese Treffer waren die Salzgitteraner wieder auf Final-Kurs und gingen mit einer klaren Führung in die Pause.

Vielleicht war diese Pause eine Art Weckruf für das Team aus dem Norden – denn danach kamen die Bremerhavener besser ins Spiel, geschuldet der Nervosität auf seitens Salzgitters. Und so überraschte es nicht wirklich, dass sie noch vor Ablauf der Spielzeithälfte die Anschlusstreffer eins und zwei erzielen konnten (23., 29. ). Es entwickelte sich nun ein packendes, vor allem aber spannendes und temporeiches Spiel auf Augenhöhe, in der kurz darauf Reiffen in der 31. Minute den erneuten Zwei-Tore-Vorsprung durch eine trockenen Handgelenkschuss wieder herstellen konnte. Im gesamten zweiten Drittel haderten die Icefighters aber viel, vielleicht ein wenig zu viel mit den eigens vergebenen Chancen. Die Reihe um Pelikan, Reiffen und Marnota vergab größte Einschussmöglickeiten und konnte auch im im Nachschuss gegen den schon geschlagenen Schlussmann Thiehoff nicht treffen. Mit diesem Spielstand ging es ins letzte Drittel.

Den deutlich glücklicheren Start ins Schlussdrittel erwischten dann erneut die Hausherren. Sechs Minuten waren beide Teams auf dem Eis, da schoss Fendt (46.) hinter dem Tor stehend auf R. Lhotska, der Schuss fand vom Schoner den Weg ins Tor, die Icefighters-Torfrau sah dabei unglücklich aus. Fast postwendend hatten die Gäste jedoch die richtige Antwort parat, Marnota (49.) erzielte mit einem Schuss, durch Freund und Feind, den erneuten zwei Tore Vorsprung. In den nächsten Spielminuten entwickelte sich eine enorm spannende Partie, den Jubelschrei auf den Lippen, hatten beide Teams einige Male, doch sollte das Drama bis zur vorletzten Spielminute seinen Lauf nehmen. Durch einen Wechselfehler bedingt, wurde Boon auf Seitens Bremerhaven wieder zum „Icefighters-Schreck“. Dem erfahrenen Stürmer gelang kurz vor Schluss die Endscheidung, sein Schuss ließ Lhotska keine Chance im Tor.

Darauf überschlugen sich die Ereignisse, die Icefighters waren von der Rolle. Nach einem emotionalen Angehen des Schirigespannes durch Marnota wurde dieser mit einer verdienten Matchstrafe belegt. Der nächste Treffer gelang dann wieder Boon per Alleingang – wieder war ein unglücklicher Fehler vorausgegangen, zum Endstand von 5:5.

Fazit: Freud und Leid liegen bekanntlich oft nahe beieinander – Die Icefighters spielten beide Partien mit viel Mut, jedoch war die Chancenauswertung in beiden Spielen nicht optimal – die Mehrzahl an Torschüssen war zu selten wirklich gefährlich. In der Abwehr, waren einige Aktionen sehr unglücklich verlaufen, was schlussendlich zum Scheitern führte. Trotzdem schauen die Icefighters auf eine überaus erfolgreiche Spielzeit zurück, die mit der Vorrundenmeisterschaft gekrönt werden konnte. Nach einem intensiven, hochklassigen und fairen Halbfinale verabschieden sich die Icefighters in die verdiente Sommerpause.  

Jetzt die Hockeyweb-App laden!