Gelungener Einstand von Coach Henry Thom beim REC

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Am vergangenen Wochenende startete Coach Henry Thom mit seinem neuen Verein, dem Rostocker EC, in die Oberligasaison. Er coachte in der vergangenen Saison den EHC Timmendorfer Strand 06 in der Regionalliga Nordost. „Mehr graue Haare“ habe er bekommen am Freitag beim Auftaktspiel gegen den ESC Halle 04 Saale Bulls. Bis zur letzten Minute stand es 2:2, als die Piranhas einen Penalty zugesprochen bekamen. Den Penalty-Fluch hat er nicht mitgenommen aus Timmendorfer Strand (seine Beachboys erzielten bei sechs Penaltyschiessen nur ein Tor), denn Kevin Richardson verwandelte den Penalty zum 3:2.

Das erste Heimspiel war an der neuen Wirkungsstätte, der Schillingallee, mit 1800 Zuschauern ausverkauft. Unter den 1800 Zuschauern befand sich eine kleine Abordnung aus Timmendorf, die für richtig gute Stimmung in der Eishalle sorgte. Gegner waren die Eisbären Berlin Juniors, die mit 4:3 bezwungen werden konnten. Sechs-Punkte-Wochenende also für die Piranhas und ein gelungener Einstand von Coach Henry Thom in der Oberliga. Hockeyweb hatte die Gelegenheit nach dem Spiel mal nachzufragen.

Herr Thom, herzlichen Glückwunsch zu diesem erfolgreichen Wochenende, was sind Ihre ersten Eindrücke?

Es ist natürlich super, dass man direkt sechs Punkte am ersten Wochenende geholt hat. Es gibt aber noch viel zu arbeiten und viel zu verbessern, gerade im taktischen Bereich. Da sind wir noch ein „bissl“ zu chaotisch. Wir haben am ersten Wochenende die Halle voll gehabt. Wäre natürlich schön gewesen, wenn wir ein bisschen besser gespielt hätten, aber wir waren erfolgreich und hinterher fragt keiner mehr wie.

Wie hat Ihr Team die Systemumstellung vom russisch geprägten System Ihres Vorgängers auf das von Ihnen bevorzugte kanadische System verkraftet?

Ich denke mal, dadurch dass wir sehr viele Spieler gewechselt haben, ist es einfacher. Die Spieler, die das nicht gespielt haben vorher, hören ja auf den Trainer und setzen das automatisch um. Die anderen Spieler, die hier geblieben sind, die spielen gerne nach vorne, denen ist die Umstellung vielleicht leichter gefallen. Noch spielen wir noch nicht so, wie ich mir das vorstelle, weil man hat einfach zu wenig Zeit gehabt, um das alles perfekt einzustellen. Und dadurch kommt so ein Spiel zustande, wo die Berliner schnell nach vorne kommen und dann wird es immer schwer, weil die spielen super die Scheibe und sind schnell und machen es unserer Mannschaft immer schwer.

Mussten Sie für sich persönlich was umstellen?

Außer dass ich immer fahren muss, es ist ein anderes Tempo, da spielt man ein anderes Eishockey, das ist klar. Von der Taktik und der Mentalität werde ich immer derselbe bleiben, da kann ich nicht viel umstellen. Natürlich muss man auch eine Bindung zur Mannschaft kriegen und wissen, wie jeder vom Kopf her denkt. Das muss man über die Saison herausfinden, damit man weiß, wie man wen anspricht. Aber das kommt langsam, langsam kenne ich sie alle.

Wie sieht Ihr Saisonziel aus?

Was sage ich immer: Jedes Spiel gewinnen, aber das wird nicht immer möglich sein. Mein Ziel sind ganz klar die Play-offs, also unter die ersten Vier im Norden. Wenn wir 100 Prozent geben jeden Tag, dann denke ich, dass wir das auch schaffen. Aber das ist abhängig davon, ob man verletzte und gesperrte Spieler hat in der Liga, denn wir haben einen kleinen Kader und die Saison ist lang.

Sind Sie zufrieden mit Ihrem Kader den Sie hier zur Verfügung haben?

Vom Charakter her sind die Jungs superklasse. Die kämpfen jeder für jeden, das hat man auch heute gesehen. Vom spielerischen war es bestimmt nicht unsere beste Leistung, aber die Jungs haben gekämpft und dann gewinnt man auch.

Wie sieht es mit Julian Bartsch (derzeit Probevertrag) aus? Wird er bleiben in Rostock?

Bis jetzt denke ich ja. Er verbessert sich immer mehr, er hat noch 3 Wochen Zeit. Ich denke er wird es schaffen. Das Loch wird immer kleiner. Am Anfang war es vom Tempo her und vom Technischen her ein Riesenschritt für ihn. Wenn er so weitermacht, wird er bleiben.

Gibt es schon Namen für die geplanten Doppellizenzspieler, die für den REC und die Beachboys auflaufen sollen?

Das haben wir versucht noch mal zu klären, von der EBSG wurde uns gesagt, dass es nicht geht, da wir nicht im selben Verein sind. Anscheinend wurden hier die Regeln geändert, da es letztes Jahr ja auch kein Problem war bei Wedemark und den Hannover Indians. Christian Herrmann und ein Neuseeländer, der immer mittrainiert hat, werden an der Saisonvorbereitung der Beachboys teilnehmen und sich beim EHCT06 vorstellen, so wie es letzte Saison schon Jürgen Brümmer und Paul Paepke gemacht haben. Somit hat man bei den Beachboys genug Leute Dann, braucht man keine Doppellizenzen. Aber wir versuchen es noch, denn für unseren Youngster René Wegner wäre eine Doppellizenz echt genial. Ansonsten bleibt er in Rostock und sammelt bei den Junioren Spielpraxis. (lb)

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