Freude über Rekordkulisse – Enttäuschung über 2:13

Freude über Rekordkulisse – Enttäuschung über 2:13Freude über Rekordkulisse – Enttäuschung über 2:13
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Einige Zuschauer hatten gerade erst Platz genommen, da konnten die rund 300 mitgereisten Huskies-Fans das erste Mal lautstark jubeln: Nach nur 33 Sekunden gingen die Gäste mit 1:0 in Führung, profitierten dabei allerdings von der tatkräftigen Unterstützung von EGDL-Schlussmann Ralf Groos, der insgesamt nicht seinen besten Tag erwischte und bei einigen Gegentreffern äußerst unglücklich aussah. Trotz des frühen Rückstandes hatten die Rockets allerdings die passende Antwort parat und kamen im direkten Gegenzug in Person von Marco Herbel zum Ausgleich. Dennoch schafften es die Rockets nicht, die immer wieder brandgefährlichen Angriffe der Huskies zu unterbinden und machten sich in der Folgezeit das Leben durch zahlreiche individuelle Fehler selbst schwer. Diese Fehler wussten die Nordhessen eiskalt auszunutzen und führten bereits nach den ersten 20 Minuten deutlich mit 6:1.

Im zweiten Spielabschnitt wurde die Begegnung etwa ruppiger, und insbesondere der eine oder andere Kasseler Spieler musste auf der Strafbank Platz nehmen. In den vergangenen Spielen noch eine der Stärken der Rockets, wusste man diese nummerische Überzahl diesmal allerdings nicht zu nutzen und verpasste in dieser Phase - obwohl zwischenzeitlich sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis - den Anschlusstreffer. Ganz anders die Huskies: Mit vier weiteren Toren in knapp zehn Minuten untermauerten sie ihre Favoritenrolle und schraubten das Ergebnis vor der letzten Pause auf 10:1.

Im dritten Drittel musste EGDL-Coach Holger Pöritzsch auf Verteidiger Botho-Kay Kessels verzichten, der nach einem Foul eine schwere Knieverletzung erlitten hatte und in der Kabine bleiben musste. Den besseren Start hatten erneut die Huskies, die kurz nach Wiederanpfiff ihren elften Treffer markierten. Dennoch kam die EGDL nun etwas besser in die Partie, ging trotz des deutlichen Rückstandes engagierter zu Werke und erspielte sich einige Chancen. Zunächst scheiterte man allerdings gleich mehrfach am starken Julian Mayer im Gästetor. In der 48. Spielminuten hatten die heimischen Fans dann aber doch noch mal Grund zum Jubeln: Nach tollem Zuspiel von Martin Homola nahm sich Timo Fuhr ein Herz und versenkte den Puck mit einem sehenswerten Schuss im Kasseler Gehäuse. Dennoch ließen die Huskies nichts mehr anbrennen und stellten mit zwei weiteren Treffern in der Schlussphase den Endstand her. Als ob die Niederlage noch nicht bitter genug gewesen wäre, mussten die Rockets gut eine Minute vor Schluss einen weiteren herben Rückschlag hinnehmen: Nach einem Kniecheck wurde Timo Fuhr von den Unparteiischen frühzeitig unter die Dusche geschickt und wird der EGDL somit im kommenden Spiel am 9. Januar gegen die Roten Teufel Bad Nauheim in der heimischen Diezer Eissporthalle fehlen.

„Hier war heute mehr drin, zumindest hätten wir die Höhe des Ergebnisses deutlich freundlicher gestalten können“, ärgerte sich Pöritzsch nach Spielende. „Wenn man berücksichtigt, dass sieben bis acht Tore aus direkten individuellen Fehlern unsererseits gefallen sind, kann man sich ausrechnen, dass es sicherlich möglich gewesen wäre, das Spiel über die gesamten 60 Minuten offener zu gestalten. Aber eine Mannschaft von der Klasse Kassels nutzt solche Fehler nun mal eiskalt aus“, so Pöritzsch, der sein ganz persönliches Fazit zog: „Mit der Kulisse, der tollen Stimmung und dem Engagement von Vorstand und Helfern im Vorfeld auf diesen Abend können wir mehr als zufrieden sein. Hier wurde bewiesen, dass auch ein kleiner Verein im Stande ist, eine große Eishockeyparty zu organisieren. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass wir das auch auf dem Eis umsetzen können. Dies allerdings ist nur wenigen Spielern gelungen, deshalb ist das deutliche Ergebnis schon eine Enttäuschung.“

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